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Ski Alpin

Überraschungssieger und ÖSV-Debakel in Sölden

Von nachrichten.at/apa   18. Oktober 2020 14:31 Uhr

Ski alpin: Braathen triumphierte in Sölden

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SÖLDEN. Der Norweger Lucas Braathen hat den Saisonauftakt der Alpinen Ski-Herren in Sölden für sich entschieden. Für den ÖSV endete der Riesentorlauf mit einem Debakel.

Die österreichischen Skiherren sind mit dem schlechtesten Sölden-Ergebnis der Weltcupgeschichte in die Saison gestartet. Beim überraschenden Sieg im Riesentorlauf des Gletscher-Auftaktes auf dem Rettenbachferner für den Norweger Lucas Braathen landete Stefan Brennsteiner als bester ÖSV-Läufer an der 17. Stelle. Zweiter wurde der Schweizer Marco Odermatt (+0,05 Sek.) vor dem zur Halbzeit führenden Gino Caviezel (SUI/0,46) und Alexis Pinturault (FRA/0,49).

Braathen war in seiner Karriere zuvor noch nicht auf dem Weltcup-Podest, der 20-Jährige war vergangene Saison Slalom-Vierter in Kitzbühel und Parallel-Riesentorlauf-Fünfter in Alta Badia. Die weiteren Österreicher im Klassement waren am Sonntag die Speedspezialisten Vincent Kriechmayr als 24. und Matthias Mayer als 25. Schon im Damen-Riesentorlauf am Samstag hatte Österreich nichts mitzureden, Katharina Truppe war 15. geworden.

Sölden Riesentorlauf Ski Alpin
Jubel bei Marco Odermatt, Lucas Braathen und Gino Caviezel

ÖSV-Trio trotz Schlappe nicht unzufrieden

Österreichs Ski-Herren haben das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Sölden-Rennen noch einmal unterboten. Nachdem im Vorjahr Manuel Feller als Bester auf Platz zwölf gefahren war, kam am Sonntag Stefan Brennsteiner am Rettenbachgletscher über Rang 17 nicht hinaus. Nur drei Österreicher schafften es ins Finale, neben Brennsteiner die Speed-Spezialisten Vincent Kriechmayr (24.) und Matthias Mayer (25.). Der abgeschlagene Marco Schwarz sprach von einer "Katastrophe".

Die drei ÖSV-Läufer in den Punkterrängen betrachten ihr Abschneiden sogar jeweils als bescheidenen Erfolg. Denn Brennsteiner absolvierte nach einer weiteren Knie-Operation, die er im Februar durchführen lassen hatte, ein Comeback. Und für Mayer und Kriechmayr gilt, dass sie im Riesentorlauf nicht zu Hause sind. Kriechmayr hatte zuletzt im Dezember 2018 in Beaver Creek einen Riesentorlauf bestritten und war dort an der Qualifikation für die zweite Hälfte gescheitert.

"Ich bin nicht ganz unzufrieden mit meinem Rennen", sagte denn auch Brennsteiner. "Ich habe zweimal die Ausfahrt ins Flache nicht ganz getroffen, jetzt im zweiten Durchgang habe ich oben nicht ganz den Rhythmus gefunden. Es sind ein paar so Kleinigkeiten, aber ich glaube, es sind auch viele positive Sachen dabei." Ihm seien zwei einigermaßen gute Läufe gelungen, meinte der Salzburger. "Nichtsdestotrotz wird über die Saison der Anspruch höher sein."

Auch Kriechmayr zeigte sich halbwegs zufrieden. "Punkte waren das Ziel, das ist mir gelungen. Natürlich, mit der guten Startnummer im zweiten Durchgang wollte ich schon noch einen Schritt nach vorne machen. Oben habe ich leider einen kleinen Fehler gemacht", analysierte der Oberösterreicher. "Ich bin auch mit dem Wissen hineingegangen, dass ich, wenn ich meine Leistung bringe, auf alle Fälle im zweiten Durchgang noch dabei bin. Das war dann eh knapp. Aber einige Schwünge waren sehr gut, auf das kann ich aufbauen."

Mayer haderte als Halbzeit-19. ein bisschen damit, es nicht in die Top 20 geschafft zu haben, gab sich aber ebenfalls nicht enttäuscht. "Der erste war gut, und ich bin zweimal gut runtergekommen. Grundsätzlich war es ein guter Tag für mich", konstatierte der Doppel-Olympiasieger. "Aber das Abfahrtsduell habe ich verloren. Einfach nur Vorsprung-Verwalten im zweiten ist zu wenig", scherzte er angesichts der Tatsache, dass er gegen Kriechmayr knapp das Nachsehen hatte. Der Oberösterreicher müsse ihn nun auf ein Getränk einladen. "Ja. Der, der vorne ist, zahlt."

"Eine Katastrophe"

Gar nicht in Schwung kam im ersten Durchgang Schwarz. Mit 2,79 Sekunden Rückstand verpasste er als 39. den zweiten Lauf. "Für mich ist es eine Katastrophe", gestand der 25-Jährige, der mit hohen Erwartungen gestartet war. "Es war von oben weg nicht optimal. Ich bin nicht so richtig ins Ziehen gekommen, habe nicht so das Gefühl aufgebaut. In den Steilhang hinein habe ich ein bissl die Schläge aufgenommen, nachher habe ich vielleicht die Spannung nicht ganz halten können."

Gerade im ersten Bewerb der Saison sei das ein herber Dämpfer. "Man will da natürlich Gas geben und anschreiben. Das ist mir nicht geglückt. Jetzt heißt es, die vier Wochen bis Lech sehr gut nützen und am Material ein bisschen was tüfteln. Nachher müssen wir schauen, dass das besser wird."

Roland Leitinger war nach seinem Ausfall im ersten Durchgang mehr als verärgert. "Wenn man normal um das Tor fährt, hängt man sich nicht ein. Ich habe schon gesehen, dass ich ein bisschen zu eng dran war. Dann beißt das Material auch, dann war ich zu eng und habe leider mit der Hand eingehakerlt", erklärte der Vize-Weltmeister 2017 den Hergang. Davor habe er ein gutes Gefühl gehabt, "weil ich frech geblieben bin, auch wenn ich Schwünge nicht ganz so erwischt habe, wie ich es wollen hätte".

Leitinger wäre in der Nähe der Top Ten gewesen, wenn er durchgekommen wäre, wollte Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher einen positiven Aspekt hervorheben. "Ich glaube, der Roland wäre stark drauf gewesen", sagte auch Brennsteiner über seinen Salzburger Landsmann. Insgesamt musste Puelacher aber eingestehen, dass die internationale Konkurrenz weiter ist. "Das haben wir uns nicht erwartet, nachdem wir im Training teilweise auch mit den Norwegern mithalten konnten", so der Tiroler.

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