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Ski Alpin

Früherer ÖSV-Trainer in Haft und ein Skistar mit Erklärungsbedarf

28. Mai 2019 00:04 Uhr

Früherer ÖSV-Trainer in Haft und ein Skistar mit Erklärungsbedarf
Alpin-Rennläufer Hannes Reichelt erhielt vom früheren Langlauf-Chefcoach seit 2005 Trainingspläne.

INNSBRUCK. Die Ermittlungen in der Blutdoping-Affäre machen auch vor Hannes Reichelt nicht Halt.

Eigentlich wären im Österreichischen Skiverband nach einem weiteren erfolgreichen Winter ruhigere Zeiten angesagt. Doch das spielt es nicht. Was weniger mit dem eher abrupt erfolgten Abgang von Funktionärs-Urgestein Hans Pum zu tun hat, der den ÖSV zu einigen eiligen Weichenstellungen für die Zukunft zwang. Doch vor allem die Dopinglawine, die der frühere Langläufer Johannes Dürr mit seinen Aussagen lostrat, holt den erfolgreichsten heimischen Sportverband immer wieder ein. Die Ermittlungen machen mittlerweile auch vor dem Allerheiligsten, der Alpin-Rennsparte, nicht mehr Halt.

Erst wurde mit Gerald H. ein früherer ÖSV-Cheftrainer der Langlauf-Sparte – von Dürr und dem ehemaligen Servicemann Emmanuel M. schon vor Wochen als Doping-Handlanger genannt – festgenommen. Im Zuge dessen wurde am Freitag dann auch der Super-G-Weltmeister von 2015, Hannes Reichelt, vom Bundeskriminalamt befragt. "Er schrieb schon seit 2005 meine Trainingspläne – aber er hat mir nie angeboten, irgendetwas Illegales zu machen", sagte der Kitzbühel-Abfahrtsgewinner von 2014 über seinen einstigen Schulkollegen. Doch die Vorwürfe sind schwerwiegend: Reichelt habe von H. verbotene Medikamente erhalten und eingenommen. "Ich weiß nicht, wo das alles herkommt. Ich weiß nur, dass ich nichts getan habe. Nie, nie nahm ich irgendwelche verbotenen Substanzen ein", sagt der Salzburger, für den wie für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung gilt.

Zahlreiche Dopingaffären

Unbestritten ist, dass in H.’s mehrjähriger Amtszeit beim ÖSV schon zahlreiche Dopingaffären fielen. Er kam 2004 zum Langlauf-Team, kurz darauf gab es die Dopingrazzia im ÖSV-Quartier in Turin. Später wurde auch sein Paradeschützling, Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann, gesperrt. Er war in leitender Funktion, als Dürr 2014 in Sotschi mit EPO erwischt wurde und er blieb auch in Amt und Würden, nachdem Dürrs Teamkollege Harald Wurm 2015 des Dopingmittels überführt wurde. 2017 legte H. sein Amt nieder, der Verband hielt lange an ihm fest, obwohl etwa auch Ex-Betreuer wie der Tscheche Radim Duda schon vor Jahren hohe ÖSV-Funktionäre vor ihm warnten.

Operation Aderlass

Bei der „Operation Aderlass“ geht es um eine internationale Blutdopingaffäre, die Ende Februar bei Razzien während der Nordischen Ski-WM in Seefeld sowie in Deutschland ihren Ausgang fand. Die Liste der in den Skandal um den deutschen Arzt Mark S. verwickelten Sportler umfasst 21 Namen. 15 aus
sieben Nationen – darunter die österreichischen Skilangläufer Max Hauke, Dominik Baldauf und Johannes Dürr sowie die Radsportler Georg Preidler und Stefan Denifl – sind bislang bekannt. Losgetreten hatte die Ermittlungen Dürr mit seinen Enthüllungen in der ARD-Dokumentation „Geheimsache Doping“.Pikant: Die Berater-Tätigkeiten von H. blieben weiterhin geschätzt. Nicht nur Reichelt, auch Weltklasse-Biathlet Dominik Landertinger arbeitete mit H. zusammen. Reichelt hat mittlerweile seinen Anwalt Hans-Moritz Pott eingeschaltet. Und der kennt sich in solchen Belangen mittlerweile bestens aus. Der Schladminger vertrat bereits den Mühlviertler Hoffmann erfolgreich in seinem Dopingprozess. (fei)

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