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Ski Alpin

Ein "Dreimäderlhaus" ist auf Kugeln aus

Von Alexander Zambarloukos  20. März 2021 00:04 Uhr

Ein "Dreimäderlhaus" ist auf Kugeln aus
Katharina Liensberger

LINZ. Die Weltmeisterinnen Katharina Liensberger, Lisa Theresa Hauser und Sara Marita Kramer haben die Chance, sich für eine außergewöhnliche Saison mit Kristall zu belohnen.

Es ist Erntezeit zum Ausklang einer langen und intensiven Saison, die Kristallkugeln sind poliert und auf dem Silbertablett serviert. In den Trophäenschränken der drei Weltmeisterinnen Katharina Liensberger (23/Ski alpin), Lisa Theresa Hauser (27/Biathlon) und Sara Marita Kramer (19/Skispringen) ist genug Platz, das rot-weiß-rote "Dreimäderlhaus" – in diesem Winter schon hochkarätig dekoriert – schickt sich an, beim "Finale" die Konkurrenz das Fürchten zu lehren.

Katharina Liensberger: Die begnadete Technikerin, die in den vergangenen Wochen förmlich durch den "Stangenwald" flog, strotzt vor Zuversicht. Nach drei WM-Medaillen (zwei Goldene, eine Bronzene in Cortina d'Ampezzo) und ihrem ersten Weltcup-Triumph vor einer Woche in Aare macht die Vorarlbergerin im heutigen letzten Slalom dieser Saison (10.30 und 13.30 Uhr, ORF 1) in Lenzerheide Jagd auf Petra Vlhova. Die Slowakin fährt vielleicht mit Blick auf die Absicherung des Gesamt-Weltcups – dafür reicht ihr ein 15. Platz – mit angezogener Handbremse. Liensberger trennen nur 22 Punkte von Vlhova, für die ein dritter Rang zu wenig sein wird, wenn Liensberger gewinnt. Es ist also keine "Mission impossible" für das Energiebündel aus Feldkirch. Die junge Dame, die sich im Sommer mit Mentalcoach Stefan Prusina an ihrer Seite ein grenzenloses Vertrauen in ihre Stärken angeeignet hat, zeigt keine Spur von Anspannung.

Liensberger, die – wie sie es formulierte – bei ihrem WM-Coup von "Universum und Sternen" getragen wurde, wirkt unglaublich cool. "Ich mag diesen Showdown extrem gern, weil ich dann den Nervenkitzel in mir spüre und weiß, dass es um etwas geht und es sich lohnt, sich einzusetzen."

Die Dritte im Bunde ist Mikaela Shiffrin (USA), die bei einem Rückstand von 37 Zählern ebenfalls noch alle Chancen hat. Für die 26-Jährige aus Vail wäre es die siebente Slalom-Kugel seit 2013. 2012 hat Marlies Schild triumphiert. Neun Jahre danach könnte wieder eine Österreicherin dran sein.

Ein "Dreimäderlhaus" ist auf Kugeln aus
Lisa Theresa Hauser

Lisa Theresa Hauser: Bei der Kitzbühelerin ist alles auf Schiene. "Es passt richtig gut", sagte die Weltmeisterin nach ihrem gestrigen fünften Rang im Biathlon-Sprint in Östersund. Damit hat sich die 27-Jährige nicht nur eine gute Ausgangsposition für die heutige Verfolgung (12.15 Uhr, ORF Sport+) geschaffen, sondern auch eine Moralinjektion für die "Kugeljagd" am Sonntag (13 Uhr, ORF 1) geholt. Das Rennen um den Massenstart-Weltcup soll eine grandiose Saison krönen. Neben WM-Gold (Massenstart) und zwei "Silbernen" (Verfolgung, Mixed-Staffel) hat Hauser auch schon eine kleine Kugel sicher – jene im Einzel. Die Drucksituation hält sich also in Grenzen.

Hauser trennen zehn Punkte von Julia Simon (Fra) und vier von Marte Olsbu Roiseland (Nor), einen Zähler hinter sich spürt die Tirolerin den Atem von Tiril Eckhoff (Nor), die gestern ihren 13. Saisonsieg, den siebenten in Folge im Sprint, feierte.

"Es ist schon jetzt ein Mega-Erfolg", weiß Hauser: "Ich denke immer wieder daran, was mir alles gelungen ist. Das macht mich richtig stolz, das kann ich echt genießen." Vor allem die vielen Glückwunsch-Nachrichten auf Facebook und WhatsApp "waren irrsinnig schön".

Ein "Dreimäderlhaus" ist auf Kugeln aus
Sara Marita Kramer

Sara Marita Kramer: "Die Batterien sind aufgeladen, ich bin bereit", versicherte die 19-jährige Salzburgerin vor dem Skisprung-Saisonfinale in Russland, wo die sogenannte Blue Bird Tour binnen acht Tagen fünf Bewerbe in Nischnij Tagil (heute, 13 Uhr, ORF Sport+; Sonntag, 13 Uhr, ORF Sport+) und Tschaikowski (25. bis 28. März) auftischen wird. Im Einzel sind noch 400 Punkte zu holen, Kramer liegt aktuell 151 Zähler hinter Nika Kriznar (Slo). "Mein Ziel ist es, den Winter mit guten Leistungen und entsprechenden Resultaten zu beenden", erläuterte die dreifache Saisonsiegerin mit niederländischen Wurzeln.

Kampfansagen wird man von Kramer nicht hören. Dafür hat sie zu viel erlebt bei der WM in Oberstdorf, wo jede Menge Tränen flossen. "Ich war wütend auf mich, weil ich nicht gut genug gesprungen bin", sagte sie nach zwei vierten Plätzen in den Einzelbewerben. Es gab aber auch Glücksmomente wie jene nach Team-Gold und Mixed-Bronze. Kramer ist sehr ehrgeizig und strebt nach dem Optimum: "Ich möchte die Leute inspirieren." Das gelingt ihr.

Alpine Herren-Entscheidungen am Wochenende

Riesentorlauf (heute, 9 und 12 Uhr, ORF 1): Marco Odermatt (Sui) startet mit einem Guthaben von 25 Punkten auf Alexis Pinturault (Fra) in das Finale, rein rechnerisch hat auch Filip Zubcic noch eine Kugelchance. Bei einem Rückstand von 99 Zählern muss der Kroate siegen und das vor ihm liegende Duo leer ausgehen (Ausfall oder nicht in den Top 15). Stefan Brennsteiner will wieder das Stockerl erklimmen.
Slalom (Sonntag, 10.30 und 13.45 Uhr, ORF 1): Marco Schwarz hat die Disziplinenwertung gewonnen. Im Blickpunkt steht der Gesamt-Weltcup, in dem Ordermatt 31 Punkte auf Pinturault aufholen muss. Deshalb wird der Schweizer (für ihn ungewohnt) die Slalom-Ski anschnallen. Der Nationencup geht an die Eidgenossen, in der Herren-Teamwertung muss Österreich 168 Zähler wettmachen.

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Alexander Zambarloukos

Redakteur Sport

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