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"Das ist ein absoluter Traum für mich"

24.Jänner 2022

Im erst 26. Weltcuprennen des Daniel Hemetsberger hat es klick gemacht. Der 30-jährige Nußdorfer konnte zwar in der zweiten Kitzbühel-Abfahrt den Schweizer Doppel-Triumph durch Beat Feuz und Marco Odermatt nicht verhindern, er bescherte dem ÖSV aber mit dem einzigen Stockerlplatz, dem ersten in seiner Achterbahn-Karriere, einen versöhnlichen Abschluss bei den 82. Hahnenkammrennen.

"Das ist ein absoluter Traum, es ist unglaublich", jubelte Hemetsberger, der – von vielen Verletzungen (darunter vier Kreuzbandrisse) zurückgeworfen – erst am 7. März 2020 als 15. von Kvitfjell seine ersten Weltcuppunkte geholt hatte. Damals war er schon 28 gewesen und von vielen bereits abgeschrieben worden.

"Das ist ein absoluter Traum für mich"
Schweizer Doppelsieg: Beat Feuz (li.) vor Marco Odermatt

Jetzt gehört der Oberösterreicher zur absoluten Speed-Weltspitze, mit fünf Top-Ten-Platzierungen, darunter zwei vierte und ein dritter Rang, hat sich "Heme" förmlich für das rot-weiß-rote Olympiateam aufgedrängt.

"Das Coole ist, dass ich mich mit den Winterspielen gar nicht befasst habe. Ich meine, wenn du als Weltranglisten-22. in die Saison startest, ist die Wahrscheinlichkeit in so einer starken österreichischen Mannschaft nicht sehr groß. Mich freut es, dass ich jetzt relativ gut dastehe", erklärte Hemetsberger nach seinem Coup.

  • OÖ Heute: Hemetsberger in Kitzbühel auf Podest

Einschneidender Prozess

"Vor zwei Jahren habe ich mit einem Mentaltrainer und Ernährungsexperten alles radikal umgestellt", berichtete der gebürtige Vöcklabrucker. "Ich dachte, das kann mich leistungsmäßig nach vorne hauen – hat es faktisch auch." Ins Detail wollte Hemetsberger nicht gehen, nur so viel: Zucker steht auf der persönlichen Verbotsliste.

Trotzdem ist das Leben süß. Ein Kitzbühel-Podest steht für das "Stehaufmännchen" in der Hitliste ganz oben, aus der bronzenen Gams soll irgendwann einmal eine goldene werden. "Ich möchte hier auf der Streif einmal eine Abfahrt gewinnen. Das ist für jeden Abfahrer das Nonplusultra. Noch dazu als Österreicher daheim, das will ich unbedingt", legt sich Hemetsberger die Latte hoch.

Am Samstag hatte sich der Optimismus noch in Grenzen gehalten, bei der Startnummernvergabe blieb für den Routinier nur die "1" , also die des vermeintlichen Schneepflugs, übrig. "Absoluter Vollkäse, sch...", hatte er sich gedacht, um dann scheinbar völlig unbeeindruckt zum Angriff zu blasen. Härter als das Rennen war das Zittern im Zielbereich.

Hemetsberger wollte sich erst gratulieren lassen, als das Rennen beendet war. "Ich bin da eine Stunde im Zielraum herumgeeiert und war extrem nervös." Kein Wunder. Zum dritten Mal wollte er nicht Vierter werden – schon gar nicht hier in Kitzbühel.

Der "Kugelblitz"

Am Ende war die Überraschung, die für Insider keine ist, perfekt und Hemetsbergers Freudenschrei bis ins Ortszentrum zu hören. Champion Beat Feuz zelebrierte seinen Erfolg ruhiger, das oberste Stockerl ist kein Neuland für den "Kugelblitz".

Der Eidgenosse hat zum dritten Mal eine Abfahrt auf der Streif gewonnen und 16 Weltcupsiege zu Buche stehen. Außerdem gibt es Wichtigeres im Leben. Gestern vor einer Woche erblickte Töchterchen Luisa das Licht der Welt. "Das ist das schönste Erlebnis, das es gibt. So etwas beflügelt einen", sagte Feuz, der mit der ehemaligen österreichischen Rennläuferin Katrin Triendl liiert ist.

"Das ist ein absoluter Traum für mich"
Vincent Kriechmayr

Der 34-Jährige lag am Ende 21 Hundertstel vor dem Führenden im Gesamt-Weltcup, Marco Odermatt. "Wenn mit dem Vinc (Kriechmayr, Anm.) ein Österreicher in Wengen gewinnt, dann will man natürlich in Kitzbühel zurückschlagen", beschrieb Feuz den Schweizer Feiertag.

Einen Mehrfachsieg für die Eidgenossen in der Gamsstadt hatte es zuletzt vor 30 Jahren gegeben. Damals behielt Franz Heinzer vor Daniel Mahrer und Xavier Gigandet die Oberhand.

Kriechmayr kam gestern wie schon am Freitag über Rang 13 nicht hinaus. "In Summe war es nicht gerade das, was ich mir vorgenommen hatte", sagte der Doppelweltmeister. Matthias Mayer hatte in beiden Abfahrten ein Abo auf Platz vier. Zweimal fehlten vier Hundertstel auf das Stockerl. Wer weiß? Vielleicht kommen die in Peking zurück. (alex)

Aamodt Kilde war der Preisgeldkönig von Kitzbühel

Das größte Stück vom eine Million Euro schweren Rekord-Preisgeldkuchen in Kitzbühel durfte sich Aleksander Aamodt Kilde abschneiden. Der Norweger kassierte insgesamt 114.000 Euro brutto – 100.000 für seinen Abfahrtssieg am Freitag und 14.000 für den sechsten Rang gestern. Die Nummer zwei in der Hitliste der 82. Hahnenkammrennen, die coronabedingt vor insgesamt nur 3000 Zuschauern über die Bühne gingen, war der Schweizer Beat Feuz mit 111.000 Euro, Dritter Slalom-Champion Dave Ryding (Gbr) mit 100.000 Euro.

Das Nußdorfer Speed-Ass Daniel Hemetsberger – Zehnter am Freitag und Dritter am Sonntag – verdiente 34.000 Euro, Matthias Mayer 42.000 Euro und Doppelweltmeister Vincent Kriechmayr 9560 Euro.

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