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Ski Alpin

"Dann trage ich das Baby herum"

18. März 2019

"Dann trage ich das Baby herum"
Die großen Kristallkugeln sind überreicht: Mikaela Shiffrin und Marcel Hirscher waren in der Ski-Saison 2018/19 die überragenden Athleten.

SOLDEU. Ski-Weltcup: Shiffrin hat eine großartige Saison mit einem Doppelsieg in Soldeu beendet. Österreichs Star Hirscher schwächelte beim Finale und lässt seine Zukunft weiterhin offen.

Die Ski-Saison ist Geschichte, das Top-Duo hochdekoriert. Mikaela Shiffrin und Marcel Hirscher haben gestern beim Finale in Soldeu die großen Kristallkugeln für den Gewinn des Gesamt-Weltcups überreicht bekommen. Für Österreichs Star war es schon die achte Auszeichnung dieser Art in Folge, Allrounderin Shiffrin tat sich in allen Disziplinen – mit Ausnahme der Abfahrt – als Klassenbeste hervor.

Die erst 24-jährige US-Amerikanerin untermauerte ihre Vormachtstellung auch in Andorra, sie gewann zum Abschluss Slalom und Riesentorlauf. Shiffrin geht mit 60 Weltcup-Erfolgen in die Sommerpause. "Es ist wie ein Traum", staunte die Super-Technikerin aus Vail – und ließ ihren Emotionen freien Lauf.

17 Saisonsiege

Nach dem erstmaligen Triumph im Riesentorlauf-Weltcup vergoss Shiffrin, die nicht weniger als 17 Saisonrennen für sich entschieden hatte, Tränen: "Diese Kugel war mein Ziel, seit ich zum ersten Mal den Slalom-Weltcup gewonnen habe. Ein großartiger Abschluss einer spektakulären Saison."

Ob es für den Dominator bei den Herren, Marcel Hirscher, auch 2019/20 auf den Ski-Pisten dieser Welt weitergeht, steht noch in den Sternen. Die Entscheidung über eine Karriere-Fortsetzung schiebt der 30-Jährige vor sich her. Das Saison-Finish hatte sich der Champion anders vorgestellt. Ein sechster Rang im Riesentorlauf und ein 14. Platz im Slalom sind deutlich zu wenig für Hirschers hohe Ansprüche. "Freude ist da keine mehr dabei. Wenn es für mich weitergeht, muss man diese Ergebnisse ernst nehmen. Da ist eine klare Trendwende zu sehen", analysierte der Salzburger gewohnt knallhart: "Man kann es auslegen, wie man will. Man kann sagen, jetzt wird es Zeit, dass ich aufhöre, weil jetzt merkt man, wie sie mich herbrennen – die Jungen. Auf der anderen Seite kann man sagen, daraus schöpft Hirscher neue Motivation. Man findet viele Headlines. Sucht euch eine aus."

Schön, dass Hirscher dann doch in den Feiermodus überging: "Das Wichtigste ist, dass die große Kugel da ist. Das Positive überwiegt natürlich. Es war auch ein großes Geschenk, noch einmal Weltmeister (im Slalom, Anm.) geworden zu sein", sagte der Gewinner von insgesamt 20 Kristallkugeln.

Kondition und Motivation

Hirscher wird jetzt in sich hineinhorchen: "Ich schaue einmal, wie der Körper auf die Pause reagiert und wie es mit der Motivation, wieder ins Fitnessstudio zu gehen, aussieht." Sollte er weitermachen, braucht er definitiv einen neuen Medienmann. Für Stefan Illek war Soldeu die Weltcup-Endstation. "Ich verstehe seine Entscheidung, er hat zwei Kinder daheim, so viel reisen macht da keinen Spaß", sagte Hirscher. Und wenn er selbst, Vater eines Sohnes, auch aufhört? "Dann trage ich im ersten Jahr das Baby herum und koche. Kaiserschmarrn kann ich gut." (alex)

 

Lobeshymnen auf Felix: Neureuther trat „seriös“ ab

Felix Neureuther hat seine Karriere mit einem siebenten Rang im Slalom von Soldeu beendet. „Ich habe in meinem Leben genug Blödsinn gemacht, ich wollte das jetzt seriös beenden“, sagte der 34-jährige Bayer. Der Gewinner vom 13 Weltcuprennen und fünf WM-Medaillen (drei Einzel, zwei Team) wird als einer der großen Sympathieträger im Rennsport vermisst werden.

Neureuthers langjähriger Wegbegleiter Marcel Hirscher sprach vom „feinsten Kerl des Skisports“. Auch Manuel Feller, der die Saison mit einem zweiten Slalom-Platz hinter dem Franzosen Clement Noël abschloss, sah Neureuthers Abschied „mit einem weinenden Auge“. Er sei immer Vorbild und Freund gewesen. „Ein grandioser Sportler und Mensch. Ich wünsche ihm das Beste“, sagte der Tiroler.

Neureuther freut sich jetzt auf „die Zeit zu Hause und auf die Familie“. Die Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen, sei ihm schwergefallen. „In meinem Umfeld waren alle ein bisschen überrascht“, verriet Felix, der dem Skizirkus wohl als TV-Experte erhalten bleiben wird.

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