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"Dann kriegt sie eben eine draufpaniert"

LAKE LOUISE. Lindsey Vonn: Auf ihrer Lieblingsstrecke in Lake Louise will sie 2018 die Männer herausfordern.

"Dann kriegt sie eben eine draufpaniert"

Heimspiel: In Lake Louise dreht sich alles um Lindsey Vonn Bild: APA/AFP/GETTY IMAGES/John Lamparski

Heimspiel für Lindsey Vonn: Die US-amerikanische Speed-Queen eröffnet heute (20.30 Uhr, ORF eins live) mit der Abfahrt das Weltcup-Wochenende in Lake Louise, wo die 33-Jährige eine sensationelle Bilanz zu Buche stehen hat. 18 ihrer 77 Weltcup-Siege hat Vonn auf ihrer Lieblingsstrecke in Kanada herausgefahren, Aufmerksamkeit erregt sie aber im Moment nicht deshalb.

Vonn untermauert hartnäckig ihr Vorhaben, auch 2018 in Lake Louise abzufahren. Dann allerdings bei den Männern. Letztere bewerten diese Ambitionen ambivalent. Die Norweger Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud haben "kein Problem", Lindsey in ihren Kreis aufzunehmen.

Vonn gefällt diese offene Einstellung: "Sie sehen auch, dass es eine gute Sache für den Skisport wäre. Nur, weil einige denken, sie seien besser, heißt das nicht, dass es so ist. Ich trainiere seit sechs, sieben Jahren mit Männern und kann mir viel von ihnen abschauen. Sie sind so viel stärker und kraftvoller, aber ich mag es, mich mit ihnen zu messen", betonte Lindsey.

Hannes Reichelt spricht hingegen von einer "reinen PR-Aktion": "Keine Frage, Lindsey hat Unglaubliches geleistet, aber es wäre schlecht für den Damenrennsport, wenn man das verbindet", betonte der Salzburger, der sich diesbezüglich bei den Ladys umgehört hat: "Bis auf Vonn will keine bei uns mitfahren." Nachsatz: "Außerdem war Vonn zuletzt gar nicht die Beste, da müsste man Ilka Stuhec den Vortritt lassen." Die Slowenin ist aktuell wegen eines Kreuzbandrisses außer Gefecht.

"Wenn sie das unbedingt will"

Vincent Kriechmayr würde Vonns Start akzeptieren, gibt ihr aber keine Chance: "Wenn sie mitfährt, kriegt sie eben eine draufpaniert. Wenn sie das unbedingt will, bitteschön", sagte der Gramastettener ganz direkt.

Vincent redet nicht um den heißen Brei herum, sondern spricht Klartext. Kurz und bündig. Der 26-Jährige hat sich im Moment um anderes zu kümmern. Heute (18.45 Uhr, ORF eins live) sind nämlich auch die Herren im Einsatz – im Super-G von Beaver Creek. Mit entsprechender Erwartungshaltung aus rot-weiß-roter Sicht. Am vergangenen Sonntag in Lake Louise waren drei ÖSV-Asse in die Top Ten gefahren: Max Franz als Zweiter, Reichelt als Dritter, Kriechmayr als Neunter. Auf ein Neues? "Wir werden angreifen", will Franz die Jagd auf Beaver-Creek-Sieger Jansrud eröffnen.

Vonn ist nicht nur mit dem "Männer-Thema" omnipräsent, sondern gibt auch Einblicke in ihr Innenleben. Seit Jahren kämpft sie gegen Depressionen an. "Ich fühlte mich lange zu dick und nicht schön genug", sagte Lindsey der "New York Times": "Irgendwann habe ich mich aber akzeptiert und mir gesagt: ,So ist es, so bin ich.’"

Tage, an denen sie sich komplett zurückzieht, kommen nicht mehr so oft vor. Auch weil Vonn der Krankheit medikamentös entgegenwirkt: "Ich nehme seit Jahren die gleiche Dosis. Es gibt Zeiten, in denen es schlimmer ist – und solche, in denen es besser geht." Geholfen haben ihr drei Hunde, allen voran die quirlige Lucy, die sie phasenweise im Weltcup begleitet: "So kann ich nie den ganzen Tag im Bett liegen." (alex)

 

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Artikel 01. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
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