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Eishockey

Sensation! Österreich bezwingt Tschechien im Penaltyschießen

Von nachrichten.at/apa   17. Mai 2022 17:55 Uhr

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Brian Lebler beim Treffer zum 1:1-Ausgleich 37 Sekunden vor Schluss.

TAMPERE. Das ÖEHV-Nationalteam bezwang Tschechien, einen der Titelaspiranten der Eishockey-WM, mit 2:1 nach Penaltyschießen.

Zwei Tage nach dem sensationellen Punktgewinn gegen die USA hat Österreichs Eishockey-Nationalteam bei der WM in Tampere eine noch größere Überraschung geliefert. Das ÖEHV-Team besiegte am Dienstag den sechsfachen Weltmeister Tschechien mit 2:1 nach Penaltyschießen (0:1,0:0,1:0,0:0,1:0) und feierte damit das erste Erfolgserlebnis gegen Tschechien überhaupt.

Der sichere Torhüter Bernhard Starkbaum musste sich nur bei einem Schuss von Kapitän Roman Cervenka (18.) geschlagen geben. 37 Sekunden vor Schluss erzielte Brian Lebler den Ausgleich. Im Penaltyschießen wehrte Starkbaum drei tschechische Versuche ab, Peter Schneider verwertete als einziger Spieler seinen Versuch. Es war erst der zweite Sieg gegen eine Top-Sechs-Nation seit 75 Jahren nach dem 3:0 am 6. Mai 2001 gegen die USA bei der WM in Köln.

ÖEHV-Team feiert historischen Sieg über Tschechien

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Nach drei Spielen gegen Medaillenanwärtern hält Österreich damit sensationell bei drei Punkten, der Kampf um den Klassenerhalt beginnt aber erst jetzt so richtig. Am Mittwoch (15.20 Uhr/ORF Sport +) wartet Norwegen, es ist das erste von zwei direkten Duellen gegen den Abstieg. Ein Erfolg gegen die seit 2006 permanent in der A-Gruppe spielenden Skandinavier würde wohl schon das Ticket für die A-WM 2023 bedeuten.

Teamchef Roger Bader schonte daher gegen Tschechien seinen ältesten Feldspieler, der 35-jährige Kapitän Thomas Raffl durfte Kraft sparen. Da auch Benjamin Baumgartner nach seiner gegen die USA erlittenen Verletzung für den Rest des Turniers ausfällt, stellte Bader kräftig um. Stürmer Simeon Schwinger kam zu seinem WM-Debüt, Verteidiger Clemens Unterweger nach überstandener Verletzung zu seinem ersten Einsatz in Tampere, dafür rückte Nico Brunner in den Angriff. Paul Huber ersetzte Raffl in der zweiten Sturmlinie, Ali Wukovits übernahm statt Baumgartner die Center-Position der dritten Linie. Im Tor kam wieder Starkbaum zum Einsatz, der gegen die USA so starke David Kickert erhielt im Hinblick auf Mittwoch eine Auszeit.

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Die Österreicher zeigten dieselben Tugenden wie schon gegen Schweden (1:3) und USA (2:3 n.V.) und wurden im 20. Duell mit Tschechien mit dem ersten Sieg belohnt. Die Bader-Truppe arbeitete defensiv stark und ließ den mit sieben NHL-Spielern angetretene Favorit nicht allzuviele Chancen. Ein Gegentreffer in der Anfangsphase wurde wegen Torhüterbehinderung nach Video-Überprüfung annulliert (8.), Starkbaum und Co. überstanden danach vier Minuten Unterzahlspiel. In der 18. Minute schlugen die Tschechen aber durch Cervenka zu.

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Peter Schneider traf gegen seinen ehemaligen Vereinskollegen Karel Vejmelka im Penaltyschießen.

Nach torlosem Mitteldrittel kämpften die Österreicher um die Chance auf den historischen Erfolg und wurden belohnt. Bader nahm im Finish Starkbaum für einen sechsten Feldspieler vom Eis und Leber stocherte die Scheibe 37 Sekunden vor Schluss über die Linie. Der Treffer zählte nach Videoüberprüfung. Auch die Overtime überstanden die Österreicher ohne große Probleme. In der Entscheidung agierte Schneider bei seinem Versuch trickreich und verwertete als Einziger der zehn Schützen.

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Brian Lebler 

Tschechien - Österreich 1:2 n.P. (1:0,0:0,0:1,0:0,0:1)

Tampere, 3.264
Tore: Cervenka (18.) bzw. Lebler (60.), Schneider (entscheidender Penalty)
Strafminuten: 4 bzw. 4

Penaltyschießen:

  • 0:0 Hertl daneben
  • 0:0 Kasper - Vejmelka hält
  • 0:0 Cervenka - Starkbaum hält
  • 0:0 Ganahl daneben
  • 0:0 Blumel - Starkbaum hält
  • 0:1 Schneider trifft
  • 0:1 Semjkal - Starkbaum hält
  • 0:1 Heinrich Stange
  • 0:1 Krejci daneben

Tschechien: Vejmelka - Kempny, Hronek; Scotka, Kundratek; Simek, Jirecek; Sklenicka, Jordan - Cervenka, Krejci, Blumel; Vrana, Zahorna, Hertl; Cernoch, Stransky, Smejkal; Flek, Spacek

Österreich: Starkbaum - Maier, Unterweger; Zündel, Heinrich; B. Wolf, Hackl; Kirchschläger, Wimmer - Kasper, Haudum, Lebler; Schneider, Nissner, P. Huber; Feldner, Wukovits, Ganahl; Brunner, Achermann, Schwinger

Die größten Überraschungen des ÖEHV-Nationalteams in der WM-Geschichte

  • 2:1 gegen Schweden (23.2.1947 in Prag): Bei der ersten Nachkriegs-WM in der Tschechoslowakei gewannen die Österreicher dank des 2:1 gegen Schweden im letzten Spiel die zweite WM-Bronzemedaille nach 1931 und machten die Gastgeber zu Weltmeistern. Den Schweden hatte ihr König schon zuvor in einem Telegramm zum Titel gratuliert - voreilig, wie sich herausstellen sollte.
  • 3.5.1994 (Italien): Mit einem 10:0-Sieg über Großbritannien in Bozen warf Österreich unter Ken Tyler Deutschland aus dem Bewerb und stieg zwei Jahre nach dem Aufstieg und zum bisher einzigen Mal in der Neuzeit ins Viertelfinale auf.
  • 3:3 gegen Finnland (2.5.2000 in St. Petersburg): Dank eines Treffers von Christoph Brandner in der Schlussminute gelang dem Team von Ron Kennedy die Sensation gegen den Vize-Weltmeister. Es war das erste Erfolgserlebnis gegen eine große Nation seit dem Aufstieg 1992.
  • 3:0 gegen USA (6.5.2001 in Köln): Erstmals seit 54 Jahren gelang bei der WM ein Sieg über einen der "Großen Sechs". Reinhard Divis feierte ein "shutout", die Tore für die Kennedy-Truppe erzielten Verteidiger Peter Kasper in Unterzahl (45.), Dieter Kalt jun. (58.) und Günther Lanzinger (59.).
  • 2:2 gegen Kanada (25.4.2004 in Prag): Divis, Vanek und Co. brachten Weltmeister Kanada an den Rand einer Niederlage. Nach 2:0-Führung kassierte die Mannschaft von Teamchef Herbert Pöck zwei späte Gegentreffer (51., 56.), durfte sich aber über den bisher einzigen Punktgewinn gegen den Rekordweltmeister in einem Pflichtspiel freuen.
  • 2:1 n.P. gegen Tschechien (17.5.2022 in Tampere): Zwei Tage nach dem überraschenden Punktegewinn gegen die USA feierte die Mannschaft von Roger Bader einen historischen Erfolg gegen Tschechien. Brian Lebler erzielte 37 Sekunden vor Schluss den Ausgleich, Peter Schneider verwertete als einziger seinen Penalty, Torhüter Bernhard Starkbaum parierte drei Versuche der mit sieben NHL-Spielern angetretenen Tschechen.

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