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Black Wings

Eddy Lebler: "Linz ist für Brian so schön wie einst Klagenfurt für mich"

Von Markus Prinz   20. Oktober 2017 00:04 Uhr

Eddy Lebler: "Linz ist für Brian so schön wie einst Klagenfurt für mich"
Vater und Sohn in der Linzer Eishalle vereint: Der frühere österreichische Teamspieler ist stolz auf seinen Filius.

LINZ. Der frühere KAC-Torjäger aus Kanada besucht derzeit seinen Sohn in Oberösterreich.

Als sein Sohn Brian in der Vorwoche 13 Sekunden vor Schluss die Black Wings zum 3:2 über Salzburg schoss, jubelte auch Eddy Lebler in der Linzer Eishalle mit. Aus seiner Heimat Kanada angereist, ist der frühere österreichische Internationale bestens über die Liga informiert. Die 59-jährige Eishockey-Legende im Gespräch mit den OÖN.

 

Herzlich willkommen zurück in Linz, Herr Lebler. Für Sie ist es ja nicht der erste Besuch in Linz.

Das stimmt. Wir sind fast jedes Jahr hier. Nur letztes Jahr konnten wir es nicht einrichten, Brian zu Besuchen. Dafür sind wir heuer etwas länger hier – fünf Wochen.

Wie lässt sich das mit dem Brotberuf zuhause in Kanada vereinbaren?

Ich war Manager einer Apotheke, die einer großen Kette gehört. Seit zwei Jahren bin ich nur mehr Angestellter und arbeite nur noch viermal in der Woche. Ich gehe langsam in Richtung Pension (lacht).

Hat Sie der Eishockeysport jemals losgelassen?

Im Winter spiele ich natürlich noch immer Eishockey. Ich betreue einmal in der Woche die Penticton Vees, das ist die Mannschaft in meiner Heimatstadt. Vorrangig trainiere ich mit den Angreifern.

Übersiedeln wir nach Österreich. Sie haben für den HC Salzburg, den Villacher SV, Zell am See und vor allem für den Klagenfurter AC gespielt. Bei den Rotjacken haben Sie so etwas wie Legenden-Status. Für wen schlägt das Herz, wenn Sie Spiele in Österreich sehen?

Immer für die Black Wings, das muss jetzt sein, weil Brian hier spielt. Natürlich freue ich mich auch, wenn Villach oder Klagenfurt gewinnt. Aber grundsätzlich bin ich immer für Linz.

In Klagenfurt waren Sie mit dabei und sind vom Stadionsprecher persönlich begrüßt worden. Was bedeutet Ihnen das?

Für mich und meine Frau ist Klagenfurt wie ein Zuhause. Nach einer Saison alleine ist meine Frau dann nach ihrem Uni-Abschluss zu mir nach Kärnten übersiedelt. Wir haben dort gelebt und unsere ersten drei Kinder aufgezogen. Marcus (*1985), Michael (*1986) und Brian (*1988) sind alle in Klagenfurt geboren. Und wir kommen immer wieder zurück, weil wir viele Freunde in Kärnten haben.

Werden Sie auf der Straße in Österreich von Eishockeyfans noch erkannt?

Auf der Straße kommt das nicht so oft vor. Aber wenn du einmal Eishockeyfan bist, dann bleibst du das auch. Und da ist es logisch, dass man öfters vor allem von älteren Fans in den Hallen entdeckt und angesprochen wird.

Was hat sich im Eishockey seit Ihrer aktiven Zeit geändert?

Es hat sich praktisch alles geändert. Als ich gespielt  habe, dürften die Teams nur zwei Ausländer haben. Jetzt finden sich in den Kaderlisten zehn oder elf Import-Spieler. Das Spiel ist schneller, physischer und das Niveau ist sicher viel, viel besser. Im internationalen Vergleich in der Champions Hockey League sieht man auch, dass die österreichischen Teams mitspielen können. Das bedeutet was! Das Eishockey hier ist wirklich wahnsinnig zu anzuschauen.

Glauben Sie, dass Brian in Linz gut aufgehoben ist?

Er empfindet für Linz das, was ich für Klagenfurt empfunden habe. Er ist hier daheim, fühlt sich sehr wohl. Als er nach Ingolstadt gegangen ist, hat er mich einmal angerufen und gesagt „du, Papa, es ist gut hier, aber es ist nicht wie in Linz.“

War der Schritt in die DEL trotzdem richtig?

Er war jung und du musst versuchen, besser zu werden. Es war okay, aber nicht besonders. Zum Glück konnte er zurück nach Linz in seine Heimat kommen.

Haben Sie sich einmal gewünscht, dass Brian für den KAC spielt und nicht für Linz?

Wenn ich ehrlich bin, schon. Als wir damals einen Platz für Brian und Michael gesucht haben, war die erste Adresse Klagenfurt. Christian Perthaler habe ich damals nicht persönlich gekannt. Auch sonst war praktisch kein Kontakt nach Linz da. Aber Klagenfurt war bereits voll. Und wir haben einen Verein gesucht, wo beide hingehen können. Und die Black Wings haben dann gesagt, dass sie Platz im Kader haben.

Und wie ist der Deal damals zustande gekommen?

Ich habe Christian Perthaler kennen gelernt und herausgefunden, dass er ein super Kerl ist. Das Gesamtpaket in Linz hat gestimmt. Und wir haben dann mit den Jungs darüber gesprochen und beschlossen, dass es die richtige Wahl ist. Linz hat meine Jungs sehr gut behandelt und das ist es, was ich als Vater für meine Kinder will.

Wie geht es Michael? Er hat ja auch eine Saison bei den Black Wings gespielt.

Michael geht es gut, er arbeitet als Bauingenieur in Minneapolis. Er spielt zwar noch Eishockey, allerdings nur auf Hobbyniveau. Vor einem Jahr ist er das erste Mal Papa geworden. Das Jahr in Linz war für ihn sehr schön. Brian und Michael haben davor nur selten zusammen gespielt und in einem gemeinsamen Jahr Meister zu werden war großartig.

Was haben Sie mit in Brians Jugend mit seinen Handgelenken gemacht? Sein ansatzloser Schuss ist seine stärkste Waffe, die wohl auch NHL-reif wäre.

Er liebt Eishockey. Im Winter spielte er sowieso immer, im Sommer hat er ständig den Schläger in der Hand gehabt und mit Pucks und Bällen auf die Wand geschossen. Auch seine drei Brüder (Steven, Jahrgang 1995, wurde in Kanada geboren, Anm.) haben immer mit ihm gespielt. Außerdem ist er sehr groß und sehr stark, das hilft auch.

Was ist seine beste Eigenschaft auf dem Eis? Und woran könnte er arbeiten?

Ich glaube, dass er einen sehr schnellen und ansatzlosen Schuss hat. Seine Größe und Reichweite mit dem Schläger hilft auch sehr. Eisläuferisch könnte er etwas schneller beschleunigen. Wenn er in Bewegung ist, dann hat er meistens kein Problem. Aber man kann an allem arbeiten. Selbst an seinem Schuss.

Was ist der größte Unterschied zwischen Ihnen und Brian als Stürmer?

Schau dir den Körper an. Ich bin eher so wie Michael. Ich musste immer ein bisschen schneller spielen, Gegnern ausweichen und versuchen so schnell wie möglich zu schießen. Brian hat durch seinen Körper die Möglichkeit, direkt vor das Tor zu gehen. Ich würde fast sagen: Außer, dass wir beide Linksschützen sind, haben wir spielerisch nichts gemeinsam.

Sie haben fünfmal die österreichische Meisterschaft gewonnen. Was muss Brian tun, um – gemessen an Titeln – so erfolgreich wie Sie zu werden?

Die Liga ist so ausgeglichen. Jeder kann gegen jeden gewinnen. Als ich damals in Klagenfurt gespielt habe, haben wir den Titel viermal hintereinander gewonnen. Das ist heutzutage glaube ich unmöglich. Das wichtigste ist, dass im Playoff alle Spieler fit und gesund sein müssen. Ich hoffe, dass Linz es noch zwei, dreimal schafft. Das Team ist gut und sportlich auf sehr hohem Niveau unterwegs.

Wie verfolgen Sie die Spiele von Brian zuhause in Penticton?

Ich schaue über den Livestream von Servus TV, wenn es ein Fernseh-Spiel ist. Sky bekomme ich leider nicht – ich habe es versucht und sogar E-Mails mit den Verantwortlichen geschrieben. Und sonst über den Liveticker.

Wie ist Ihre Verbindung zu den Enkelkindern?

Im Sommer, wenn sie zuhause sind, ist für Sie in unserem Haus das Untergeschoss für Brian und seine Familie reserviert. Da sehen wir Tucker und Blakely jeden Tag. Und in Zeiten von Skype und Facetime ist es quasi so, als wären wir auch im Winter gar nicht getrennt. Wir lieben die Kinder und möchten soviel wie möglich mit ihnen machen. Das gleiche gilt auch für die Kinder von Marcus (Ashton) und Michael (Ryan).

Wie lange dauert Ihr Besuch in Österreich noch?

Wir fliegen am 24. Oktober nach Hause. Es waren jetzt schon vier gute Wochen hier, wir haben es sehr genossen.

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch und noch viel Spaß in Linz.

Danke auch. Auf ein baldiges Wiedersehen.

 

Edward Lebler

Der Sohn zweier steirischer Auswanderer wuchs in Vanderhoof (Kanada) auf, kehrte für den Kufensport aber 1981 zurück zu seinen Wurzeln. Während seiner Karriere für Salzburg (81/82), Klagenfurt (82/83-88/89), Villach (89/90-91/92) und Zell am See (92/93) erzielte „Playoff-Eddy“  insgesamt 492 Tore und 429 Vorlagen in 464 Spielen der höchsten österreichischen Spielklasse.  Für das Nationalteam traf der Stürmer 69-mal, was ihn zum zweiterfolgreichsten Torschützen der ÖEHV-Historie macht. Der Pharmazie-Student ist verheiratet mit Mary, wohnt mittlerweile in Penticton (Kanada) und ist Vater von vier Söhnen (Marcus, Michael, Brian, Steven). Seine Hobbies sind Eishockey, Golf und Wassersport.

 

Drei Spieler fehlen heute

Ausfälle: Eine Woche nach dem 3:2 müssen die Black Wings Linz heute in der 13. Runde der EBEL erneut gegen Salzburg antreten. Mario Altmann und Andreas Kristler sind weiter verletzt. Dazu gesellte sich Jake Dowell, der nach einem Check fünf Spiele Sperre ausfasste.

Selbstvertrauen: Nach zuletzt drei Siegen in Folge kommt der Tabellen-Zweite mit breiter Brust in die Mozartstadt. Salzburg, zuletzt viermal Verlierer, darf Neuzugang Rob Schremp noch nicht einsetzen.

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