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Black Wings

Aktualisiert: Die Reaktionen der Black-Wings-Familie auf die Führungskrise

Von Alexander Zambarloukos und Markus Prinz  26. März 2020 14:43 Uhr

Liwest Black Wings auf nachrichten.at

LINZ. Der Linzer Eishockey-Bundesligist erlebt als Verein derzeit die schlimmste Krise der jüngsten zehn Jahre. Immer mehr Sponsoren und Beteiligte meldeten sich in den vergangenen Tagen zu Wort. Auch Eltern von Nachwuchsspielern sind besorgt. Die OÖNachrichten geben einen Überblick:

Die Black Wings stehen vor wichtigen richtungsweisenden Wochen und Monaten. Die Führung - sei es mit einem neuen Manager oder gar einem neuen Präsidenten - wird sich verändern müssen. Wir möchten Ihnen in diesem Artikel, der mit der Zeit immer weiter aktualisiert wird, einen Überblick über die Reaktionen geben:

Am Montag verfasste Präsident Peter Freunschlag einen Offenen Brief an die Fans und ein E-Mail an die Sponsoren. Er warb darin für ein neuen Konzept, in dem der Verein durch Experten (ehemalige Spieler) geführt wird. Im Schreiben an Gönner und Geldgeber hofft der Präsident, dass "unserer Sponsoren in alter Manier in vollem Umfang erhalten bleiben". Freunschlag wisse aber, dass es die Corona-Krise für die Wirtschaftsbetriebe nicht einfach mache.

Heftige Reaktion der "OÖ Versicherung"

Eine erste Antwort kam noch am Montagvormittag vom Generaldirektor der Oberösterreichischen Versicherung, Josef Stockinger. Darin stand, dass der Präsident nicht die Corona-Krise mit der existenziellen Krise der Black Wings vermischen solle. "Die Zeit der One-Man-Show ist vorbei." Er sehe Manager Christian Perthaler als Motivator und Bindeglied zum Verein und rät Freunschlag, vom selbstgefällig hohen Ross herunterzusteigen.

"Nicht um jeden Preis"

Am Montag meldete sich auch Freunschlag bei den OÖN und gab ein 40-minütiges Interview, in dem er aufklärte, warum er das Letztwort im Verein haben müsse - weil er der Einzige sei, der hafte. 

Am Dienstag begründete Jacky Wedam vom VIP-Gastro-Team der Black Wings seinen Rückzug. "Einmal Linzer, immer Linzer - aber nicht um jeden Preis", schrieb er. Er und sein "Biergartl KG"-Team wollen nicht mehr mit Herrn Freunschlag zusammenarbeiten: "Er redet mit niemandem, fragt niemanden, aber entscheidet über die Köpfe hinweg."

Sponsor steigt (vorübergehend) aus

Am Mittwoch folgten zwei Reaktionen von Sponsoren. Mit Christoph Hauser nahm der Prokurist von Steiner & Praschl, einem Premiumpartner der Black Wings, Stellung zum am Montag ausgeschickten Mail des Präsidenten. Er schrieb, es sei unverständlich, dass Freunschlag diese angekündigten Strukturänderungen vornehmen wolle, zumal man in seinem Team weder wirtschaftlichen Background noch die nötige Erfahrung sehe. Die Black Wings bräuchten Köpfe wie die derzeitigen Vizepräsidenten und den Manager mit seinem gesamten Team.

Und die Corona-Krise sei nicht die Ausrede, dass mehrere Sponsoren diesen Weg nicht mitgehen würden. Abschließend forderte Hauser: "Verlassen Sie nicht nur das hohe Ross, sondern machen Sie den Weg frei!"

Ebenfalls am Mittwoch kam die Antwort der Firma Holter, Exklusivpartner der Black Wings, an Freunschlag, die den OÖN ebenfalls vorliegt. In letzter Zeit seien die Unstimmigkeiten im Verein immer spürbarer geworden, weshalb der sich automatisch verlängernde Sponsorvertrag gekündigt wurde und von weiteren Entwicklungen abhängig gemacht wird.

"Es ist mit unverständlich, wie man ein seit vielen Jahren erfolgreiches Gerüst in einem Handstreich vom Tisch fegen kann, alle Erfolgsfaktoren aufs Spiel setzt und dadurch die Zukunft des Vereins riskiert", schreibt Geschäftsführer Michael Holter, der einen personellen Neustart an der Spitze des Vereins fordert.

Das weitere Vorgehen hänge weniger von den Auswirkungen der Coronakrise ab, sondern davon, ob das "vage Konzept" realisiert werde.

Am Donnerstag erfuhren die OÖN von einem eingeschriebenen Brief der mächtigen Säulen im Klub: Linz AG und Haupt- und Namenssponsor LIWEST fordern Freunschlag auf, alles offen zu legen und seinen Rückzug anzutreten. Zeigt er sich kooperativ, würden seine unbestrittenen Verdienste für den Verein (Freunschlag ist seit 2005 im Vorstand, seit 2008 Chef) auch entsprechend gewürdigt werden. Und zwar mit einer Ernennung zum Ehrenpräsidenten (ohne Mitspracherecht).

Als neue Vereinschefin ist eine "Integrationsperson" erstrebenswert. Laut OÖN-Informationen könnte Kristine "Tina" Egger, an der Seite von Bruder Karl Egger Geschäftsführerin bei KE KELIT, in diese Rolle schlüpfen.

Wer ist eigentlich Vereinsmitglied?

Am Donnerstag erreichte uns das E-Mail eines verwunderten Vaters, dessen Sohn zwar für die Black Wings spielt (U11), aber nicht als Mitglieder im Verein eingetragen sei. Ebenso seien die Trainer keine Mitglieder. "Unsere Kinder dürfen nur die Dressen tragen. Meiner Meinung nach einzigartig im Sport/Vereinswesen". Das wirft die Frage auf, wer denn eigentlich Vereinsmitglied ist, und wer nicht.

Am Freitag wandte sich ein weiterer Vater per E-Mail an die OÖN: "Mein Sohn spielt in der U16. Meines Wissens sind wir keine Vereinsmitglieder, da wir für unsere Kinder Ausbildungskosten bezahlen. Im konkreten Fall sind das 700 Euro plus 30, wenn ein Spieler-Trikot benötigt wird. Weitere Kosten sind anteilige Kosten für Übernachtung, Verpflegung, Reisekosten. Ihr Artikel hat mich darüber nachdenken lassen, wie es möglich ist, dass ein Spieler überhaupt an Meisterschaften teilnehmen kann, wenn er nicht in einem Verein gemeldet ist."

 

Der Artikel wird an dieser Stelle verlängert, sobald es neue Reaktionen gibt.

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