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Black Wings

Der Countdown läuft: Zweiter Anlauf für den EHV Linz

Von Alexander Zambarloukos  04. Januar 2021 15:36 Uhr

Das Logo des EHV Linz

Der neu gegründete Eishockeyverein, der mit der Akademie Oberösterreich kooperiert, plant den Einstieg in die höchste Spielklasse. Eine Entscheidung der Liga wird für Mitte Februar erwartet

Der EHV Linz unter der Führung von Präsidentin Kristine Egger (KE-KELIT) und „Vize“ Stefan Gintenreiter (LIWEST) wird wie erwartet einen zweiten Anlauf starten, um die Spielgenehmigung für die höchste Eishockey-Spielklasse (ICE Hockey League) zu bekommen. Eine Entscheidung ist für Mitte Februar zu erwarten.

Die Voraussetzungen für die Aufnahme hatte der Verein, der mit der Eishockey-Akademie Oberösterreich eng zusammenarbeitet, bereits im Sommer 2020 erfüllt. Damals wurde aber bei der Abstimmung per Umlaufbeschluss unter den aktuellen Liga-Mitgliedern (mit Ausnahme der Bratislava Capitals) die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit knapp verfehlt. Das Ergebnis wurde nie publik, es soll 6:4 zugunsten des EHV ausgefallen sein, hieß es hinter vorgehaltener Hand.

Ein 7:3 wäre ausreichend gewesen. Das braucht es auch diesmal. Die Bedingungen für den Einstieg haben sich nicht geändert.

Streit auf Vorstandsebene als Auslöser für die Abspaltung

Die Gründung des EHV Linz wurde zu Ostern 2020 öffentlich gemacht. Ausschlaggebend für die Neuorientierung war ein Streit auf Vorstandsebene bei den Black Wings (im März) gewesen. Deren Klubchef Peter Freunschlag hatte bezüglich der Personalie Christian Perthaler (damals Manager) seine Vizepräsidenten Karl Egger, Peter Matausch und Peter Zauner, die sich für Perthaler ausgesprochen hatten, überstimmt.

Aus Freunschlags Perspektive „zurecht, weil ich hafte“. Der Versuch einer Annäherung zwischen den Streitparteien, bei dem auch die Fanclubs eine Vermittlerrolle einnahmen, scheiterte.

Sollte der EHV Linz jetzt grünes Licht bekommen, gäbe es ab September 2021 zwei Linzer Vereine in der höchsten Liga. Hallenbetreiber Linz AG hatte vor Monaten in einer Aussendung mitgeteilt, dass in der Eishalle an der Unteren Donaulände ausreichend Platz für zwei Oberhaus-Vereine sei. Eine große logistische Herausforderung wäre das aber allemal.

Freunschlag gibt sich kämpferisch

Die Black Wings 1992, die vor dem morgigen Heimspiel gegen die Vienna Capitals (19.15 Uhr, Liveticker auf nachrichten.at) am Tabellenende stehen, werden das Feld nicht freiwillig für den EHV räumen. Präsident Freunschlag zeigte sich zuletzt in seiner Weihnachtsansprache (auf der Homepage) kämpferisch. „Ich bin mir sicher, dass wir die Black Wings zu neuen Höhenflügen zurückführen werden“, sagte der Immobilien-Unternehmer.

Kommen die Black Wings ihren finanziellen Verpflichtungen nach, gibt es von Liga-Seite keinen Grund, den Verein mit Sanktionen zu belegen. Der Prozess vor dem Landesgericht Linz am 9. Dezember 2020 (die Ex-Black-Wings-Spieler Rick Schofield, Mark McNeill und Juraj Valach hatten ausstehende Gehälter eingeklagt) ließ nicht nur Liga-Vertreter, sondern auch die Spielergewerkschaft hellhörig werden.

842 Unterschriften

In Fan-Kreisen intensiviert sich der Widerstand gegen Freunschlag und den von ihm eingesetzten General Manager Gregor Baumgartner. Am 22. Dezember wurde eine Online-Petition unter dem Titel „Rücktritt der Führungsebene der Steinbach Black Wings 1992“ gestartet. Bis heute Nachmittag haben 842 Personen unterschrieben.  

Der letzte Platz im Ranking ist jedenfalls kein K.-o.-Kriterium, es gibt keinen sportlichen Absteiger aus der Liga, die grundsätzlich Expansionsambitionen hat. Im Sommer 2020 war nicht nur die Aufnahme des EHV Linz ein Thema, sondern auch die Rückkehr von Olimpija Ljubljana (derzeit in der Alps Hockey League) diskutiert worden. Wünschenswert ist zudem eine gerade Anzahl an Vereinen. Derzeit sind es elf.

Neueinsteiger Bratislava Capitals war in der „Causa EHV Linz“ nicht stimmberechtigt, Znojmo hat sich wegen finanzieller Einbußen in Zeiten der Corona-Pandemie eine Auszeit in der ICE Hockey League genommen.

„Erstklassiges und begeisterndes Eishockey“

Dass die Black Wings und der EHV Linz noch zusammenfinden, scheint nach den Querelen in der jüngeren Vergangenheit ausgeschlossen. Diesbezüglich gibt es auch keinerlei Bestrebungen von beiden Seiten. Der EHV Linz wird also beim neuerlichen Umlaufbeschluss wieder die Gegenstimme der Black Wings einkalkulieren müssen.

Eine Entscheidung sollte deshalb zeitnah fallen, damit der EHV Linz - ein positives Ergebnis vorausgesetzt - früh mit der Kaderplanung beginnen kann. Letztere fällt in den Zuständigkeitsbereich von Geschäftsführer Perthaler.

„Unser Ziel ist klar: Wir wollen nächste Saison erstklassiges und begeisterndes Eishockey in Linz bieten“, sagte Kristine Egger: „Wir haben das Nein im Juni vor allem als Auftrag gesehen, weiterzuarbeiten und unser Gesamt-Paket für den Eishockey-Sport in Oberösterreich zu adaptieren.“

Große Unterstützung erfährt der neue EHV Linz aus Wirtschaft und Politik, auch das oberösterreichische Eishockey-Publikum lechzt nach einer schlagkräftigen Mannschaft. „Der EHV Linz ist in seiner jungen Geschichte stets als Einheit zusammengestanden und wird das auch weiterhin tun“, betonte Gintenreiter: „Teamgeist und Professionalität, Zusammenhalt und Transparenz, Regionalität und Kontinuität sind in in der DNA unseres Vereins fest verankert.“

Artikel von

Alexander Zambarloukos

Redakteur Sport

Alexander Zambarloukos
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