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Black-Wings-Manager Baumgartner: "Wir fangen von vorne an"

Von Markus Prinz, Alexander Zambarloukos   09.September 2021

EHC-Manager Gregor Baumgartner

Die Steinbach Black Wings bestreiten am Freitag (19.15 Uhr) gegen MAC Budapest in der Linz-AG-EisArena das vorletzte Vorbereitungsmatch für die am 17. September beginnende ICE Hockey League 2021/22, die Generalprobe steigt am Sonntag (17 Uhr) gegen die Graz 99ers. Die OÖN sprachen mit Klubmanager Gregor Baumgartner über abgebaute Altlasten, Saisonziele und das generelle Stimmungsbarometer. 

Die Vorzeichen sind nicht die schlechtesten: Der Kader hat nicht zuletzt durch die Verpflichtung des quirligen Stürmers Rafael Rotter, einen der namhaften Akteure in der Meisterschaft, ein Upgrade erhalten. Außerdem hat man mit der Stadt Linz, deren Wappen auch die Trikots zieren wird, einen wertvollen Partner zurückgewonnen. Bürgermeister Klaus Luger wird kommenden Mittwoch bei einer Pressekonferenz zu Gast sein und den Schulterschluss mit den Black Wings besiegeln.

Auch die Fanclubs (Overtime mit neuem Vorstand, Bully:Absolut, Powerplay Enns) haben ihre lautstarke Unterstützung zugesagt. Kommunikation und das Ziehen an einem Strang sind Faktoren, die dem neuen Klubchef, Peter Nader, wichtig sind. Die Ära Peter Freunschlag ist tatsächlich Vergangenheit. Jetzt gilt es, sich jenen Kredit, der durch Streitigkeiten auf Vorstandsebene im März 2020 verloren ging, mit harter Arbeit zurückzuholen.

Baumgartner weiß, dass der Weg kein leichter sein wird. Vollmundige Ankündigungen wird man vom ehemaligen Nationalspieler nicht zu hören bekommen, dafür hat er in den vergangenen Jahren zu viel (Negatives) erlebt. "Ich bin ein gebranntes Kind", sagte er im OÖN-Interview.

OÖNachrichten: Am Freitag, dem 17. September (19.15 Uhr), starten die Black Wings mit dem Heimspiel gegen Red Bull Salzburg in die neue Saison. Vor 4865 Fans, also vor einem vollen Haus?

Gregor Baumgartner: Von den Bestimmungen her wäre es möglich. Wir haben die volle Kapazität. Es gilt die 3G-Regel samt Registrierung. Wir werden die Halle früher, wahrscheinlich noch vor 18 Uhr öffnen, um alles ordnungsgemäß abzuwickeln. Ich kann es wirklich nicht abschätzen, wie viele kommen werden. Die Vorbereitungs-Heimspiele gegen Bad Nauheim und Budweis stimmen mich aber zuversichtlich. 800 Fans waren da, auch Trommelwirbel. Wir müssen die Zuschauer wieder überzeugen und einen Auslöser im Geist schaffen: „Oida, die spielen, da müssen wir hingehen.“

Es gibt nach wie vor Skeptiker, die sich fragen: Ist das Theater der Vergangenheit tatsächlich Geschichte?

Ja, wir fangen von vorne an. Es ist ein Neustart bei null, ohne Altlasten. Wir haben neue GmbHs, neue Konten, über die alles abgewickelt wird. Peter Freunschlag hat weder im Verein noch in den GmbHs etwas zu sagen. Er hat seine Eintrittskarte, die steht ihm auch zu. Und wenn er in die Halle kommt, dann tut er das als ehemaliger Präsident, als Vater (von Spieler Stefan Freunschlag, Anm.) oder als jemand, der mit den Black Wings sympathisiert. Ich möchte nicht mehr zurückblicken, sondern nur noch nach vorne.

Dann tun wir das. Wo sehen Sie die Black Wings am Ende der Saison 2021/22?

Ich erwarte mir nicht, dass alles super wird, sondern nur, dass wir gut und hart arbeiten. Das Wort „müssen“ mag ich nicht oft verwenden. Wir sollten besser sein als in der abgelaufenen Saison. Da waren wir Neunter. Wenn wir diesmal nach dem Grunddurchgang nicht in den Top Ten (gleichbedeutend mit Play-offs oder Pre-Play-offs, Anm.) wären, wäre es nicht so gut. Aber daran will ich nicht denken. Wir hatten diesmal mehr Zeit für die Kaderzusammenstellung, vorher haben die Turbulenzen hinter den Kulisssen Spielerverpflichtungen nicht einfach gemacht. Noch im Winter haben einige Spieler, die wir angefragt hatten, gesagt: „Linz? Vergiss es!“. Das hat sich geändert. Wir wollen wieder dorthin, wo es heißt, die Black Wings haben ein cooles Umfeld, das interessiert mich schon.

Kann Trainer Dan Ceman aus dem Vollen schöpfen?

Leider nicht. Verteidiger Raphael Wolf fällt noch ein paar Wochen aus, da haben wir nachjustiert und David Maier vom KAC ausgeliehen. Wir halten immer Ausschau nach jungen Österreichern, jetzt hat es geklappt. Bei unserem Stürmer Kai Kantola (Knieverletzung, Anm.) sieht es nicht so gut aus, da geht es eher in Richtung Langzeitausfall.

Wird Kantola nachbesetzt?

Wir wissen noch nicht ganz genau, wie lange Kai wirklich ausfallen wird. Es ist möglich, dass wir reagieren müssen. Aber aktuell wollen wir noch zuwarten.

Etwas, das der Mannschaft in der Vorsaison gefehlt hat, war das Secondary Scoring, also die Torgefährlichkeit der zweiten, dritten und vierten Angriffsformation. Sehen Sie sich heuer besser aufgestellt?

Ja. Wenn die erste Reihe trifft, stehen die Siegchancen gut. Wenn nicht, hatten wir im Vorjahr ein großes Problem. Heuer haben wir mit Emilio Romig, Rafael Rotter und Kai Kantola gute Leute verpflichtet, die uns in Kombination mit einem Andreas Kristler, einem Will Pelletier und einem Stefan Gaffal mehr Möglichkeiten geben.

Andris Dzerins ist also als Center der ersten Sturmreihe vorgesehen?

Ja, so sieht es jetzt einmal aus. 

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26. Oktober 2021