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Olympische Spiele

Wie sich die Medaillenfabrik für die Winterspiele rüstet

06. August 2021 00:04 Uhr

Wie sich die Medaillenfabrik für die Winterspiele rüstet
Wasserspringerin Quan Hongchan (APA)

Olympisches Spektakel: China ist aktuell die Top-Nation in Tokio und in sechs Monaten als Ausrichter gefordert.

34 Gold-, 24 Silber-, 16 Bronzemedaillen – China ist mit dem Respektvorsprung von fünf Olympiasiegen auf die USA die Nummer eins im Medaillenspiegel von Tokio. Gestern gesellten sich zwei Titel hinzu: Die Tischtennis-Damen erfüllten im Teambewerb mit dem 3:0 gegen Japan die Pflicht, Wasserspringerin Quan Hongchan servierte die Kür. Die erst 14-Jährige krönte ihr internationales Debüt mit einer bemerkenswerten Performance vom Turm, in der zweiten und vierten Runde bekam das Supertalent von allen Wertungsrichtern die Höchstnote 10.

Chinas olympischer Goldrausch in Tokio ist für das Riesenreich die perfekte Steilvorlage für Pekings Winter-Spektakel im Februar 2022. Die Spiele sollen auf jeden Fall stattfinden. Tatsächlich sind so gut wie alle Wettkampfstätten längst fertig. Wenige Antworten gibt es aber auf die Frage, wie bei den Winterspielen mit Covid-19 umgegangen werden soll.

"Die Pandemie wird bis dahin nicht in der ganzen Welt vorbei sein", sagt IOC-Präsident Thomas Bach. "Also müssen wir realistisch sein und die richtigen Maßnahmen treffen." Das fängt schon bei den Testveranstaltungen an, wenn die Sportler ab Herbst auf den Bahnen und Pisten im Einsatz sein werden. Zehn Probeläufe mit internationaler Beteiligung sind für die Winterspiele vorgesehen.

"Wir werden aus den Erfahrungen in Tokio lernen und das mit eigenen, zusätzlichen Gegenmaßnahmen kombinieren", macht Planungs- und Bau-Chef Liu Yumin vom Organisationskomitee deutlich, dass Peking auf jeden Fall noch mehr tun wird als das, was in Tokio getan wurde.

Mit strengen Maßnahmen wie Quarantäne, Massentests, Ausgangssperren und strikten Einreisebeschränkungen verfolgt China seit vergangenem Sommer ziemlich erfolgreich eine "Null-Covid-Strategie". Der jüngste Ausbruch der gefährlichen Delta-Variante, die sich seit Ende Juli über nur drei Infektionen durch ein russisches Flugzeug in Nanjing rasant in China verbreitet hat, lässt die Verantwortlichen jetzt jedoch noch viel vorsichtiger werden.

Ein Olympia-Leben in "Blasen"

Jeder Einreisende muss heute schon mindestens zwei Wochen in eine Quarantäne-Einrichtung, was ausländischen Zuschauern für Olympia kaum zugemutet werden kann. Und wie ist es mit den Athleten, die ja trainieren müssen? Oder mit Betreuern und Medienvertretern? Vieles deutet auf "Blasen" hin, in denen sich die Sportler isoliert bewegen. Dafür sprechen auch temporäre Einrichtungen wie "gesonderte Passagen", "Trennwände" und "Isolationspunkte", die geplant sind.

Nicht nur die Pandemie ist ein Unsicherheitsfaktor. Auch politisch sind die Spiele ein Minenfeld. So nehmen weltweit Aufrufe zu, Olympia wegen der Menschenrechtslage in der Volksrepublik zu boykottieren. Sowohl die Lage in Hongkong, wo die Regierung hart gegen die pro-demokratische Bewegung vorgeht, als auch die Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Region Xinjiang stehen in der Kritik.

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