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Iran feiert einen "goldenen Schuss"

Von Michael Wrase   27.Juli 2021

Iran feiert einen "goldenen Schuss"
Olympiasieger Foroughi

Einen Sturm der Begeisterung im ultrakonservativen Establishment des Iran hat bei den Olympischen Spielen in Tokio ein Mitglied der von den USA als Terrororganisation eingestuften Revolutionsgardisten gesorgt: Javad Foroughi gewann überlegen Gold mit der Luftpistole über zehn Meter. Mit einem "goldenen Schuss" habe der 41-Jährige Geschichte geschrieben, titelte die staatliche Tageszeitung "Iran", die Foroughi als "einen Verteidiger der Gesundheit und des Schreins" feiert – und damit eine Reihe von Fragen aufwirft.

Als Krankenpfleger in einem Feldlazarett der sogenannten "Jerusalem-Kräfte" der iranischen Revolutionsgardisten soll der iranische Medaillengewinner in Syrien verwundete Kameraden gesund gepflegt haben. Der von besagter Zeitung erwähnte Schrein, bei dem es sich um die bei Damaskus gelegene Grabstätte der Sayyida Zainab, der Tochter des schiitischen Imam Ali, handelt, wurde während des syrischen Bürgerkrieges dagegen mit Waffengewalt verteidigt. Daran beteiligt war vermutlich auch der iranische Olympiasieger.

Das Schießen mit der Luftpistole will sich der Iraner allerdings im Keller des Teheraner Baqiyatallah-Krankenhauses beigebracht haben. Nach iranischen Medienberichten kümmerte sich Foroughi in dem Spital um Corona-Kranke. Nicht nur dort wurde am Wochenende das iranische Schieß-Gold ausgelassen feiert. Auch der gewählte iranische Präsident Ebrahim Raisi, der in acht Tagen sein Amt antritt, und Revolutionsführer Ali Khamenei ließen es sich nicht nehmen, dem neuen Volkshelden persönlich zu gratulieren.

Der von Gardistenchef Hossein Salami als "überschwänglicher Wächter der Islamischen Revolution" gefeierte Foroughi hatte bereits während der Siegerehrung am Sonntag mit einem zackigen militärischen Gruß seine Loyalität gegenüber seinem Kommandanten demonstriert. Dass die USA die Gardisten als Terrororganisation eingestuft haben, spielte in Tokio offenbar keine Rolle. Schließlich hätten auch andere Länder Armeeangehörige zu den Olympischen Spielen geschickt, meinte ein iranischer Sportfunktionär lakonisch.

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