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Olympische Spiele

"Heiße Sohle": Warum in Tokio laufend Rekorde purzeln

05. August 2021 00:04 Uhr

"Heiße Sohle": Warum in Tokio laufend Rekorde purzeln
Lamont Marcell Jacobs

TOKIO. Eine neue Schuh-Technologie macht die Laufbahn im Olympia-Stadion zum "Trampolin" und beflügelt so die Athleten.

Wie geht das? Diese Frage steht derzeit täglich im Olympia-Stadion von Tokio im Raum, wo in den Laufbewerben Rekorde und persönliche Bestleistungen purzeln. Am Dienstag durchbrach der Norweger Karsten Warholm über 400 Meter Hürden in 45,94 Sekunden die 46-Sekunden-Schallmauer, gestern verbesserte die US-Amerikanerin Sydney McLaughlin ebenfalls über 400 Meter Hürden in 51,46 Sekunden ihren eigenen Weltrekord um 44 Hundertstel. Eine Erklärung für derartige Leistungen liefert die Technik. Die neue Laufbahn im Olympia-Stadion verbunden mit einer innovativen Bauweise bei den Laufschuhen soll die Läufer so beflügeln, dass sie in neue Sphären kommen.

Die italienische Firma Mondo hat in dreijähriger Tüftelei die olympische Laufbahn entwickelt. Die Oberfläche besteht aus dreidimensionalen Gummikörnchen, die eine Stoßdämpfung und eine Energierückgabe ermöglichen, wie "bei einem Trampolin", sagt Entwickler Andrea Vallauri. Aber auch durch modernes Hightech-Schuhwerk sind jetzt offenbar gewaltige Steigerungen möglich. Reaktive Schaumstoffe, Kohlenstofffasern und Karbonplatten sind die Materialien, die aus nicht mehr als 132 Gramm wiegenden Spikes mit Titan-Dornen einen "Formel-1-Schuh" für Sprinter machen: mit Rückfederung und damit Vorwärtsantrieb. Blitzschnelle Bahn, rasante Spikes: Davon profitierte auch Italiens Sprint-Olympiasieger Lamont Marcell Jacobs, der am Sonntag über 100 Meter aus dem Nichts in 9,80 Sekunden den Europarekord verbesserte.

Unerwartete Top-Leistungen befördern in der Leichtathletik allerdings auch konkrete Zweifel, ob Rekorde nur auf technischem Fortschritt, Training und Talent basieren – oder ihnen auch mit verbotenen Mitteln nachgeholfen wird. In der Pandemie gab es Monate, in denen das globale Anti-Doping-System stillstand. Erst im vergangenen halben Jahr wurde mit Hilfe der Internationalen Test-Agentur ein umfangreiches Kontrollprogramm initiiert. Dabei wurden gleich zehn Doping-Sünder in Nigeria ausfindig gemacht.

Ein Fall wie jener der Sprinterin Blessing Okagbare zeigt, wie mutmaßlich bedenkenlos alles für den illegalen Erfolg eingenommen wird. Sie wurde in Tokio bei einer Dopingkontrolle positiv auf das menschliche Wachstumshormon getestet und aus dem Starterfeld genommen.

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