Olympia 2018

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Dieses Silber war längst überfällig

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Peter Penz und Georg Fischler behielten im Eiskanal die Nerven. Bild: Reuters

Dieses Silber war längst überfällig

Peter Penz und Georg Fischler schüttelten das Desaster von Sotschi ab und wurden Zweite im Rodel-Doppelsitzer – Heute (13.30 Uhr) haben sie mit dem Team die nächste Chance.

Von Alexander Zambarloukos aus Pyeongchang, 15. Februar 2018 - 00:04 Uhr

Österreichs Parade-Doppelsitzer Peter Penz (33) und Georg Fischler (32) sind endgültig aus dem langen Schatten der Linger-Brüder (2x Gold, 1x Silber) getreten. Gestern haben sie im Alpensia Sliding Centre jene Rodel-Olympiamedaille gewonnen, die sie 2014 in Russland durch kapitale Fahrfehler weggeworfen hatten. Rückfall von Rang drei auf 19 – eine sportliche Tragödie, an der die beiden Tiroler lange zu knabbern hatten.

Schön, dass sie jetzt Frieden mit den fünf Ringen schließen konnten. Als Zweite hinter den Deutschen Tobias Wendl/Tobias Arlt, die im Ziel nur 88 Tausendstel Vorsprung hatten.

Das ist kein Beinbruch für Penz/Fischler, die im Spätherbst ihrer Karriere immer noch die Chance auf Gold haben. Und zwar in der heutigen Team-Staffel (13.30 Uhr) an der Seite von Einer-Olympiasieger David Gleirscher, der gestern mit rot-weiß-rot gefärbten Wangen am Eiskanal mitfieberte, und Madeleine Egle, der Neunten im Damen-Bewerb.

"Perfekt! Ein Traum ist für uns in Erfüllung gegangen. Ein Bierchen werden wir trinken, aber dann haben wir noch eine Aufgabe", lächelte Penz bei der improvisierten Party im "House Austria".

Die Sektflaschen bleiben noch geschlossen, Penz und Fischler fokussiert. Ein Felsbrocken ist ihnen definitiv vom Herzen gefallen, die Anspannung nach dem Sotschi-Desaster war gewaltig gewesen. "Damals sind wir zwar auch schon routiniert gewesen, aber es waren unsere ersten Olympischen Spiele, das hat uns überfordert. Wir haben zu viel riskiert", erinnert sich das Duo, das Lehren daraus gezogen hat. "Diesmal war es taktisch in Ordnung. Wir sind nicht auf dem letzten Zacken gefahren, sonst wäre mehr möglich gewesen." Oder weniger.

Sie haben eine tolle Leistung abgeliefert und hart an sich gearbeitet. Nach dem Sturz in Winterberg (November) war die Formkurve stark steigend, nach Rückschlägen (wie der Herzmuskelentzündung von Fischler Ende 2016) hatten die beiden immer wieder Halt in ihren Familien gefunden.

Wohltuend geerdet

Penz, der Tränen in den Augen hatte, ist mit Michaela verheiratet, die Kinder Emilia (5 Jahre) und Linda (10 Monate) sind sein ganzer Stolz. Mit Fischler freuten sich seine Sonja sowie ihr gemeinsamer Nachwuchs (Elias/5 Jahre, Emily/3). Grüße in die Heimat waren Programm, aber auch große Worte für ihre viertplatzierten Landsleute Thomas Steu/Lorenz Koller (Vorarlberg). "Die sind erst 23 (Steu 24, Anm.) und unsere Nachwuchshoffnungen. Wir hätten auch ihnen eine Medaille gegönnt, aber ihre Zeit wird kommen", betonten Penz und Fischler, die so wohltuend geerdet sind. Die große Bühne ist für sie kein Neuland. Sie waren schon Europa- und Vize-Weltmeister.

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