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"Niki Lauda war der Pilot, der zwei Mal lebte"

Von nachrichten.at/apa   22.Mai 2019

Anlässlich seines 70. Geburstages wandte sich Niki Lauda via Ö3 an die Öffentlichkeit: "Es war etwas rumpelig, aber es ist alles geschafft", sagte er nach seiner Lungentransplantation im Sommer 2018.

"Gazzetta dello Sport": "Niki Lauda, ein Mythos, das zwei Mal lebte. Der Ex-Pilot, den man ungerechterweise als 'Computer' bezeichnete, war eine Person tiefer Gefühle mit einer verborgenen Religiosität: Hart, pragmatisch, sensibel und wenn notwendig nachgiebig. Er war ein freier Mensch, der bis zum Endziel Spaß an der Formel 1 hatte, und den Mitmenschen Ausgewogenheit schenkte in einer Alchemie aus Vernunft, Gefühlen und mysteriösen Strömungen."

"Corriere dello Sport": "Unsterblich: Niki Lauda war der Pilot, der zwei Mal lebte. Er hat die Formel 1 geändert, dem Tod ins Gesicht geschaut und die Angst gekannt. Er war charismatisch und allgegenwärtig. Niki Lauda war in der Formel 1 auch in den Zeiten präsent, in denen er sich von ihr entfernt hatte, weil er die Lauda Air gegründet hatte. Lauda war in der Formel 1 allgegenwärtig, weil er selber die Formel 1 verkörperte."

"Corriere della Sera": "Lauda, der Mann, der von der Hölle zurückkehrte. Talent, klarer Kopf, Charakter und dieser Name, der wie eine Marke klingt (...) Bei den Rennen, im Geschäft, bei den Verhandlungen über Verträge, in den Beziehungen zu den Sponsoren, sowie im Kampf um die Sicherheit: Lauda war ein wahrer Chef."

"La Repubblica": "Das letzte Rennen Niki Laudas. Die Welt trauert um einen Piloten, der mit seinem Stil die Formel 1 verändert hat. Die Flammen auf dem Nürburgring hatten sein Gesicht, nicht seinen Charakter entstellt. (...) Lauda hat bewiesen, dass man im Leben weitermachen kann und muss, dass man Ziele ändern kann, dass wir besser als unsere Narben sind."

"Il Messaggero": "Lauda, der Pilot, der den Tod überholte. Er hatte keinen einfachen Charakter, sein Leben war von schwierigen Beziehungen geprägt. Doch er war ein großartiger Pilot, einer der besten aller Zeiten. Er siegte, weil er gut vorbereitet, entschlossen und rechnerisch war."

DEUTSCHLAND

"Die Welt": "Doch dieser Wille zur Selbstdisziplin und seine Furchtlosigkeit waren Zeit seines Lebens dominante Charaktereigenschaften bei ihm. Nicht zuletzt deshalb wurde er zur Legende in seiner Sportart."

"Bild": "Wenn es einen Menschen gibt, der den Tod in seine Schranken wies, dann war es Niki Lauda. Der Tod ist unser aller Gegner. Niki Lauda ist der Kampfpilot gegen den Tod. Er kämpfte um sein Leben. Er gab nicht auf. Automatische Beatmungsgeräte hielten ihn am Leben. Niki Lauda hing am Leben. Der Tod ist keine Alternative zum Leben. Niki Lauda ist ein Kämpfer für das Leben."

"Süddeutsche Zeitung": "Wenn ein Mensch überlebt hat, gegen jede Wahrscheinlichkeit, kann man sich oft nicht mehr so recht vorstellen, dass er überhaupt noch sterblich ist... Am 20. Mai nun ist Niki Lauda, der vor 43 Jahren verbrannte und weiterlebte, im Kreise seiner Familie gestorben."

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Lauda, das ist die Ironie seiner Biographie, war der Kopf der Formel 1. Intelligent, hart gegen sich und andere, diszipliniert, lernfähig, durchsetzungsstark. In seiner Ära galt die Szene als verrucht. Man rauchte, man trank, man genoss das Leben in vollen Zügen am Swimmingpool, als gäbe es kein Morgen. Das war auch so.

SCHWEIZ:

"Neue Zürcher Zeitung": "Lauda äußerte sich stets pointiert, aber nicht um der Pointe willen, sondern weil er so war. Analytisch, kompromisslos, so hart gegen andere wie gegen sich selbst. Nicht nur mit Worten."

Lesen Sie auch den Nachruf auf Niki Lauda, geschrieben von OÖN-Sportchef Christoph Zöpfl und Wirtschaftschef Dietmar Mascher. 

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18. Juli 2019