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Motorsport

Mercedes: Waterloo in Hockenheim

29. Juli 2019 00:04 Uhr

Mercedes: Waterloo in Hockenheim
Gut gemacht – Vettel gratuliert Max Verstappen (re.) zum Sieg in Hockenheim.

HOCKENHEIM. Formel 1: Ausgerechnet beim 125-Jahr-Jubiläum sah der Saison-Dominator alt aus, Verstappen war im Regen-Chaos mit allen Wassern gewaschen, Vettel ein zweiter Sieger.

Mercedes hat sich für sein Heimspiel auf dem Hockenheimring am Wochenende besondern fesch herausgeputzt. Die Formel-1-Boliden bekamen einen besonderen Anstrich, die Crew zeigte sich in schicker Retro-Kleidung. Man trat außerdem auch als Rennsponsor in Erscheinung, feierte seinen 200. Formel-1-Grand-Prix und das Jubiläum "125 Jahre Motorsport". Theoretisch. Denn praktisch erlebte die Mannschaft von Teamchef Toto Wolff in einem vom Regen beeinträchtigten Chaos-Grand-Prix ein Waterloo. Am Ende schaute man ohne Punkt wie ein begossener Pudel aus.

Das Red-Bull-Team zeigte sich hingegen mit allen Wassern gewaschen. Ein (fast) fehlerloser Max Verstappen feierte nach seinem Triumph in der Steiermark seinen zweiten Saisonsieg. Und dann gab es noch einen zweiten Sieger: Ferrari-Star Sebastian Vettel, der nach technischen Problemen am Samstag vom 20. und letzten Startplatz ins Rennen gegangen war, eroberte in einem von vielen Safety-Car-Phasen gekennzeichneten Rennen Platz zwei. Auch der Russe Daniil Kwjat stand mit Genuss unter der Champagner-Dusche. Der Jung-Vater (die Tochter kam in der Nacht auf Sonntag zur Welt) egalisierte als Dritter seine bisher beste WM-Platzierung und verhalf der Scuderia Toro Rosso zum erst zweiten Podestplatz in der Formel-1-WM.

Kurve 17 wurde gestern zur Endstation Hoffnung. Ferrari-Wunderknabe Charles Leclerc warf hier genauso sein Auto und ein gutes Rennen in die Streckenbegrenzung wie Nico Hülkenberg, der im Renault zwischenzeitlich schon auf einem Podestplatz lag. Lewis Hamilton konnte nach einem Ausrutscher gerade noch in die Boxengasse abbiegen, wo die Mercedes-Crew ungefähr so strukturiert arbeiteten wie Chaos-Kellner. Rund 50 Sekunden hatte es gedauert, bis endlich die vier richtigen Reifen und ein neuer Frontflügel montiert waren. Außerdem fasste Hamilton eine Fünf-Sekunden-Strafe für sein unerlaubtes Abbiegemanöver über den Grasstreifen aus. Letztendlich landete er frustriert und gesundheitlich angeschlagen auf Platz elf außerhalb der Punkte. Als Teamkollege Valtteri Bottas in der Schlussphase auch noch gegen die Streckenbegrenzung rutschte und ausfiel, war das Debakel für die Silberpfeile perfekt.

Mercedes: Waterloo in Hockenheim
Hamilton fährt gegen die Werbebande

Hamilton rückte noch nach vor

Die Fahrer des Teams Alfa Romeo, Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi,wurden in der Nacht aber noch wegen verbotener Anweisungen durch die Boxencrew während der Aufwärmrunde nachträglich mit 30-Sekunden-Zuschlägen bestraft. So kam Hamilton doch noch zu WM-Punkten.

Verstappen freute sich darüber, dass es ihm gelungen war, „möglichst wenige Fehler zu machen“. Vettel steckte die Aufholjagd in den Knochen. „Ich hab mir gedacht, dieses Rennen hört gar nie auf.“ Kwjat sprach von einem Rennen „wie ein Horrorfilm“. (chz)

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