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Motorsport

Hamilton gewann Heimrennen in Silverstone, Verstappen früh out

Von nachrichten.at/apa   18. Juli 2021 18:12 Uhr

Hamilton wurde für die Berührung mit Verstappen bestraft, gewann aber trotzdem.

SILVERSTONE. Lewis Hamilton hat sein Formel-1-Heimrennen in Silverstone nach einer Hollywood-reifen Abfolge der Ereignisse gewonnen. Der Brite fuhr am Sonntag im Mercedes seinen 99. Grand-Prix-Sieg heraus.

Zweiter wurde Ferrari-Mann Charles Leclerc vor Valtteri Bottas im zweiten Mercedes. Die Szene des Rennens hatte sich schon in der ersten Runde in der Copse-Kurve ereignet, in der WM-Leader Max Verstappen nach einer Berührung mit Hamilton abflog und in einen Reifenstapel krachte.

Hamilton fasste für den Überholversuch eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe aus, fing den Langzeit-Führenden Leclerc aber zwei Runden vor Schluss dennoch ab. Red-Bull-Pilot Verstappen wurde nachher eingehend untersucht, der Niederländer dürfte aber unversehrt davongekommen sein. Hamilton verkürzte seinen Rückstand auf Verstappen in der WM-Wertung auf acht Punkte. Es war der achte Sieg des 36-Jährigen in Silverstone. Er feierte mit seiner Mutter, seinem Vater und herzte Hollywood-Star Tom Cruise.

"Das ist ein Traum für mich heute, das vor euch allen zu tun", sagte Hamilton am Ende der bestbesuchten Sportveranstaltung in Großbritannien seit Beginn der Corona-Pandemie im Winter 2020. Allein am Sonntag waren an die 140.000 Menschen an die Strecke gekommen. Zu dem Vorfall mit Verstappen befragt, meinte er, er wäge immer genau ab, wie er in Überholmanöver gehe. "Heute war ich komplett neben ihm, und er hat keinen Raum gelassen." Er habe die Strafe akzeptiert. "Ich habe mir gesagt, ich lasse nichts dazwischenkommen, dass am Schluss die Zuschauer jubeln und die Nationalhymne spielt und die britische Flagge zu sehen ist."

Für Verstappen hatte der Grand Prix von Großbritannien hingegen ein jähes Ende. Der 23-Jährige, der am Samstag im Sprint-Qualifying die Pole Position herausgefahren hatte, drehte sich nach einer Runde, nach einer minimalen Berührung mit Hamilton, bei enorm hoher Geschwindigkeit von der Strecke. Das Rennen wurde daraufhin unterbrochen.

Verstappen stieg selbstständig aus seinem Boliden aus und wurde in der Folge ärztlich untersucht. Den Bildern zufolge wirkte er mitgenommen. "Die erste Meldung war, dass ihm anscheinend nichts Gravierendes passiert ist", sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko im ORF. Später folgten speziellere Untersuchungen im Krankenhaus. "Er war immer bei Bewusstsein. Sein Vater ist bei ihm, der Team-Physio ist bei ihm. Mit denen habe ich gesprochen, und er ist okay", berichtete Teamchef Christian Horner. Laut Red Bull überlebte Verstappen einen Aufprall mit schier unglaublichen 51 G-Kräften.

Der Wagen des 23-Jährigen trug schweren Schaden davon, die gesamte rechtsseitige Aufhängung war komplett zerstört. Hamilton zog sich Schäden am Frontflügel zu, der wurde in der Pause ausgetauscht.

Die Berührung zwischen Hamilton und Verstappen.

"Die ganze Schuld liegt bei Hamilton"

Um 16.46 Uhr wurde das Rennen durch einen stehenden Start wieder aufgenommen. Als Führenderer fuhr Leclerc von der Startaufstellung los. Hamilton kassierte eine beim Boxenstopp abzusitzende Zehn-Sekunden-Zeitstrafe, weil er aus Sicht der Stewards die Kollision verursacht hat.

"Die ganze Schuld liegt bei Hamilton", teilte Horner vor dieser Entscheidung FIA-Renndirektor Michael Masi über Funk mit. "Es war zu hundert Prozent die Kurve von Max." Marko bewertete das Manöver des Mercedes-Piloten als "fahrlässiges bis gefährliches Verhalten". Mit einer Zehn-Sekunden-Strafe sei die Angelegenheit für ihn nicht erledigt. Horner meinte: "Die Strafe passt nicht zu dem kriminellen Verhalten, das er gezeigt hat. Es war an der gefährlichsten Stelle der Strecke." Red Bull prüfe alle weiteren Optionen, sagte er.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte Masi, er habe ein E-Mail mit Diagrammen über die Positionen der Autos geschickt. "So ein Unfall sieht immer hässlich aus. Aber das gehört zum Rennfahren dazu, das ist hart", stellte er im ORF-Interview fest. "Lewis war über die Mitte des Autos hinaus, dann gehört die Kurve dir. Das ist einfach die Regel, das kann man nachlesen. Es gibt sogar Zeichnungen." Strikt nach dem Regelbuch wäre "keine Strafe gerechtfertigt. Das mag vielleicht manchen ärgern, aber das ist einfach so." Hamilton sei jemand, "der nie aggressiv fährt und jemanden rausschießt".

Hamilton jagte Leclerc nach dem Neustart zunächst erfolglos, nach der 27. Runde fuhr er in die Boxengasse. Danach folgten die Konkurrenten. Der nun viertplatzierte Hamilton war dann der schnellste Mann im Feld und überholte zunächst McLaren-Pilot Lando Norris. In der 40. Runde lotste ihn die Mercedes-Führung an Teamkollege Bottas vorbei. Knapp sieben Sekunden musste der WM-Titelverteidiger in den übrigen zehn Runden auf Leclerc gutmachen - was ihm auch gelang. "Ich habe nicht 100, sondern 200 Prozent gegeben, aber es war in den letzten zwei Runden nicht genug", rekapitulierte der Monegasse.

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