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Motorsport

Hamilton erbte den Sieg von Pechvogel Leclerc

Von nachrichten.at/apa   31. März 2019

Lewis Hamilton profitierte vom Defekt beim Ferrari von Charles Leclerc.

SAKHIR. Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton ist am Sonntag unverhofft zu seinem 74. Grand-Prix-Sieg gekommen. Der Mercedes-Mann aus Großbritannien gewann in Bahrain, da bei Ferrari-Jungspund Charles Leclerc etwa zehn Runden vor Schluss das System zur Energierückgewinnung versagte.

Platz zwei ging an den zweiten Mercedes von Valtteri Bottas, Leclerc rettete dank einer Safety-Car-Phase Platz drei. Red-Bull-Pilot Max Verstappen holte den vierten Platz, Sebastian Vettel als zweiter Ferrari-Fahrer musste sich im zweiten Saisonrennen mit Platz fünf begnügen. In der WM-Wertung blieb Bottas in Führung, der Finne liegt nun einen Zähler vor seinem Teamkollegen Hamilton. Der zusätzliche Punkt für die schnellste Rennrunde ging an den Monegassen Leclerc.

Der 21-jährige Leclerc fuhr am Sonntag bei starkem Wind ein souveränes Rennen, führte das Feld nur kurzfristig nicht an, ehe das System zur Energierückgewinnung nicht mehr voll funktionierte. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Wie schade...", stammelte der Monegasse, der von Hamilton und Bottas noch überholt wurde. Es wurde immerhin der erste Podestplatz für Leclerc, der sich auch den Zusatzpunkt für die schnellste Runde schnappte.

"Wir haben sehr viel Glück gehabt", sagte Hamilton, für den es der 74. Grand-Prix-Sieg war, in der Auslaufrunde. "Das war ein extremes Pech für Charles. Er ist ein tolles Rennen gefahren." Es warte noch sehr viel Arbeit auf sein Team, merkte Hamilton an. Tatsächlich hatte Mercedes das gesamte Wochenende über die schlechtere Performance als Ferrari gezeigt.

Die Scuderia schien im 999. Rennen der Formel-1-Geschichte lange Zeit sogar auf Kurs Doppelsieg, bis sich Vettel nach einem Fahrfehler drehte und noch einmal an die Box musste. "Ich habe relativ schlagartig das Auto verloren. Ja, unterm Strich ist es mein Fehler", gab Vettel zu.

"Es hätte eigentlich Charles' erster Sieg sein sollen, und er hätte es auch verdient", meinte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff im ORF-Interview. "Aber du musst die Rennen auch zu Ende fahren, und wir haben das in den letzten Jahren schon gesehen, es ist immer ein Kompromiss zwischen Performance und Haltbarkeit. Am Sonntag werden die Punkte gemacht."

 

Bottas weiter WM-Führender

In der WM-Wertung blieb Bottas in Führung, der Finne liegt nun mit 44 Punkten einen Zähler vor seinem Teamkollegen Hamilton. Red-Bull-Pilot Max Verstappen (27), der am Sonntag auf dem vierten Platz landete, ist Dritter. Dahinter folgen Leclerc (26), Vettel (22) und Alfa-Romeo-Mann Kimi Räikkönen (10).

Vettel zog gleich nach dem Start an Pole-Sitter Leclerc vorbei, der für ein paar Kilometer sogar nur Dritter war. Doch bald hatte sich der Monegasse Platz eins zurückgeholt und fuhr auf und davon. In Australien hatte Ferrari Leclerc noch zurückgepfiffen und ein direktes Duell per Stallorder unterbunden.

Vettel geriet dann gegen Hamilton unter Druck, der sich sozusagen virtuell mit seinem Boxenstopp an dem Deutschen vorbeischummelte ("Undercut"). In der 23. Runde stellte Vettel die Ferrari-Doppelführung wieder her - die hielt aber nicht lange. Hamilton arbeitete sich wieder heran, in der 38. Runde überholte der Brite. Vettel drehte sich im Anschluss ohne Fremdverschulden und beschädigte seine Reifen, was wenig später auch noch zur Folge hatte, dass sich sein Frontflügel spektakulär ablöste.

Vorne entfaltete sich bald darauf das ganze Ferrari-Drama: Bei Leclerc machte sich etwa 15 Runden vor Schluss der Defekt bemerkbar, dem in Führung liegenden Auto standen etwa 150 PS mit einem Schlag nicht mehr zur Verfügung. In der 48. Runde schnappte sich so Hamilton Platz eins, Bottas nutzte seine Chance wenig später.

Zwei Runden vor Schluss rückte zum Glück von Leclerc, nachdem Nico Hülkenberg und Daniel Ricciardo ihre Renault-Dienstwagen abstellen hatten müssen, das Safety Car aus. Dadurch war der Monegasse wenigstens vor einer Attacke von Verstappen sicher.

 
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