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Motorsport

Formel 1: Nach Krimi in der Wüste punktgleich in das große Finale

Von nachrichten.at/apa   06. Dezember 2021 00:04 Uhr

Der Triumph war ein hartes Stück Arbeit.

JEDDAH. Hamilton siegte bei der turbulenten Premiere in Saudi-Arabien vor Verstappen.

Die Formel-1-WM wird im Finale nun zum ganz großen Krimi. Lewis Hamilton gewann gestern den turbulenten und kontroversen Grand Prix von Saudi-Arabien vor seinem großen Widersacher Max Verstappen und geht dank schnellster Rennrunde punktgleich mit dem Red-Bull-Piloten ins letzte Rennen am kommenden Sonntag in Abu Dabi. Verstappen musste sich nach einer Fünf-Sekundenstrafe und mehrfacher knallharter Kompromisslos-Attacken gegen den Briten mit Rang zwei zufrieden geben. Wegen seiner kontroversen Manöver während des Rennens fasste Verstappen schließlich auch noch eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe durch die Rennkommissare aus. Außerdem gab es zwei weitere Strafpunkte für den Red-Bull-Piloten, der nun insgesamt bei sieben steht. Die Stewards beurteilten das Verhalten des Niederländers bei dem Vorfall am Sonntag als "erratisch", das sei die "überwiegende Ursache" für den Zusammenstoß gewesen. Auf das Ergebnis hat die Strafe keine Auswirkung.

Mercedes kontrollierte vorne zunächst das Rennen auf dem neuen, superschnellen Stadtkurs in der Lagune. Es war Haas-Pilot Mick Schumacher, der auf dem in nur sieben Monaten aus dem Boden gestampften Kurs mit einem Unfall in Runde zehn ein Safety Car auslöste und alles auf den Kopf stellte. Hamilton und Bottas kamen sofort zum Reifenwechsel an die Box, Verstappen blieb hingegen draußen. Weil die beschädigten TechPro-Barrieren repariert werden mussten, wurde das Rennen gestoppt.

Lange führte der Red Bull, doch am Ende zog der Silberpfeil vorbei.

Erst der dritte Start glückte

Die Fortsetzung dauerte aber nur Sekunden. Hamilton gewann von P2 aus den Start, Verstappen überholte ihn aber mit einem unerlaubten Abkürz-Manöver in Kurve eins und hinten crashten drei Fahrer. Erneut wurde das Rennen gestoppt, um den Autoschrott von der Strecke zu räumen. Red Bull bekam von Renndirektor Michael Masi zunächst das Angebot, als Schadens-Wiedergutmachung von P2 zu starten. Masi hatte aber übersehen, dass Alpine-Pilot Esteban Ocon im Tumult ganz nach vorne gekommen war. So verlief der Neustart letztlich mit Ocon vor Hamilton und Verstappen. Der Niederländer nutzte die Gunst der Stunde und ging in Kurve eins in Führung.

Auch danach zeigte die Strecke mit kaum Auslaufzonen und vielen Mauern seine Schwächen. Denn immer wieder lösten kleine Unfälle eine Reihe von virtuellen Safety Cars aus. 13 Runden vor Schluss war Hamilton dann an Verstappen doch so gut wie vorbei, ehe der mit Händen und Füßen kämpfende Niederländer wieder abkürzte, um in Führung zu bleiben. „Der Typ ist verrückt“, beschwerte sich Hamilton danach über den Boxenfunk.

Konsterniert: Max Verstappen

Dann kam es sieben Runden vor dem Ende zur umstrittensten Szene des Abends: Obwohl Verstappen verzögerte, um den Platz zurück zu geben, hielt sich Hamilton zunächst zurück, kam aber dem Heck des Red Bull so nahe, dass er bei Verstappens „Bremstest“ seinen Frontflügel beschädigte.

In Runde 42 ließ Verstappen Hamilton vorbei, nur um sich die Führung postwendend zurückzuholen. Dazu kam aber auch eine 5-Sekunden-Zeitstrafe und das Rennen kippte endgültig zugunsten Hamiltons, der danach zu einem seiner wichtigsten Siege fuhr.

Vor der Entscheidung in Abu Dhabi halten beide Piloten nun bei 369,5 Punkten. Der nach Österreich schon 32 Zähler voranliegende Verstappen hat allerdings einen Sieg mehr vorzuweisen. Scheiden beide aus, würde der Niederländer erstmals Weltmeister werden. Zwei Fahrer punktegleich zum Finale gab es in der Formel 1 übrigens bereits einmal. 1974 lieferten sich Emerson Fittipaldi und Clay Regazzoni einen Krimi – mit dem besseren Ende für Ersteren.

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