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Turbulenzen auf dem Red-Bull-Ring

SPIELBERG. Motorrad-Weltmeisterschaft: Superstar Valentino Rossi haderte mit einem Motorschaden, nicht weniger als 13 Piloten kamen bei ständig wechselnden Bedingungen zu Sturz.

Turbulenzen auf dem Red-Bull-Ring

Valentino Rossi musste seine defekte Maschine schieben. Bild: GEPA

Erst die tagelange extreme Hitze, jetzt die dezente Abkühlung gepaart mit teils stärkeren Regenphasen und Verschiebungen – Maschinen, Piloten, Ingenieuren und Mechanikern wird an diesem Wochenende beim Gastspiel der Motorrad-Weltmeisterschaft auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg alles abverlangt. Die hohe Kunst wird sein, die perfekte Feinabstimmung zu finden.

Yamaha und Superstar Valentino Rossi ist das gestern überhaupt nicht gelungen. Der 39-jährige "Dottore", der am Sonntag (14 Uhr, ServusTV) in der MotoGP einen Stockerlplatz anpeilt, hat in Österreich einen klassischen Fehlstart hingelegt und bereits nach Kurve eins sein Einser-Bike mit kapitalem Motorschaden abstellen müssen. Die Dinge laufen suboptimal, die Köpfe rauchen. "Wir müssen Lösungen finden, das ist klar", betonte Rossi, der mit der eisernen Reserve im freien Training nicht über Rang elf hinauskam.

"Man fühlt sich hier sehr wohl"

Klar, dass sich die Fans des italienischen Routiniers, dessen Vermögen auf 135 Millionen Euro geschätzt wird, mehr erwartet hatten. Die Schar der Anhänger wird heute und morgen deutlich anwachsen, Spielberg ist ein Zuschauermagnet. 2016 beim Comeback der Motorrad-WM in der Steiermark strömten 215.850 Besucher an die Rennstrecke, auch heuer soll die 200.000er-Schallmauer fallen. Das Flair in Österreich hat es auch dem WM-Führenden Marc Marquez, der als Vierter an die Trainingsbestzeit von Andrea Dovizioso (Ducati) nicht herankam, angetan: "Man fühlt sich hier sehr wohl, die Leute sind freundlich", lächelte der 25-jährige Spanier.

Seine Honda läuft wie am Schnürchen, der Iberer hat fünf der bisherigen zehn Saisonrennen gewonnen, acht Stockerlplätze zu Buche stehen und Verfolger Rossi schon um 49 Punkte abgehängt.

Auch gestern ließ sich Marquez seine gute Laune nicht vom Regen verderben, andere "Benzinbrüder" hingegen liefen mit hängenden Köpfen durch das Fahrerlager. Das war einigen Stürzen geschuldet. Tony Arbolino (Moto3) läutete eine Serie von Abflügen ein, ihm folgten Marcos Ramirez, Aron Canet, Nicolo Bulega, Nakarin Atiratphuvapat, Niccolo Antonelli (alle Moto3), Mattia Pasini, Brad Binder, Joan Mir, Tetsuta Nagashima, Isaac Vinales und Sam Lowes (alle Moto2).

Macht nach Adam Riese insgesamt 13 Zwischenfälle (ohne Verletzungsfolge) an diesem turbulenten Freitag. Die Nerven lagen mitunter blank, Flüche hatten Hochkonjunktur. Sturzfrei, aber nicht zufrieden war Österreichs einziger aktiver WM-Beitrag, Maximilian Kofler aus Attnang-Puchheim. Der 17-jährige KTM-Pilot beendete in der Moto3 Tag eins als 25. unter 30 Piloten. "Die perfekte Runde hat leider nie zusammengepasst, ich hatte immer Verkehr. Hoffentlich wird das Wetter jetzt schön", sagte der Youngster.

KTM angelt nach Pedrosa

Wünsche hat auch der oberösterreichische Motorrad-Hersteller KTM mit Blickrichtung MotoGP 2019. Entwicklungsarbeit genießt Priorität, um den Abstand zu den Topteams zu reduzieren.

Der Spanier Dani Pedrosa (Honda), der seine Rennfahrerkarriere beenden wird, soll einer von zwei Testpiloten bei den Mattighofenern werden. Auch Jonas Folger (D) und Bradley Smith (Gbr), der nach der Verpflichtung des draufgängerischen Johann Zarco (Fra) seinen Stammplatz verlieren wird, sind Kandidaten. "Pedrosa steht sicherlich ganz oben auf unserer Liste", verriet KTM-Firmenchef Stefan Pierer dem Internet-Portal Motorsport-Magazin.com.

Der 32-jährige Pedrosa, der 54 Grand-Prix-Siege und drei WM-Titel (2003 in der 125er-Klasse, 2004 und 2005 bei den 250ern) erobert hat, ist ein enger Vertrauter von KTM-Teamchef Mike Leitner. Das scheint die Chancen zu erhöhen.

Fix ist allerdings nichts, denn auch Honda hat Ambitionen, Pedrosas großen Erfahrungsschatz zu bewahren...

 

Die Motorrad-Weltmeisterschaft in Spielberg

Freitag-Training, MotoGP: 1. Dovizioso (Ita) Ducati 1:23,830 Min. (185,4 km/h), 2. Lorenzo (Esp) Ducati +0,215 Sek., 3. Petrucci (Ita) Ducati 0,490, 4. M. Marquez (Esp) Honda 0,581, 5. Iannone (Ita) Suzuki 0,606, 6. Pedrosa (Esp) Honda 0,644; 11. Rossi (Ita) Yamaha 1,054, 15. Smith (Gbr) KTM 1,143.
Moto2: 1. Bagnaia (Ita) Kalex 1:30,441 (171,8 km/h), 2. Baldassarri (Ita) Kalex 0,063, 3. Schrötter (D) Kalex 0,081. Moto3: 1. Masia (Esp) KTM 1:37,218 (159,8 km/h), 2. Bezzecchi (Ita) KTM 0,081, 3. McPhee (Gbr) KTM, 0,111; 25. M. Kofler (Ö) 1,406.
Heute: Freies Training: 9 Uhr: Moto3; 9.55 und 13.30 Uhr: MotoGP; 10.55 Uhr: Moto2. Qualifying: 12.35 Uhr: Moto3; 14.10 Uhr: MotoGP; 15.05 Uhr: Moto2

Sonntag: Warm Up: 8.40 Uhr: Moto3; 9.10 Uhr: Moto2; 9.40 Uhr: MotoGP. Rennen: 11 Uhr: Moto3; 12.20 Uhr: Moto2; 14 Uhr: MotoGP. Rahmenprogramm: 13.26 Uhr: Stunt Show & Red Bull Air Display

Tickets: gpticketshop.com
ServusTV: Samstag, ab 8.50 Uhr; Sonntag, ab 9.30 Uhr

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Artikel Alexander Zambarloukos 11. August 2018 - 00:04 Uhr
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