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Trainer der Verlierer: "Ich war noch nie so stolz"

Von Alexander Zambarloukos  28. Dezember 2021 00:04 Uhr

Tylan Birts (am Korb) und seine Flyers verlangten Gmunden alles ab.

WELS/GMUNDEN. Basketball: Sebastian Waser lobte seine Flyers Wels, die im Derby Gmunden 77:86 unterlagen, über den grünen Klee.

Hätte man den Ausgang des 96. Basketball-Oberösterreich-Derbys von Mimik und Gestik der beiden Trainer ablesen müssen, wäre man nie auf die Idee gekommen, dass Meister Gmunden das Parkett der Welser Raiffeisen-Arena als stolzer 86:77-Sieger verlassen hat. Aleksi Koskinen, Coach der "Korbjäger" vom Traunsee, verzog keine Miene. Nicht einmal ein kurzes Lächeln entglitt dem akribischen finnischen Arbeiter, der das Rampenlicht nicht braucht. "Es war ein harter Job, wir haben ihn zum Glück erfolgreich erledigt. Wels hat uns Probleme bereitet, diese Punkte sind wichtig", sagte er mit Blick auf die Tabelle.

Die Swans schoben sich auf Rang vier vor – die Platzierungsrunde der Top Sechs, die direkt in die Play-offs einziehen, ist um vier Punkte abgesichert. Für die von Corona- und Verletzungssorgen gebeutelten Welser Flyers sieht die Situation weniger rosig aus, sie sind Achte. Und trotzdem sprudeln Lobeshymnen aus dem Mund von Headcoach Sebastian Waser.

"Ich bin jetzt rund vier Jahre dabei, aber so stolz war ich noch nie auf meine Mannschaft", schwärmte der 36-Jährige vom Teamspirit. "Wir waren ab der 25. Minute stehend k. o., haben aber alles in die Waagschale geworfen. Es war ein großer Fight. Wir waren in allen Belangen besser, außer am Rebound."

Eine Serie von Ausfällen

Neunmal wechselte die Führung, erst im Finish schlug das Pendel zugunsten der Swans, die ihren Größenvorteil unter dem Korb ausspielten, aus. Wels hatte nicht nur Kapitän Davor Lamesic (Long Covid) und Aleksandar Andjelkovic (Saisonende wegen einer Hüft-OP) vorgeben müssen, auch 2,13-Meter-Mann "Jimbo" Lull hatte sich mit einer Coronaerkrankung mit mildem Verlauf abmelden müssen, darüber hinaus schied Samuel Orf bereits in der 4. Minute mit einer Knöchelblessur aus. Normal ist man unter solchen Umständen absolut chancenlos. War aber nicht so. "Die Welser haben uns das Leben mit ihrer Aggressivität wirklich schwer gemacht. Es war ein unglaublich intensives Match", urteilte Gmundens US-Legionär Stephon Jelks, jener "Energizer", der ein sogenanntes Double-double, nämlich Punkte (12) und Rebounds (15) im zweistelligen Bereich, verbuchte.

Die Swans bauten ihren Vorsprung in der ewigen Derby-Bilanz aus, sie haben jetzt mit 69:27 Siegen die Nase vorne. Es bleibt aber nicht viel Zeit, diesen Erfolg auszukosten, in den Weihnachtsferien geht es Schlag auf Schlag weiter. Am Donnerstag (19 Uhr) empfangen die Gmundner die Timberwolves, die am Stefanitag sensationell das Wiener Derby gegen den BC Vienna 87:82 gewannen. Die Flyers gastieren in Traiskirchen bei jenem Schlusslicht, das erst einen Sieg gefeiert hat – und zwar in Wels.

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Alexander Zambarloukos

Redakteur Sport

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