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Thiem: "Ich weiß, was es braucht"

Von Alexander Zambarloukos  05. Februar 2020 05:12 Uhr

Thiem: "Ich weiß, was es braucht"
Großes Blitzlichtgewitter im VIP-Terminal in der Niki-Lauda-Allee

SCHWECHAT. Österreichs Tennis-Star gönnt sich nach der Final-Niederlage bei den Australian Open eine kurze Pause. Der 26-Jährige verzichtet auf Buenos Aires und den Davis Cup in Graz.

Dominic Thiem ist wieder zu Hause. Österreichs Tennisstar landete gestern Mittag unter großem Blitzlichtgewitter in Schwechat und wurde nicht nur von seinen Großeltern, sondern auch von Hund Hugo herzlich begrüßt. Dem 26-jährigen Lichtenwörther waren die Strapazen bei den Australian Open in Melbourne, wo er sich erst im Finale Novak Djokovic (Srb) in fünf Sätzen beugen hatte müssen, anzumerken. Das Grand-Slam-Event hat Substanz gekostet. Oma Helga Müllner wird ihr Enkerl schon wieder aufpäppeln: "Es wird ein indonesisches Reisgericht für ihn geben, das mag er gerne", verriet sie.

Thiem, der in der Weltrangliste an die Top Drei klopft, begibt sich jetzt in den Schongang, deshalb hat er auch seinen Saison-Fahrplan adaptiert. Eigentlich wollte er bereits kommende Woche beim 250er-Sandplatzturnier in Buenos Aires aufschlagen. Doch jetzt bevorzugt der "Dominator" ein schönes Stück Heimat, um seine Batterien wieder aufzuladen. Das ergibt Sinn.

Dominic Thiem zurück in Österreich

Nach etwa zwei Monaten im Ausland ist Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem am Dienstag in Wien gelandet.

>>> Kommentar zum Thema: Bresnik und Thiem: zwei, die schön geschieden sind. (OÖNplus)

Qualitätszeit mit der Familie

Thiem war zwei Monate im Ausland. Nach den ATP-Finals in London gönnte er sich knapp zwei Wochen Urlaub, anschließend ging’s zur Saisonvorbereitung nach Miami, wo ihm Fitnesscoach Duglas Cordero alles abverlangte. Ende Dezember zog Dominic nach Australien weiter, um den ATP Cup und die Australian Open zu bestreiten. "Ich freue mich jetzt auf die Zeit mit der Familie und auf meine eigenen vier Wände", sagte Thiem, der nicht nur auf Buenos Aires, sondern auch auf den Heim-Davis-Cup gegen Uruguay am 6. und 7. März in der Steiermarkhalle in Graz-Premstätten verzichten wird. "Ich spiele nicht."

Die nächste sportliche Station für den dreimaligen Grand-Slam-Finalisten wird Rio de Janeiro sein. Dort steigt ab 17. Februar ein Sandplatzturnier der Kategorie 500. In Brasilien hatte Thiem 2017 einen seiner mittlerweile 16 ATP-Titel gefeiert, im Vorjahr scheiterte er bereits in der ersten Runde am Serben Laslo Djere. Der Niederösterreicher hat also ein "Freispiel", er könnte den drittplatzierten Schweizer Roger Federer, der nur noch 85 Punkte im Ranking vor ihm liegt, in Kürze überflügeln.

Lobende Worte vom Entdecker

Geht es nach Thiems Entdecker und Langzeitbetreuer Günter Bresnik, von dem sich Dominic im Frühling 2019 getrennt hat, wird das auch passieren. Der 58-Jährige ist voll des Lobes für seinen Ex-Schützling: "Zwei, drei Meister können ihn momentan vielleicht noch im Zaum halten, sonst spielt er in einer ganz eigenen Liga. Langfristig wird er die Nummer eins der Welt. Er hat Return und Volley stark verbessert und ist für viele Leute nicht mehr auszurechnen."

Bresnik verfolgt Thiems Auftritte unverändert mit Argusaugen, die "Scheidung" hat er verkraftet. "Das Letzte, was er braucht, ist so einen Oberlehrer wie mich, der ihm den ganzen Tag auf die Nerven geht", gestand der Wiener bei "Sport und Talk aus dem Hangar-7" (ServusTV).

Während Bresnik 17 Jahre das Zepter in der Hand hielt, waren es bei Thomas Muster, dem French-Open-Champion von 1995, nur 17 Tage. "Muster ist ein Experte, den man in Österreich suchen muss", sagte Bresnik: "Er kann jedem Tennisspieler auf der Welt weiterhelfen. Aber es ist schade, über diese Dinge zu diskutieren. Es ist ein sporthistorischer Moment", will Bresnik die "Causa Muster" nicht ausufernd beleuchten.

Finalniederlagen sind keine Last

Für Thiem ist das Kapitel erledigt. "Das beschäftigt mich nicht mehr. Ich habe viele schöne Erinnerungen an Australien, das war halt ein ganz kleiner Makel", sagte Dominic, der trotz der Enttäuschung über das verlorene Endspiel viel Selbstvertrauen mitnimmt. "Ich glaube, ich bin meinem großen Ziel, einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen, wieder ein bisschen näher gekommen."

In vier, fünf Tagen will Thiem wieder zum Schläger greifen. "Ich brauche nicht viel zu ändern. Ich muss nur meine Stärken stabilisieren, damit die Aufs und Abs einmal ganz weg sind." Dass er in seinen bisherigen drei Grand-Slam-Endspielen (2018 und 2019 in Paris gegen Rafael Nadal, 2020 in Melbourne gegen Djokovic) unterlegen war, empfindet Thiem nicht als Last. "Andy Murray hat seine ersten vier Major-Finali verloren und dann drei Triumphe auf dieser Ebene gefeiert", erläuterte "Domi": "Ich weiß, was es braucht, um bei großen Turnieren das beste Tennis abzurufen."

Video: Vier Fragen an Alexander Antonitsch.

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