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Südstadt statt Paris – das ist Thiems neue Normalität

Von Alexander Zambarloukos  19. Mai 2020 00:04 Uhr

Südstadt statt Paris – das ist Thiems neue Normalität
Dominic Thiem

WIEN. Trotz Corona-bedingter Schonkost im Tenniszirkus schreibt Österreichs Star internationale Schlagzeilen

Abgesehen von einem Tischtennis-Event, das Liu Jia am 2. Mai in Wien gewann, war seit dem stufenweisen Lockdown (ab 10. März) wegen der Corona-Pandemie tote Hose in Österreichs realer Sportwettkampfszene. Das ändert sich ab kommender Woche. Weg von der Spielkonsole hin zum echten Kräftemessen – das ist das Motto von Tennis-Star Dominic Thiem, der am Montag in der Südstadt ins Turniergeschehen zurückkehrt.

Laut ursprünglichem ATP-Kalender hätte der Weltranglistendritte an diesem 25. Mai vermutlich sein Erstrundenmatch bei den mit gut 42 Millionen Euro dotierten French Open in Paris, wo er 2018 und 2019 erst im Finale von Sandplatzkönig Rafael Nadal gestoppt wurde, bestritten. Doch das spielt’s nicht – Roland Garros 2020 findet heuer entweder im Spätherbst (ab 27. September, notfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit) oder gar nicht statt.

Tennis an sich, ein Schlagabtausch ohne Körperkontakt, ist in Zeiten wie diesen das geringste Problem, es sind limitierte Reisemöglichkeiten, die der Weltsportart heftig zusetzen. Thiem rechnet deshalb erst 2021 mit einem internationalen "Restart". Heimische Turnierdirektor(inn)en geben die Hoffnung noch nicht auf. Sandra Reichel kämpft um Hamburg (Herren) und Linz (Damen), Alex Antonitsch um Kitzbühel (Herren), Herwig Straka um Wien (Herren).

Für alle drei wäre Thiem unter normalen Umständen der Publikumsmagnet, jetzt fällt das erste Saison-Heimspiel des "Dominators" bescheiden aus. In der Südstadt sind weder Zuschauer noch Journalisten zugelassen, es geht bei der "Generali Austrian Pro Series" mit den besten ÖTV-Spielern nicht um Weltranglistenpunkte, aber doch um 151.750 Euro.

"Du bist meine Heldin"

Das Thema Geld bescherte Thiem in der spielfreien Zeit Schlagzeilen über die Staatsgrenzen hinaus. Novak Djokovic, Nadal und Roger Federer hatten einen Hilfsfonds der Topverdiener für Akteure auf den Plätzen 250 bis 750 der Weltrangliste angeregt, Thiem konnte diesem Vorschlag bzw. dem Gießkannenprinzip wenig abgewinnen: "Da sind einige Spieler dabei, die ich nicht gerne unterstützen würde (...) Kein Tennisspieler kämpft ums Überleben. (...) Keiner muss verhungern."

Ines Ibbou, algerische Nummer 620 der Welt, warf Thiem Unkenntnis ihrer schwierigen Situation und Respektlosigkeit vor. "Lieber Dominic, anders als du teilen viele meine Realität. Und niemand hat dich um etwas gebeten. Die Initiative ging von großzügigen Spielern mit Barmherzigkeit aus, mit Klasse. Spieler verbreiten Solidarität und suchen Lösungen – das sind Champions in jeder Hinsicht", sagte die 21-Jährige in ihrer emotionalen Videobotschaft – und stieß damit auf viele offene Ohren. Zum Beispiel bei Venus Williams ("Du bist meine Heldin"), Nick Kyrgios oder dem algerischen Staatspräsidenten Abdelmadjid Tebboune, der ankündigte, Ibbou umfangreicher zu unterstützen. Immerhin.

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