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Sehnsucht nach der guten alten Zeit

Von Alexander Zambarloukos  24. Dezember 2021 00:05 Uhr

Intensives Duell: Gmundens Benedikt Güttl gegen Wels-Legionär Samuel Orf

WELS. Einst garantierte das Basketball-Derby Wels gegen Gmunden volle Hallen, diesmal dürfen maximal 650 zuschauen.

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich noch 1300 Fans in die Welser Raiffeisen-Arena zwängten, um einen Blick auf das brisante Basketball-Derby zwischen den Messestädtern und Gmunden zu erhaschen. Pandemiebedingt sind die Ansprüche bescheidener geworden. Am Sonntag (19 Uhr, ORF Sport+, Sky) dürfen unter Einhaltung der 2G-Regel 650 sitzende und mit FFP2-Masken ausgestattete Besucher live dabei sein. Ob diese Marke beim 96. Kräftemessen überhaupt erreicht werden kann, muss bezweifelt werden.

"Aus unserer Community werden vielleicht 40 bis 50 anreisen", stapelt Gmundens Finanzchef Harald Stelzer, dessen Verein in der Ewigen Bilanz mit 68:27-Siegen klar die Nase vorne hat, tief. Auch Michael Dittrich, Obmann der Flyers Wels, gibt sich keinen Illusionen hin. "Es ist nicht mehr so wie früher, vieles ist geprägt von Angst und Schrecken. Aber wir sind schon einmal glücklich, dass die Fans wieder da sein dürfen. Es ist lässig, die Emotionen zu spüren, Trommeln, Applaus und Zurufe zu hören. Das hat total gefehlt."

Tylan Birts ist ein Volltreffer

Für die Welser wird das Derby erst das zweite Superliga-Saison-Heimmatch, das nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Am 16. Oktober sahen rund 500 Anhänger eine überraschende 80:87-Niederlage gegen Schlusslicht Traiskirchen.

Am Stefanitag wollen die Flyers, die Kapitän Davor Lamesic (Folgen einer Coviderkrankung) schmerzlich vermissen, ein anderes Gesicht zeigen. Auch dank Neo-Legionär Tylan Birts. Der 25-jährige Amerikaner ist ein echter Volltreffer, er hat sich blitzschnell akklimatisiert und in seinen ersten vier Matches bei einer Einsatzzeit von 105:52 Minuten insgesamt 72 Punkte, 32 Rebounds, fünf Assists und elf Steals verbucht. "Ein Derby ist speziell. Wenn wir als Team performen, haben wir auch gegen den amtierenden Meister eine gute Chance", weiß Birts. "Sein Engagement macht die Aufgabe für uns noch schwieriger", gesteht Gmundens Stelzer: "Wels gehört ohnehin nicht zu jenen Mannschaften, die uns liegen. Sie spielen aggressiv, teilweise auch hart."

Training am Heiligen Abend

Wie auch immer: Nachweihnachtliche Geschenke hat niemand zu erwarten, bei den Swans vom Traunsee schwingen Revanchegelüste mit. Beim jüngsten Duell am 10. Oktober behielten die Flyers auswärts mit 89:69 die Oberhand.

Diesmal werden die Karten neu gemischt, der Faktor Druck spielt eine erhebliche Rolle. Gmunden ist zur Halbzeit des Grunddurchgangs Fünfter, Wels Siebenter. Nur die Top Sechs qualifizieren sich für die Platzierungsrunde und damit auf direktem Weg für die Play-offs.

Kein Wunder, dass die Lokalrivalen auch am Heiligen Abend und am morgigen Christtag den Trainingsbetrieb nicht ruhen lassen.

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Alexander Zambarloukos

Redakteur Sport

Alexander Zambarloukos

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