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Thiem: "Ich bin voller Adrenalin und fühle mich gut"

Von Alexander Zambarloukos aus Paris   08. Juni 2019 18:20 Uhr

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Bild 1/7 Bildergalerie: French Open: Thiems Weg ins Finale

French-Open-Finale: Thiem geht nach Sieg über Djokovic mit großer Zuversicht in das Finale gegen Nadal, der eine längere Pause hatte. Coach Massu hätte sich eine Verschiebung auf Montag gewünscht.

"Ich bin mit einer 3:1-Führung im dritten Satz in die Pause gegangen, es war okay für mich, dass das Spiel vertagt wurde. Es war fein so", sagte Thiem über die Hängepartie gegen Novak Djokovic, die am Freitag wegen Regens unterbrochen worden war.

Die Fortsetzungsgeschichte (wieder mit mehr als einstündiger Unterbrechung) war von Erfolg gekrönt. Der Tennis-Weltranglistenvierte gewann nach 4:13 Stunden 6:2, 3:6, 7:5, 5:7, 7:5 und steht zum zweiten Mal im Finale der French Open. Der Ausgang des Krimis gegen den "Djoker" erfüllt Thiem mit großem Stolz: "Es war mein erstes Fünf-Satz-Match in Roland Garros. Es fühlt sich großartig an, es gewonnen zu haben."

Die große Frage ist, ob Thiem noch ausreichend Reserven hat, um den ausgeruhten elfmaligen French-Open-Triumphator Rafael Nadal im Finale (15 Uhr, Liveticker auf nachrichten.at) physisch fordern zu können.

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Während Thiem zum vierten Mal binnen vier Tagen spielen muss, ist der acht Jahre ältere Mallorquiner erst zum dritten Mal seit Dienstag im Einsatz. "Ich bin nach dem Sieg über Djokovic voller Adrenalin und fühle mich gut. Vor dieser Partie hatte ich zum Glück nicht so viele lange Matches. Es ist okay. Wir sind Unterbrechungen und Verschiebungen gewohnt. Wir wissen nie, wann wir spielen. Der Zeitplan hält selten, aber es ist okay, am Sonntag das Finale zu spielen", sagte der 25-jährige Thiem.

Der elfmalige French-Open-Champion Rafael Nadal

"Wir akzeptieren das"

Sein Coach Nicolas Massu sieht das ein bisschen anders. Er ist mit seinem Wunsch, das Finale auf Montag zu verschieben, auf taube Ohren gestoßen: "Ich hätte das bevorzugt. Die Turnierverantwortlichen haben gesagt, dass das nicht geht. Also akzeptieren wird das", sagte der Chilene. Aber: "Ich möchte, dass mein Spieler in derselben Situation ist wie der Gegner." Das lässt sich nicht einrichten, außer das Wetter spielt morgen komplett verrückt. Was sagen die Meteorologen? Sie versprechen wieder jede Menge Wolken und maximal 20 Grad, aber kaum Niederschlag. Morgen Abend sollte also der Champion feststehen.

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Thiem-Coach Nicolas Massu (in Blau)

"Die ultimative Herausforderung"

Dominic, der in sozialen Netzwerken schon als "Thieminator" (in Anspielung auf den "Terminator" Arnold Schwarzenegger) bezeichnet wird, hat es nicht so mit Spitznamen. "Das überlasse ich den Medien", sagte der Niederösterreicher, der sich hundertprozentig auf den Showdown gegen Nadal konzentriert. Nach der Djokovic-Partie hat Thiem ein Eisbad genommen, gedehnt, ein bisschen Doppel geschaut, gegessen und seinen Körper gepflegt.

Nach neun bis zehn Stunden Schlaf wird er bereit sein für "König Rafa": "Das ist die ultimative Herausforderung, eine der härtesten Aufgaben, die es überhaupt im Sport gibt", erläuterte der "Dominator": "Ich werde es anlegen wie vor sechs Wochen in Barcelona. Das war richtig gut", sagte Thiem über seinen Semifinalsieg (6:4, 6:4).

Video: Der Matchball von Dominic Thiem im Halbfinale von Paris

 

In der Gesamtbilanz liegt aber immer noch Nadal mit 8:4-Erfolgen voran, Roland Garros ist sein Wohnzimmer. Deshalb sieht sich Thiem als "Außenseiter": "Mir ist klar, dass Nadal hier um einiges besser als in Barcelona spielen wird. Er steht zum zwölften Mal in einem Paris-Finale und hat noch kein einziges verloren. Das sagt schon viel", betonte Thiem, der aber aus der klaren French-Open-Finalniederlage 2018 sehr viel gelernt hat: "Die Erfahrung hilft mir. Ich gehe raus, um zu gewinnen. Und ich werde alles, was ich habe, auf dem Court lassen. Ich habe die Chance, es besser als 2018 zu machen."

Stolz auf seine Kiki

Den Pressekonferenz-Eklat vom vergangenen Samstag, als Thiem den Hauptmediensaal räumen musste, um Platz für Serena Williams zu machen, hat er längst aus seinem Kopf gestrichen. Über seine Kritikerin Whoopi Goldberg gibt es auch nichts mehr zu sagen. "Es sind ein paar lustige Dinge passiert, die das Turnier nicht langweilig gemacht haben. Aber das ist Vergangenheit."

Stolz ist Thiem auf seine Freundin Kiki Mladenovic, die auf den Thron der Doppel-Weltrangliste geklettert ist. "Eine großartige Leistung. Man sieht, wie gut sie im Doppel ist. Ich habe immer gesagt, dass ich mir da was von ihr abschauen kann." Morgen sind beide im Finalmodus:  Um 11.30 Uhr spielt Lokalmatadorin Mladenovic mit Babos gegen Duan/Zheng um den Doppeltitel, um 15 Uhr ist Thiem an der Reihe.

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