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Nach Gugl-Rauswurf: Mehr als ein Trostpflaster für die Leichtathletik?

10. Oktober 2019 17:28 Uhr

Die Gugl hat als Leichtathletik-Arena bald ausgedient. Jetzt gib es den Plan B.

Ein „Gesamtkonzept“ soll die Vertreibung von der Linzer Gugl kompensieren. Die Lage der Leichtathletik könnte sich tatsächlich verbessern.

Oberösterreichs Leichtathletik, die dem LASK weichen und das Stadion auf der Linzer Gugl im Juli 2020 verlassen muss, erhält Ersatz in Form eines mehrteiligen Konzepts: Kernstücke sind die Runderneuerung des Leichtathletik-Zentrums in der Wieningerstraße und der Ausbau des Traun-Stadions zu einer IAAF-zertifizierten internationalen Wettkampfarena. Sind diese Initiativen mehr als ein Trostpflaster? Bei der Präsentation am Donnerstag waren jedenfalls nur zufriedene Gesichter zu sehen.

Rund zehn Millionen Euro sollen in die neuen Anlagen investiert werden, teils vom Land Oberösterreich, teils auch von anderen „Playern" wie dem Bund oder Gemeinden. Die genaue Höhe des Landesanteils stehe noch nicht fest, so Sport-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) bei der Präsentation des LA-Gesamtkonzepts. An seiner Seite zeigte sich der Sportdirektor des oberösterreichischen Leichtathletikverbands, Stefan Bachl, hochzufrieden: „Es ist ein Freudentag."

Dabei war der Ärger groß gewesen, als den Leichtathleten nach der überraschenden Präsentation der LASK-Stadionpläne eröffnet worden war, dass sie die Gugl räumen müssen. So hatte etwa der Diskus-WM-Dritte Lukas Weißhaidinger ein „Zerstören der Wirkungsstätte vieler Sportlerinnen und Sportler" kritisiert, immerhin war die Gugl jahrzehntelang die Heimstätte der oberösterreichischen Leichtathletik-Szene. Die nun gefundene Lösung sieht er allerdings als „Riesensache" und kann sich sogar vorstellen, einmal als Trainer auf den neuen Anlagen zu wirken.

Konkret ist vorgesehen, dass das Zentrum in der Wieningerstraße neue Wurf-, Sprung- und Laufanlagen sowie eine auf 1000 Plätze erweiterbare Tribüne bekommt. Die Anlage soll dann als Trainingsstadion und für nationale Wettkämpfe genutzt werden. 

Verena Preiner, frisch gebackene WM-Bronzemedaillengewinnerin im Siebenkampf, kann der Lösung viel abgewinnen: Man könne nun an diesem Standort in der Halle ebenso wie draußen trainieren und bei Schlechtwetter ohne Zeitverlust zwischen „outdoor und indoor" wechseln. Ziel ist laut Achleitner, dass man Ende 2020, wenn die Laufbahn auf der Gugl wegkommt, die neuen Anlagen bereits benutzen kann.

Das Stadion in Traun soll zu einer internationalen Wettkampfstätte aufgerüstet werden. Geplant ist eine neue achtbahnige Laufbahn, auch alle anderen Leichtathletik-Anlagen sollen neu errichtet werden. Räumlichkeiten, Infrastruktur, Gastronomie und Parkplätze sind bereits jetzt ausreichend vorhanden. Und für Bachl steht fest: „Die Eröffnung wird ein internationales Meeting sein. Das ist gesichert."

Weidlinger: „Grandios“

Der Olympia-Leichtathletik-Stützpunkt wird auf der bestehenden Anlage der Pädagogischen Hochschule auf der Gugl neu errichtet. Darüber hinaus soll das Olympiazentrum mit dem nahegelegenen künftigen LASK-Stadion kooperieren. ÖOC-Athletenvertreter Günther Weidlinger findet es „grandios", dass man das Olympiazentrum halten und dort alle Wettkämpfe anbieten könne.

Neben diesen Standorten enthält das Gesamtkonzept auch eine Kooperation mit dem Innenministerium, damit die Leichtathleten die Polizeisportanlage in der Derfflingerstraße mitnutzen können. Ergänzend sind noch regionale Leichtathletik-Zentren in Andorf, Vöcklabruck, Neuhofen an der Krems und St. Georgen an der Gusen geplant.

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