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Lockdown: Was das "Schreckgespenst" für den Sport bedeutet

Von Reinhold Pühringer und Dominik Feischl   20. November 2021 00:04 Uhr

Symbolbild: Lockdown: Was das "Schreckgespenst" für den Sport bedeutet.

LINZ. Österreich drückt die Stopptaste: Das sind die wichtigsten Fragen zum verordneten Sport-Stillstand.

Österreichs gesellschaftliches Leben erfährt mit dem am Montag in Kraft tretenden Lockdown eine neuerliche Zäsur – und mit ihm auch der heimische Sport. Während jedoch die Spitze unter geänderten Rahmenbedingungen weiterschwitzen kann, ist der vierte große Lockdown seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor allem für den Breitensport erneut ein schwerer Schlag.

"Ich bin mit dem festen Vorhaben in die Sitzung gegangen, dass wir die Veranstaltung absagen müssen", sagte Walter Ameshofer über den am 19. Dezember geplanten internationalen Rad-Querfeldein-Grand-Prix im Pferdezentrum Stadl-Paura. Doch seine Klubkollegen vom RC Lambach überzeugten ihn diese Woche vom Gegenteil. "Wir wollen nun versuchen, die Veranstaltung unter strengen Auflagen doch stattfinden zu lassen, weil es auch ein positives Zeichen für den Sport ist", sagt Ameshofer, der mit der Behörde in engem Kontakt steht.

Radler im Pferdezentrum

Mit dem neuerlichen Lockdown tun sich für Oberösterreichs Sportlandschaft jede Menge Fragen auf. Die OÖN versuchen, die wichtigsten zu beantworten:

Was bedeutet der Lockdown für den Spitzensport?

Spitzensport darf ab Montag weiterhin stattfinden, allerdings ohne Zuschauer. So erwartet die Fußball-Bundesliga, Eishockey oder auch den Biathlon-Weltcup in Hochfilzen eine Geisterkulisse. Sollte der Lockdown schon nach zehn Tagen in Rest-Österreich (Oberösterreich und Salzburg bis mindestens 17. Dezember) vorbei sein, müsste in der Bundesliga theoretisch nur eine Runde mit Geisterspielen ausgetragen werden. Daran glaubt Liga-Vorstand Christian Ebenbauer allerdings nicht. "Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr keine Zuschauer mehr in den Stadien begrüßen dürfen." Dass der Lockdown länger als geplant dauern kann, stellt die Klubs vor Schwierigkeiten. "Planungssicherheit ist damit einmal mehr nicht gegeben", sagte der langjährige Vereinsfunktionär von Basketball-Meister Gmunden, Harald Stelzer.

Das „Papplikum“ bei den Rieder Volleyballern.

Bei Sport Austria, der Interessenvertretung des heimischen Sports, geht man davon aus, dass die Spitzensportkonzepte aus den vergangenen Lockdowns wieder ihre Gültigkeit haben. Sprich: Athleten, die bei ihren Fachverbänden als Spitzensportler geführt werden, dürfen auch in diesem Lockdown unter Einhaltung der Vorgaben trainieren. "Das hat in der Vergangenheit super funktioniert, die Listen wurden manchmal sogar binnen weniger Stunden adaptiert", berichtete Landessportdirektor Gerhard Rumetshofer. Dementsprechend werde auch das Olympiazentrum auf der Gugl seine Tore weiter offen haben.

Was bedeutet der Lockdown für den Breitensport?

Der Breitensport kommt nach derzeitigem Informationsstand praktisch zum Stillstand. Zumindest Individualsport an der frischen Luft wie etwa Laufen oder Radfahren sollte wieder möglich sein. Dies hängt aber von den Details in der Verordnung ab.

Wann werden die Details bekannt?

Erst mit der Verordnung steht schwarz auf weiß fest, was genau im Lockdown verboten und was erlaubt ist. Diese wird im Laufe des Wochenendes erscheinen. Bisher sickerten meist zuvor bereits erste Details durch, oft mit allfälligen Nachschärfungen in den Formulierungen.

Wie wird den Vereinen geholfen?

Die gemeinnützigen Breitensportvereine können wie bereits in früheren Lockdowns um finanzielle Unterstützung ansuchen, wenn Pandemie-bedingt Einnahmequellen wegfallen. Das Geld kommt aus dem sogenannten NPO-Fonds (npo-fonds.at). Um dessen Verlängerung laufen gerade Verhandlungen mit dem Sportministerium, wie es gestern von Sport Austria hieß. Ähnliches gilt für den Hilfstopf für die Profisport-Ligen. Aus diesem wurden mit Stand Anfang November bisher 55 Millionen Euro ausgeschüttet. Aus dem NPO-Fonds flossen derweil 125 Millionen Euro an rund 6500 Vereine.

Welche Folgen hatten die bisherigen Lockdowns für den heimischen Sport?

Sport Austria spricht von einem drastischen Rückgang bei den Vereinsmitgliedschaften. Die ursprünglichen 2,1 Millionen hätten sich um 550.000 reduziert. Um Mitglieder zurückzugewinnen, war ein finanzieller Anreiz, der Sport-Bonus, ins Leben gerufen worden. Selbstredend, dass der neuerliche Lockdown die Aufholjagd konterkariert. Relativierend ist anzumerken, dass die Mitgliederstatistiken einiger Verbände unter Insidern als nicht verlässlich gelten.

"Der Rückgang bei der Sportausübung wird sich nach der Krise negativ auf das Gesundheitsbudget auswirken", warnt Sport-Austria-Präsident Hans Niessl vor gesundheitlichen Folgen.

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