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Landertinger: „Wie kann man so dumm sein?“

07.März 2019

Was haben Sie nach den Doping-Geständnissen in den vergangenen Tagen gedacht?

Landertinger: Wenn es jemand erwischt, denkst du dir normal: Ok, das betrifft mich nicht, das nehme ich locker. Aber die Sache mit Joe (Dürr/Ex-Langläufer, im Zentrum der Affäre, Anm.) hat mich geschockt, ich kann das nicht begreifen. Wie kann man so dumm sein, so ein Risiko eingehen?

Störten die Negativschlagzeilen also Ihre WM-Vorbereitung?

Landertinger: Natürlich drehten sich die Gedanken in den letzten Tagen nur um das Thema, die Konzentration auf den Sport fiel schwer. Aber die Vorbereitung hat gepasst, mit dem Sprint habe ich am Samstag mein Highlight.

Wie beurteilen Sie die jüngsten Enthüllungen?

Landertinger: Was kannst du da viel drauf sagen? Ich verurteile das aufs Höchste und hätte nie gedacht, dass es so einen Dopingring gibt. Nun erwischt es wieder den Langlauf - ich bin brutal enttäuscht. So eine Negativwerbung für den Sport.

Auf einem Video, das in der ARD ausgestrahlt wurde, sieht man sie mit Max Hauke, der Eigenblutdoping betrieb.

Landertinger: Ich absolvierte zwei Trainingseinheiten mit ihm - kannst jetzt nicht einmal mehr mit einem Langläufer trainieren? Auf einmal musst du dich als sauberer Sportler mit dem Thema beschäftigen. Da machst ein Training, dann schaut das schon blöd aus auf dem Video. Das jetzt mit Max zu wissen tut weh, ich hätte ihm das nie zugetraut.

Auch Gerald Heigl, ehemals Langlauf-Cheftrainer und im Betreuerstab, geriet ins Zwielicht. Er war auch bei Ihnen für den Trainingsplan zuständig.

Landertinger: Er hatte eine beratende Rolle, die hat er gut ausgefüllt, aber von sonst habe ich nichts mitbekommen. Nach der ganzen Sache zuletzt habe ich die Zusammenarbeit sofort beendet. Man weiß einfach nicht mehr, was man glauben kann und wem man vertrauen kann.

Mit Markus Gandler ist seit kurzem der Spartenleiter Biathlon nicht mehr an Bord. Beeinträchtigte das die Vorbereitung auf die WM?

Landertinger: Genau das ist es: Da machen zwei Trottel einen Blödsinn und das zieht einen langen Schweif, eine Spur der Zerstörung hinten nach. Die Situation ist blöd, denn Gandi leierte viele gute Projekte im Bundesheer oder im Nachwuchs an, er war immer da, auch in schwierigen Situationen. Er schaute auf die Sportler und machte sich Gedanken. Aber er hatte die Schnauze voll - das verstehe ich. 

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19. Januar 2020