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Finalserie zwischen Lust und ein bisschen Frust

Von Alexander Zambarloukos 23. April 2019

Finalserie zwischen Lust und ein bisschen Frust
Cupsieger und Meister: Die Askö Linz-Steg krönte eine perfekte Volleyball-Saison.

LINZ / PERG. Während Volleyballmeister Steg Ja zur Champions League sagt, hadert Perg mit unliebsamen Nebengeräuschen.

Der Karsamstag ging nahtlos in den Ostersonntag über, erst gegen 5.30 Uhr verließ der harte Kern der Feiernden die Johann-Pölz-Halle im Amstetten, wo sich die Damen der Askö Steg zum ersten Mal zum Volleyballmeister gekrönt hatten. Der 3:1-Sieg im dritten Finale über Pergs "Prinzessinnen" vollendete eine perfekte Saison mit dem Double aus Pokal und Liga. Die Linzerinnen kassierten in 28 Pflichtspielen nur eine einzige Niederlage – und zwar am 20. Oktober 2018 gegen den entthronten Champion UVC Graz (1:3).

"Wir waren in den entscheidenden Momenten immer voll da", jubelte Co-Trainer Florian Stangl, der an Bord bleiben wird. Das gilt wohl auch für seinen "Chef", Roland Schwab, dessen Dreijahresvertrag ausläuft. Jetzt geht es immerhin darum, die Früchte des Erfolges in der internationalen Auslage zu ernten. Meisterprämien sind im Schmalspurbudget nicht vorgesehen, aber es gibt ein klares Bekenntnis zur Champions-League-Qualifikation (ab Oktober) – auch wenn damit wieder Kosten und logistische Herausforderungen verbunden sind.

Erneut stellt sich die Frage nach einem geeigneten Schauplatz – wird es die Linzer TipsArena oder doch wieder Amstetten? "Ich kann nichts ausschließen", sagt Steg-Manager Andreas Andretsch, für den praktisch schon heute die neue Saison beginnt. Viele Gespräche und Verhandlungen werden zu führen sein. Wie auf Perger Seite gibt es in Linz auf dem Papier noch keine Zu- und Abgänge. Die Chancen, Angreiferin und Topscorerin Nikolina Maros, die seit dem Pokal-Final-4 Ende Februar in Hochform agiert, zu halten, werden ganz gut beziffert. Das hat auch private Gründe: Ihr Freund Fabian Kriener bleibt bei der UVC Weberzeile Ried (1. Herren-Bundesliga) am Ball. Das ist zumindest ein geografischer Bonus für die Askö Steg.

Ein Höhenflug auf europäischer Ebene ist aus finanziellen Gründen nicht erstrebenswert: "Ein Champions-League-Viertelfinalist kassiert 4000 Euro, auf dem Weg dorthin hätten wir aber wahrscheinlich schon 80.000 oder 100.000 für Reisen ausgegeben. Da müsste ich wohl Konkurs anmelden", rechnet Andretsch vor.

Das internationale Geschäft hat für "kleine" Klubs durchaus Tücken. Wer garantiert, dass nicht ein Kontrahent aus Aserbaidschan aus dem Lostopf hüpft? "Es ist eine reine Lotterie", stöhnt Perg-Manager Josef Trauner, der sich im Moment emotional zwischen Stolz und Frust bewegt. Ob er seine Vizemeisterinnen wie in der abgelaufenen Saison (K.o. gegen Monza) im Europacup antreten lässt, ist noch offen. "Irgendwann stößt man auch an die Decke. Die zentrale Frage ist: Was können wir uns leisten?", sagte Trauner. "Wir waren finalwürdig, haben Steg das Leben schwer gemacht. Da brauchen wir uns überhaupt nicht zu verstecken." Ob sich so ein Erfolg wiederholen oder gar toppen lässt, steht in den Sternen.

"Im Moment fehlt mir die Motivation, noch einmal ins Finale zu kommen", verweist Trauner auf unliebsame Nebengeräusche. Das hat nicht nur mit dem "Exil" in Amstetten zu tun, sondern auch mit der ausgefallenen TV-Live-Übertragung des einzigen Final-Heimspiels vor gut einer Woche.

Bei den Herren könnte die Entscheidung morgen (20.25 Uhr) fallen. Aich/Dob geht mit einer komfortablen 3:1-Führung ins Heimspiel gegen die SG Waldviertel.

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