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Filzmosers Kampf um die Zukunft

19. September 2018 00:04 Uhr

Filzmosers Kampf um die Zukunft
Die 38-Jährige steht in Aserbaidschan vor ihren 13. Weltmeisterschaften.

BAKU. Ohne finanzielle Absicherung: Wie geht es mit der Karriere der Thalheimerin weiter? Vor der Judo-WM in Baku zeichnet sich eine Lösung ab, mit der sie bis 2020 weitermachen könnte.

Als Sabrina Filzmoser 1999 in Birmingham ihr WM-Debüt feierte, war Christopher Wagner – Österreichs Teamküken bei der morgen in Baku beginnenden Judo-WM – gerade einmal zwei Jahre alt. Am Samstag werden die Thalheimerin und der Wiener gemeinsam mit dem Niederösterreicher Lukas Reiter die Welttitelkämpfe in Aserbaidschans Hauptstadt aus ÖJV-Sicht eröffnen.

"Ich bin fit und noch nicht fertig", sagt die 38-Jährige vor ihrer 13. WM. Fragen, wohin ihre Karriere, die unter anderem zwei EM-Titel und drei Olympia-Teilnahmen umfasst, noch führt, erträgt sie zwar mit nach außen hin getragener Ruhe, hören kann sie diese aber nicht mehr.

Dabei schien ihre Laufbahn gerade erst im Frühjahr an einem Scheideweg angelangt. Da das Ausbildungsprogramm des Bundesheeres auslief, verlor die langjährige Heeressportlerin eine wichtige finanzielle Stütze. Zudem verpasste Filzmoser als Fünfte knapp das EM-Podest und damit eine bessere Klassifizierung für Fördertöpfe. Ihren Traum, in Tokio – der Wiege des Judos – 2020 noch einmal auf die Olympia-Matte zu steigen, wollte sie trotzdem nicht begraben. Mithilfe mittelfristiger Finanzierungsmodelle sich durch die zwei Jahre dauernde Olympia-Qualifikation hanteln, lautete ihr Plan.

Schon bald bei der Polizei?

Nun zeichnet sich jedoch eine dauerhafte Lösung ab: Filzmoser steht vor der Aufnahme in den Spitzensportkader der Polizei. Klappt alles, wird dies am Tag des Sports, der gleichzeitig mit ihrem WM-Auftritt in Wien stattfindet, verkündet. Die Fortführung ihrer Karriere bis (mindestens) 2020 wäre somit gesichert. Zumal die Polizei für die angehende Pilotin attraktive Perspektiven bietet.

Verletzungsgeplagtes Aufgebot

Abseits der WM-Matte wird die in die Athleten-Kommission des Weltverbands (IJF) gewählte Filzmoser eine Rede bei der erstmals stattfindenden Geschlechtergleichstellungskonferenz halten. "Da werde ich von den Erfahrungen bei meinen Entwicklungsprojekten im Himalaya berichten."

Zwar gibt Österreichs Verband die erste WM-Medaille seit 2010 – Bronze von Filzmoser – als Ziel aus, die Trauben hängen für das zehnköpfige Aufgebot jedoch hoch. Nicht zuletzt, da die Zugpferde der vergangenen Jahre, die Tirolerinnen Kathrin Unterwurzacher (Kreuzbandriss) und Bernadette Graf (Schulter), gerade erst von langwierigen Verletzungen zurückkehren. Ähnlich sieht es beim zweiten Oberösterreicher, Daniel Allerstorfer, aus. Der Mühlviertler, dessen Klasse über 100 Kilogramm in einer Woche drankommt, war heuer lange Zeit wegen eines doppelten Bandscheibenvorfalls im Nacken außer Gefecht.

Einschränkungen spüre der 25-Jährige nicht mehr, aber bei hundert Prozent sei er noch nicht. "Beim Krafttraining habe ich noch Rückstand." Da die WM punktemäßig das bestdotierte Turnier des Jahres ist, habe ein Verzicht mit Blick auf die Olympia-Quali freilich keinen Sinn. (pue)

Sportminister in Baku

Nicht nur als Daumendrücker ist Sportminister Heinz-Christian Strache bei der Judo-WM in Baku. Hinter vorgehaltener Hand gilt als fix, dass die Welttitelkämpfe 2021 in Wien stattfinden. Finale Unterschriften würden noch fehlen. Am Rande von Gesprächen mit Aserbaidschans Sportminister gab Strache Pläne bekannt, wonach ein Grand Prix der Motorsportserie Formel E nach Wien geholt werden soll. Außerdem erhält die querschnittgelähmte Synchronschwimmerin Vanessa Sahinovic eine Anstellung im Ministerium.

Update: Die Vergabe der WM 2021 an Österreich ist nun offiziell

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