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"Er wäre nun bestimmt stolz auf mich"

28. Juni 2021 00:04 Uhr

"Er wäre nun bestimmt stolz auf mich"
Der 26-jährige Niederländer erfüllte seine persönliche Mission.

MUR-DE-BRETAGNE. Mathieu van der Poel holte mit Tour-Gelb das nach, was seinem Opa immer verwehrt blieb.

Was seinem Opa Raymond Poulidor, der als "ewiger Zweiter" in die Geschichte der Tour de France einging, nie gelang (die OÖN berichteten), brachte gestern Enkel Mathieu van der Poel (Team Alpecin) für den Opa erfolgreich zu Ende. Nach einem starken Antritt im steilen Schlussanstieg auf die Mur de Bretagne gewann er solo die zweite Etappe der Frankreich-Rundfahrt und schlüpfte wie schon sein Vater Adrie ins Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Dazu gab es auch noch die Führung in der Bergwertung.

"Schade, dass mein Opa das hier nicht mehr erleben darf. Er ist jetzt nicht mehr hier, aber ich weiß, dass er stolz auf mich wäre", sagte Van der Poel mit Tränen in den Augen über seinen 2019 verstorbenen Großvater. Schon vor seiner ersten Tour de France gab der dreifache Cross-Weltmeister und Mountainbike-Weltcup-Gewinner das begehrte Trikot als Ziel seiner Begierde aus.

Am hektischen ersten Teilstück der weltgrößten Rundfahrt am Samstag blieb ihm, obwohl im Retro-Trikot zu Ehren seines Opas angetreten, dieser Streich noch verwehrt. Weil mit Julian Alaphilippe der Weltmeister die eindeutig besten Beine im Feld hatte. Der Franzose gewann nach 197,8 Kilometern von Brest nach Landerneau acht Sekunden vor dem Australier Michael Matthews das Bergauf-Finale. Gestern musste er Gelb dann schon wieder hergeben. Die Etappe war aber ohnehin von mehreren schweren Stürzen überschattet worden.

Gestern waren etliche Profis bandagiert unterwegs. Insgesamt wurden 21 Fahrer verletzt. Vier davon mussten aufgeben, darunter der mit großen Hoffnungen angetretene Spanier Marc Soler (Movistar). Auch der vierfache Ex-Tour-Gewinner Chris Froome, der Schwanenstädter Lukas Pöstlberger und Österreichs frischgebackener Meister Patrick Konrad waren verwickelt gewesen. Froome trug Oberkörperblessuren davon und erhielt erst nach Röntgenchecks grünes Licht für die Weiterfahrt. Konrad hatte zahlreiche Schürfwunden am gesamten Körper zu beklagen. Ebenfalls schwer lädiert waren Tony Martin und Marc Hirschi, wichtige Helfer der Top-Favoriten Primoz Roglic und Tadej Pogacar.

Der erste Massensturz hat zumindest für eine dafür verantwortliche Zuschauerin ein juristisches Nachspiel. Die Gendarmerie bestätigte die Einleitung von Ermittlungen gegen die Frau, die durch ein auf die Strecke gehaltenes Pappschild den Unfall mit mehr als 50 betroffenen Fahrern ausgelöst hatte. Ermittelt wird wegen vorsätzlicher Gefährdung der öffentlichen Sicherheit.

Ein Tag für die Sprinter

Heute wird es auf der dritten Tour-Etappe (ab 13.10 Uhr, live auf Eurosport) nach dem hügeligen Start etwas flacher. Doch die Fahrt von Lorient nach Pontivy (182,9 km) ist windanfällig. Im Zielort, übrigens Geburtsstätte des amtierenden UCI-Präsidenten David Lappartient, wartet eine 1400 Meter lange Zielgerade auf die Sprinter. Für van der Poel, der in wenigen Wochen in Tokio am Mountainbike auch auf Olympia-Gold losgehen will, eine gute Gelegenheit, Gelb zu verteidigen. (fei)

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