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Eishockey: Österreichs U20 kämpft in Edmonton um historischen Erfolg

Von nachrichten.at/apa   26. Dezember 2021 08:08 Uhr

RED DEER. Mit den Lehren aus dem vergangenen Jahr soll es für Österreichs U20-Eishockeynationalteam im fünften Anlauf endlich was zum Feiern geben.

Die rot-weiß-roten Junioren kämpfen bei der am (heutigen) Sonntag beginnenden U20-A-WM in Edmonton und Red Deer um den ersten Sieg überhaupt und hoffen auf den erstmaligen Klassenerhalt. Die Mannschaft von Marco Pewal ist aber nicht nur zum Start am Montag (20.00 Uhr MEZ/live ORF Sport +) gegen den WM-Dritten Finnland klarer Außenseiter. Die ÖEHV-Talente treffen in Gruppe A in Edmonton nach den Finnen, die 15 bereits gedraftete Spieler dabei haben, auf Titelfavorit Kanada (Mittwoch, 1.00 Uhr), Tschechien (Donnerstag, 22.30/ORF Sport +) und am Silvestertag (20.00 Uhr/ORF Sport +) auf Deutschland, dem wahrscheinlich einzigen Gegner, der in Reichweite sein könnte. Danach folgt zu Jahresbeginn entweder das Viertelfinale oder eine Relegation (best of three) gegen den Letzten der Gruppe B mit dem wahrscheinlichen Gegner Schweiz oder Slowakei.

Der rot-weiß-rote Plan ist, sich im Turnierverlauf stetig zu verbessern und gegen Deutschland den historischen ersten Sieg einzufahren. "Wir sind der Underdog. Wir starten gleich gegen zwei richtig gute Gegner. Wir müssen auf unser Spiel schauen und wollen das, was wir besprochen und trainiert haben, von Spiel zu Spiel besser umsetzen", gab Pewal im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur die Marschroute vor. Der Erfolg führt "nur über die defensive Zone, da müssen wir kompakt spielen", betonte der Teamchef. Er will seine Mannschaft "giftig und frech" sehen, mit "Respekt, aber ohne Angst".

"Ziel ist es, Deutschland zu schlagen"

"Unser großes Ziel ist es, Deutschland zu schlagen. An einem guten Tag, an dem bei uns alles passt, mit einer sehr guten Torhüterleistung und natürlich auch mit ein bisschen Glück, ist das möglich", meinte Pewal. Im Vorjahr reichte eine starke Torhüterleistung von Sebastian Wraneschitz nicht für einen Erfolg, der Wiener ist trotz einer schwierigen Saison auch heuer der Einser-Torhüter. Dass die Deutschen mit Tim Stützle, John-Jason Peterka und Lukas Reichel auf ihre drei besten Stürmer verzichten müssen, ändert für Pewal nichts an der Ausgangslage. "Deutschland hat trotzdem einen sehr starken Kader, viele haben in der DEL eine tragende Rolle."

Pewal hat bei der Auswahl seines Kaders Lehren aus dem vergangenen Turnier berücksichtigt. "Wir sind heuer eisläuferisch besser und größer, um dagegen zu halten. Wir haben ein besseres Kollektiv und haben geschaut, dass wir mit vier Linien Gas geben können", erklärte er. Dennoch habe man schon auf die Zukunft geachtet und neben der Slowakei die jüngste Mannschaft der WM.

Im Dezember des Vorjahres war das von Marco Rossi angeführte österreichische Team mit vier Niederlagen und 1:29 Toren Letzter. Aufgrund der Corona-Pandemie gab es aber keinen Absteiger, weshalb erstmals heimische Talente zum zweiten Mal die Chance haben, sich auf der größten Nachwuchsbühne der Welt den rund 250 Scouts zu präsentieren. Allen voran die 17-jährigen Stürmer Marco Kasper, einer von zehn Spielern, die schon im Vorjahr dabei waren, und Vinzenz Rohrer. Der Kärntner Kasper vom schwedischen Tabellenführer Rögle wird als möglicher NHL-Erstrundendraft 2022 gehandelt wird, der Vorarlberger Rohrer vom kanadischen Juniorenclub Ottawa 67's hat ebenfalls gute Draft-Chancen.

Bei den bisherigen vier Teilnahmen an der seit 1977 ausgetragenen U20-Weltmeisterschaft ist Österreich in 17 Spielen kein Sieg gelungen. Am knappsten dran war man am 3. Jänner 2004, als die ÖEHV-Auswahl dank eines Doppelpacks von Thomas Vanek gegen die Ukraine mit 2:1 führte und im Finish den Ausgleich kassierte.

Die U20-WM findet so wie vor einem Jahr im kanadischen Alberta statt. Weil zu Jahreswechsel 2020/21 aufgrund von Corona keine Zuschauer erlaubt waren, wurde das Turnier ein weiters Mal an Edmonton (und Red Deer) vergeben. Diesmal mit Fans. Der Rodgers Place, die neue und über 18.000 Zuschauer fassende Halle in Edmonton darf mit bis zu 50 Prozent der Zuschauerkapazität gefüllt werden.

9.000 Fans werden daher am Dienstag (Ortszeit) dabei sein, wenn es gegen das Gastgeberland Kanada geht. Deren Teamchef Dave Cameron, bis vergangenen Sommer Trainer der Vienna Capitals, hat zwölf Erstrunden-Drafts in seinem Kader, darunter Verteidiger Owen Power, im Vorjahr die Nummer eins im Draft. Gespannt sind die Kanadier besonders auf die Stürmer Shane Wright, potenzieller Top-Pick im kommenden Jahr, und Connor Bedard, den Experten im Draft 2023 als mögliche Nummer eins einstufen. Die Kanadier wollen die im Vorjahr erfolgreichen US-Boys entthronen.

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