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Ein Schatten seiner selbst: Thiem scheiterte sang- und klanglos

Von Alexander Zambarloukos aus Paris   22. Mai 2022 13:10 Uhr

Dominic Thiem war maßlos enttäuscht.

Tennis: Österreichs Grand-Slam-Champion musste sich Hugo Dellien in der ersten French-Open-Runde in drei Sätzen geschlagen geben

Aus und vorbei! Für Dominic Thiem waren die French Open 2022 ein kurzes Abenteuer. Der Weltranglisten-194. kommt nach seiner Verletzungspause einfach nicht in die Gänge. Der 28-jährige Lichtenwörther, der 2020 bei den US Open triumphiert hatte, musste sich bereits in der ersten Runde dem Bolivianer Hugo Dellien, der im ATP-Ranking auf Position 84 steht, 3:6, 2:6 und 4:6 geschlagen geben.

Thiem ist nur ein Schatten seiner selbst. und seit 12. Mai 2021 sieglos. Damals hatte er Marton Fucsovics in Rom 3:6, 7;6 (5), 6:0 niedergerungen. Seit damals ist der Wurm drinnen, nicht nur wegen der Handgelenksverletzung, die sich der zweimalige French-Open-Finalist (2018, 2019) am 22. Juni 2021 auf Mallorca zugezogen hat.

Die Abfuhr gegen Dellien war die bereits elfte Niederlage en suite, Thiem wird am 13. Juni aus den Top 350 der Welt fallen, weil er die 180 Punkte vom Paris-Viertelfinale 2020 (K. o. gegen Diego Schwartzman/Arg) verlieren wird.

Das ist frustrierend. Thiem, der auch vor einem Jahr in der ersten Runde in Roland Garros in fünf Sätzen an Pablo Andujar (Esp) gescheitert ist, wird jetzt kleinere Brötchen backen müssen. Die Veranstalter des Anfang Juni beginnenden Sandplatz-Challengers in Perugia haben den ehemaligen Weltranglistendritten mit einer Wild Card ausgestattet. Thiem braucht unbedingt Siege, um sein Selbstvertrauen aufzupolieren.

Thiem scheiterte bei French Open in Runde eins

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Thiem schaffte kein einziges Break

Die Buchmacher hatten dem Niederösterreicher vor dem Match gegen Dellien eine 50:50-Chance gegeben. Doch von einer ausgeglichenen Partie konnte keine Rede sein. Der bolivianische Sandplatzspezialist spielt ein solides Tennis, unerzwungene Fehler sind Mangelware.

Im Gegensatz zu Thiem, der die eine oder andere Rallye dominiert hatte, sich aber immer wieder mit zu kurz eingestreuten Bällen vom Fahrersitz genommen hatte. Bei Thiem ist Sand im Getriebe. Zu seinen Glanzzeiten hätte der 17-fache ATP-Turniersieger so einen Gegner dominiert.

Doch die Vorhand ist nicht stabil genug, die Streuung in den Schlägen zu groß, Thiem steht sehr weit hinter der Grundlinie und kann nicht jenen Druck ausüben, den er für sein Spiel benötigt. Das war eher ein Rückschritt als ein Fortschritt, weshalb sich auch die Trainerfrage stellt. Kann Nicolas Massu seinen Schützling wieder auf Vordermann bringen? Es muss definitiv mehr kommen.

Am Sonntag gelang Thiem kein einziges Break, obwohl er auf dem erst 2019 eröffneten Court Simonne-Mathieu im Botanischen Garten die emotionale Rückendeckung hatte. Das französische Publikum versuchte den ehemaligen „Dominator“ mit Allez-Thiem-Rufen nach vorne zu peitschen. Vergeblich. 

Die rund 2500 Fans in dem 5000 Zuschauer fassenden, schmucken Stadion (hinter einer Glasfassade) bekamen ein letztlich eher einseitiges Match zu sehen. Im ersten Satz hatte Thiem sein Service zum 1:3 abgegeben, der zweite Durchgang war mit zwei Breaks zugunsten von Dellien eine klare Angelegenheit. Auch im dritten Set war Thiem nach einem Aufschlagverlust zum 0:1 permanent im Hintertreffen. 

Um 13:10 Uhr bzw. nach 2:01 Stunden, fiel der Vorhang. Thiem hadert mit sich selbst, es tut extrem weh.

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