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Ein Muskelprotz spaltet die Golf-Welt

Von OÖN   22. September 2020 00:04 Uhr

Ein Muskelprotz spaltet die Golf-Welt
Bryson DeChambeau

NEW YORK. Bryson DeChambeau trat mit seinem US-Open-Titel eine Debatte über die Ästhetik des Golfsports los

Golfer Bryson DeChambeau hat die US Open in Mamaroneck überlegen mit sechs Schlägen Vorsprung gewonnen. Es ist dies der erste Triumph des 27-jährigen Kaliforniers bei einem Major-Turnier. Mit einer 67er-Schlussrunde auf dem Par-70-Kurs zog er noch an Jungprofi Matthew Wolff vorbei, der Zweiter wurde.

DeChambeaus größter Triumph ist keine Überraschung. Seit er 2016 als damals bester US-amerikanischer Amateur zu den Profis gewechselt war, gewann er auf der PGA-Tour sechs Turniere, das letzte davon Anfang Juli dieses Jahres in Detroit.

Über den Winter und während der Coronapause absolvierte DeChambeau ein exzessives Muskeltraining. Bis Juni, als die US PGA Tour den Betrieb wieder aufnahm, legte er mehr als 15 Kilogramm an Muskelmasse zu. Dadurch versteht er es den Ball bedeutend weiter zu schlagen als alle noch so namhaften Konkurrenten. Nicht selten fliegt und rollt der Ball vom Abschlag über 350 Meter weit.

Dadurch benötigt DeChambeau auf einem Par-4-Loch in der Regel für den zweiten Schlag nur noch eine kurze Annäherung. Wenn ihm dann das kurze Spiel gut gelingt, verschafft er sich erhebliche Vorteile.

Puristen fordern Regeländerung

Puristen und Traditionalisten stößt er damit vor den Kopf, in den USA gibt es sogar schon eine Debatte, ob man die Regeln anpassen sollte – Golf soll weiterhin ein Sport bleiben, bei dem man viele verschiedene Techniken und Situationen zu beherrschen hat. DeChambeau traf auf dem als extrem schwierig geltenden Kurs des Winged Foot Golf Clubs nur 23 von 56 Fairways an den vier Turniertagen – war aber meistens nah genug am Loch dran, dass das unterm Strich das höhere Gras ausglich. Bei diesen US Open ging es für ihn auch darum, sich und allen anderen zu beweisen, dass es so funktioniert. "Zu hundert Prozent, kein Zweifel", sagte DeChambeau.

Bernd Wiesberger schloss das Turnier auf dem 43. Platz ab, Matthias Schwab hatte bei seinem Debüt den Cut klar verpasst.

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