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Dominic Thiems Nizza-Experiment

Von Alexander Zambarloukos  20. Juni 2020 00:04 Uhr

Dominic Thiems Nizza-Experiment
Dominic Thiem

NIZZA. An der Côte d’Azur sind die Tennis-Stars Versuchskaninchen.

Dominic Thiem hat die Corona-Zwangspause gut gemeistert, seine Batterien aufgeladen und in den vergangenen Wochen an seinem Tennisspiel gefeilt. Die bisherigen Resultate können sich sehen lassen, bis auf eine Niederlage gegen Sebastian Ofner bei der Austrian Pro Series in der Südstadt hat der Weltranglistendritte alles gewonnen, was es zu gewinnen gab.

In dieser Tonart darf es auch am Wochenende in Nizza weitergehen – wobei es für den Finalisten der Australian Open ein Flug ins Ungewisse sein wird. Das liegt aber nicht an seiner augenblicklichen Verfassung, sondern an den speziellen Regeln, die der Ultimate Tennis Showdown (UTS) in der Akademie von Patrick Mouratoglou, dem Trainer der 23-fachen Grand-Slam-Triumphatorin Serena Williams, für Thiem, Stefanos Tsitsipas, Matteo Berrettini & Co. bereithält.

"Ich bin schon sehr neugierig"

Die Asse werden an der mondänen Côte d’Azur zu Versuchskaninchen. Jedes Match geht über vier Sätze, ein Set ist nach zehn Minuten beendet. Derjenige, der die meisten Ballwechsel für sich entscheidet, gewinnt den Durchgang. Steht es nach 40 Minuten 2:2, folgt ein "Sudden Death" (Tiebreak).

Viermal dürfen die Coaches (via Headset für alle hörbar) ihren Senf dazugeben. Darüber hinaus werden die Spieler mit je vier Trumpfkarten ausgestattet. Das gibt ihnen die Chance zu taktieren. Wird etwa das Blatt "X3" ausgespielt, zählt ein Gewinnschlag drei Punkte. Bei "Steal Serve" bekommt ein Athlet vier Aufschläge hintereinander (anstatt zwei) und so weiter und so fort. Klingt sehr kompliziert, ist aber so.

"Ich bin schon sehr neugierig, was da auf mich zukommt", sagte Thiem, für den Nizza ein fruchtbarer Boden ist. Dort holte der 26-Jährige 2015 auf Sand seinen ersten von insgesamt 16 ATP-Titeln, 2016 sollte der "Dominator" den Triumph wiederholen.

Heute muss er sich auf eine Spätschicht einstellen. Um 22.15 Uhr (Eurosport live) trifft der Lichtenwörther auf Lokalmatador Richard Gasquet (Fra) – wohlgemerkt auf Hartplatz und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Es sind Covid-19-bedingt andere Umstände als noch vor einer Woche beim Adria Cup in Belgrad, wo 4000 Fans den Centre Court "umzingelt" haben.

"An die Regeln gehalten"

Auch bei der anschließenden Party ging richtig die Post ab, Thiem unterzog sich nach der Rückkehr in die Heimat einem Covid-19-Test, der negativ ausfiel. Unabhängig davon sah sich Belgrad-Organisator Novak Djokovic wegen des weitgehend ungeschützten Massenauflaus in Zeiten wie diesen Kritik ausgesetzt. "Wir haben die Linien nicht überschritten und uns an die von der serbischen Regierung vorgegebenen Regeln gehalten", verteidigte sich die Nummer eins der Welt: "Es ist nicht einfach, den Leuten zu erklären, dass die Situation in den USA oder in Großbritannien eine komplett andere ist."

Auch Vater Sdrjan Djokovic hatte wieder einmal Redebedarf und legte Roger Federer (38) das Karriereende nahe: "Man muss sich das einmal vorstellen – ein 40 Jahre alter Mann, der immer noch Tennis spielt. Komm schon, erziehe deine Kinder und geh Skifahren."

Manchmal ist Schweigen Gold.

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Alexander Zambarloukos

Redakteur Sport

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