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Die Sportler als "Welten-Wanderer"

Von Reinhold Pühringer  18. Februar 2021 00:04 Uhr

Die Sportler als "Welten-Wanderer"
Der Welser Shamil Borchashvili (re.) kämpft morgen in Tel Aviv.

Österreichs Judo-Asse im "gelobten Land", ein Kanu-Duo im Risikogebiet

Tel Aviv, Israel: Es passt ins Bild, dass die Corona-Hochrisikosportart Judo ab heute ihr erstes Grand-Slam-Turnier des Jahres ausgerechnet im "Impfweltmeister"-Land Israel austrägt. Fast die Hälfte der knapp neun Millionen Einwohner ist bereits geimpft, während es in Österreich gerade einmal um die drei Prozent sind. Von merklichen Erleichterungen für die Athleten könne aber keine Rede sein, berichtet Österreichs Judo-Teamchefin Yvonne Bönisch, die in Tel Aviv sechs Athleten ins Rennen um Olympiapunkte schickt. Darunter ist der Welser Shamil Borchashvili, seine Vereinskollegin Sabrina Filzmoser fehlt verletzt.

"Ähnlich wie in Österreich"

Die für den öffentlichen Personenverkehr geschlossenen Flughäfen machten für drei Charterflieger, die in Paris und Istanbul die Judo-Elite einsammelten, eine Ausnahme. "Es ist krass, was der Weltverband in Zusammenarbeit mit dem israelischen hier ermöglicht hat", kommentiert die Wahl-Linzerin Bönisch. Nach 2016 hatte die Olympiasiegerin (2004) Israels Team betreut und kennt die Gegebenheiten dort. "Es ist trotz der Impfungen ähnlich wie in Österreich", sagt die 40-Jährige. Die Schulen wurden erst vor kurzem teilweise geöffnet und der Breitensport steht nach wie vor still. Die Vorsicht erklärt sich anhand hoher Infektionszahlen, die trotz der Impfquote weiter im internationalen Spitzenfeld liegen, sowie der Sorge vor Mutationen. Bevorstehende Lockerungen werden von politischen Kommentatoren als Irrsinn bezeichnet.

Dementsprechend gestaltet sich der Umgang mit internationalen Sportlern, die auch in Tel Aviv in einer Blase abgeschottet werden. Zumindest Israels Asse sind schon durchgeimpft. Zuschauer sind in der Shlomo-Arena noch nicht zugelassen. "Das wäre in einem Monat wahrscheinlich schon anders", so Bönisch.

Die Sportler als "Welten-Wanderer"
Lehaci und Schwarz (v.l.) trainieren 40 Tage lang nahe Pretoria.

Pretoria, Südafrika: B.1.351 lautet die Bezeichnung für jene Corona-Mutation, die aus Südafrika stammt, weshalb Reisen dorthin als besonders unratsam gelten. Viktoria Schwarz und Ana Roxana Lehaci taten es trotzdem. Die zwei Kanutinnen bereiten sich insgesamt 40 Tage, bis 10. März, in einem Resort nordöstlich von Pretoria auf das im Mai geplante Olympia-Ausscheidungsrennen vor. "Wenn wir im Mai schnell sein wollen, bleibt uns praktisch nichts anderes übrig, als hier zu trainieren", sagt Schwarz.

Das Duo vom UKRV Schnecke Linz schlägt zu dieser Jahreszeit seine Zelte für gewöhnlich in Australien auf. Die zwei Wochen Quarantäne, die dort nun alle Ankömmlinge absolvieren müssen, hätten ein Camp in "Down under" einerseits sportlich sinnlos und andererseits kaum finanzierbar gemacht. Und in Europa? Wintertaugliche Trainingsanlagen wie etwa in Sevilla seien nun besonders überlaufen. "Wenn du dir dann ein Trainingszentrum mit 20 anderen Teams teilst, ist das weniger sicher als hier", erklärt Schwarz.

Beim Ministerium registriert

Die Canoe Development Academy teilen sich Lehaci/Schwarz nur mit ihrer slowenischen Trainingsgruppe und einer ungarischen Abordnung. Täglich wird Fieber gemessen und regelmäßig getestet. "Wir sind hier in der Pampa total abgeschieden", so Lehaci, die sich vor der Reise beim österreichischen Außenministerium registriert hat und so über Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten wird. Vor der Rückreise müssen sie einen negativen Test und ein Gesundheitszeugnis abliefern. Dass Tiroler Hoteliers nach einer Südafrika-Reise einen Shitstorm ernteten, haben die zwei mitbekommen. Schwarz: "Wir wären auch nicht hier, wenn es nicht sein müsste. Das wäre der letzte Ort, an den ich jetzt zur Gaudi fliegen würde."

Artikel von

Reinhold Pühringer

Redakteur Sport

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