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Die Rad-WM und ihr "Highway to Höll"

Von Dominik Feischl aus Innsbruck   21. April 2018 00:04 Uhr

Die Rad-WM und ihr "Highway to Höll"
Ex-Profi Rohregger zeigt den Scharfrichter der Titelkämpfe.

Steiles Stück: Beim Lokalaugenschein der OÖN auf der "Höttinger Höll" in Innsbruck wurde schnell klar, warum sich die Titelkämpfe wohl am bis zu 28 Prozent steilen Stieg entscheiden.

Der französische Radprofi Thibaut Pinot (Groupama) brachte gestern den Gesamtsieg bei der "Tour of the Alps" in Innsbruck knapp, aber sicher ins Ziel. Sein Arbeitstag und der vieler seiner Kollegen war damit aber noch nicht beendet: Denn wenn der Rad-Zirkus im September nach Tirol zur WM zurückkommt, dann ist man dort ohne vernünftige Vorbereitung chancenlos. Pinot wie auch der Alps-Vierte Chris Froome besichtigten im Anschluss an die Rundfahrt noch die absolute Schlüsselstelle der Titelkämpfe.

Die Rad-WM und ihr "Highway to Höll"
Pinot gewann die WM-Generalprobe.

"Highway to Höll" nennt Thomas Pupp, einer der Tempomacher der WM, den steilen Stieg "Höttinger Höll" inmitten von Innsbruck, der Richtung Hungerburg führt. Und der Lokalaugenschein der OÖN bestätigte die teuflischen Schilderungen der WM-Macher. Es brennt tatsächlich, wenn man auch nur zu Fuß die Rampe hinaufmarschieren muss. Der bis zu 28 Prozent steile und 2,7 Kilometer lange Stich ist knapp vor dem Ziel der Scharfrichter des Rennens, das schon davor nicht mit Höhenmetern geizt. Insgesamt müssen 5000 auf 265 Kilometern bewältigt werden.

"Wir wollten etwas Besonderes einbauen und die Höll ist etwas, das im Radsport seinesgleichen sucht", sagt Ex-Profi Thomas Rohregger, der für den WM-Kurs verantwortlich ist. Der Inhaber der Bestzeit auf das Kitzbüheler Horn ist kein Kind von Traurigkeit, was solche Anstiege betrifft. Doch selbst Rohregger, der nur unweit des Anstiegs wohnt, ließ es gestern bei der Besichtigungstour hinauf ruhig angehen. "Ansonsten kannst du hier absteigen und schieben", erklärt der Österreich-Rundfahrts-Sieger von 2008. Er sagt ein beinhartes Ausscheidungsrennen im Herbst voraus. "40 bis 50 Leute werden in diesen Schlussanstieg gehen, keine zehn Leute werden zum Sprint vor dem Landestheater antreten."

Video: Es war die WM Generalprobe - die fünfte und letzte Etappe der "Tour of the Alps". Auf Teilen der WM Strecke im Septebmer ist diese hochkarätig besetzte Rundfahrt am Freitag in Innsbruck zu Ende gegangen.

Doch nicht alle haben mit der "Höll" ihre Freude. Und damit sind nicht nur Radprofis gemeint. Auch die Anrainer haben mit dem zu erwartenden Ansturm bei den Titelkämpfen – insgesamt 500.000 Zuschauer werden in Tirol erwartet – ihre Probleme. Derzeit ist die "Höll" noch für den öffentlichen Verkehr gesperrt, zuletzt gab es viele Anzeigen wegen auffahrender Radfahrer. "Wir müssen noch Aufklärungsarbeit leisten. Viele kapieren nicht, was so eine WM allen in der ganzen Region bringt", sagt Rohregger – neben vielen Zushauern und Fernsehbildern in die ganze Welt auch den Respekt der Fahrer. "Das wird richtig heftig", urteilte auch Riccardo Zoidl, nachdem er gestern bei der Schlussetappe der "Tour of the Alps" einen ersten Vorgeschmack bekam auf Teile des WM-Kurses. Davor will der Felbermayr-Wels-Profi am Sonntag nach starker Leistung bei dieser Rundfahrt (16. Endrang) beim Giro dell’Appennino weiter Werbung in eigener Sache machen.

"Die Älteste" fordert die Profis

Am Sonntag steigt mit Lüttich–Bastogne–Lüttich auch der älteste Rad-Klassiker. In den Hügeln der Ardennen wartet ein heißer Tanz. Wie auch im Herbst in Tirol.

 

Tour of the Alps

5. Etappe, Rattenberg–Innsbruck (164,2 km): 1. Mark Padun (Ukr/Bahrain) 4:16:20 Std., 2. George Bennett (Nzl/LottoNL) +0:05 Min., 3. Jan Hirt (Cze/Astana) +0:06, 4. Giulio Ciccone (Ita/Bardiani), 5. Ben O’Connor (Azs/Dimension Data), 6. Thibaut Pinot (Fra/ Groupama), 7. Miguel Angel Lopez (Col/Astana), 8. Chris Froome (Gbr/Sky) alle gl. Zeit; 19. Riccardo Zoidl (Ö/Felbermayr) +1:34 Min., 29. Georg Preidler (Ö/FDJ) +5:06, 51. Markus Eibegger (Ö/Felbermayr) +6:18, 63. Felix Großschartner (Ö/Bora) +14:49.
Endstand: 1. Pinot 18:28:48 Std., 2. Pozzovivo +0:15 Min., 3. Lopez gleiche Zeit, 4. Froome +0:16; 16. Zoidl +5:18, 33. Preidler +25:39, 48. Großschartner +38:13, 51. Eibegger +39:48.

 

 
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