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Die Handball-WM zwischen Farce und Spektakel

18. Januar 2021 00:04 Uhr

Die Handball-WM zwischen Farce und Spektakel
Erfrischend: Kongos Mvumbi

GIZEH. Coronafall im Hotel der Österreicher, die heute gegen Norwegen (20.30 Uhr) einen Sieg benötigen.

Das Marriott Mena House liegt am Fuße der Cheops-Pyramide und ist während der WM in Ägypten das Teamhotel von Österreichs Handballherren. Die dort untergebrachten Teams sind coronafrei, hatte ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser zuletzt noch gesagt. Seit diesem Wochenende ist das anders – betroffen sind Spieler aus Kap Verde. Die Westafrikaner waren wegen mehrerer positiver Fälle bereits dezimiert angereist, wegen der neuen Infektionen hatten sie die erforderlichen zehn Kaderspieler nicht mehr zusammengebracht, weshalb das Vorrundenspiel gegen Deutschland gestern mit 0:10 strafverifiziert wurde.

"Im Hotel wird Kap Verde völlig abgeschirmt", beruhigt Fölser. Das verhindert nicht, dass sich der lange Corona-Schatten mehr und mehr über die Titelkämpfe am Nil legt. Während Tschechien sowie Österreichs ursprünglicher Auftaktgegner USA wegen zahlreicher Virusfälle schon vor Turnierbeginn ausstiegen, könnte es für WM-Neuling Kapverde noch weitergehen. Rücken einige in der portugiesischen Liga engagierte Spieler rechtzeitig nach, wäre mit einem Sieg morgen über Uruguay sogar noch der Aufstieg in die Hauptrunde drinnen.

Ein Szenario, das die WM-Farce perfekt machen würde. Zu spät und erst auf Druck der Teams hin hat der Weltverband (IHF) bei den laschen Hygienemaßnahmen nachgezogen. Als "Parodie" hatte Norwegen-Star Sander Sagosen die WM-Blase bezeichnet. "Es hat sich einiges verbessert", sagt Fölser. In Anbetracht von Inkubationszeiten sowie der Dauer der noch bis 31. Jänner laufenden WM könnte das erste mehrwöchige Sportgroßereignis der Pandemie aber noch sein blaues Wunder erleben.

Apropos Wunder: Ein solches braucht Österreich heute gegen Vize-Weltmeister Norwegen (20.30 Uhr live in ORF Sport plus), will man doch noch das ausgegebene Ziel Hauptrunde erreichen. Frankreich war beim 28:35 am Samstag erwartungsgemäß eine Nummer zu groß, jedoch hatte sich die ÖHB-Auswahl im Vergleich zur 25:28-Auftaktpleite gegen die für die USA nachgerückte Schweiz gesteigert. "Unsere Abwehr war aggressiver, unser Angriff weniger fehleranfällig", analysierte ÖHB-Teamchef Ales Pajovic. Ein ähnliches Auftreten fordert der Slowene auch gegen Norwegen, um vielleicht noch dem Presidents Cup, den die Gruppenvierten ausspielen, zu entgehen.

"Nennt mich Gigant!"

Corona-Schatten hin oder her, schreibt diese WM auch schöne Geschichten – wie jene von Gauthier Mvumbi. Der Kreisläufer von WM-Neuling Kongo ist eine Naturgewalt. Die 110 Kilogramm, die offiziell als Körpergewicht angegeben wurden, dürften mehr eine vorsichtige Schätzung sein. "Nennt mich Gigant", schrieb der 26-Jährige auf Instagram. Mit beherztem Einsatz sowie vier Toren gegen Argentinien (22:28) spielte sich das Bröckerl nicht nur in die Herzen der Handball-Fans: Sogar NBA-Legende Shaquille O’Neal, selbst ein 147-Kilo-Koloss, gratulierte ihm. "Ein Traum wird wahr! Ich glaube es nicht, mein Idol Shaq, mein Star", reagierte Mvumbi. (pue)

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