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Das Dakar-Finale wird jetzt zur Nervenschlacht

Von Christoph Zöpfl  12. Januar 2022 00:04 Uhr

Das Dakar-Finale wird jetzt zur Nervenschlacht
Gut dosiert zwischen Risiko und Vorsicht: Matthias Walkner übernahm mit einer cleveren Strategie die Dakar-Führung.

RIAD. Drei Etappen vor dem Ziel übernahm der fehlerlose Matthias Walkner die Führung.

Wer bremst, verliert: stimmt nicht ganz. Matthias Walkner demonstriert gerade bei der Rallye Dakar, dass man auch mit einer eingebremsten Risikobereitschaft erfolgreich sein kann. Der 35-jährige Salzburger übernahm als Vierter der gestrigen Etappe mit seiner KTM die Führung in der Motorrad-wertung und hat damit gute Chancen, auch ohne Etappensieg zum zweiten Mal nach 2018 die legendäre Rallye für sich zu entscheiden. Vom Ziel trennen ihn nur noch drei Etappen, auf denen es zu einer Nervenschlacht kommen wird. Die schnellsten sechs Fahrer sind nur durch zehn Minuten getrennt.

"Du kannst an einem Tag schnell einmal 30, 40 Minuten verlieren. Viele haben noch die Chance, zu gewinnen oder aufs Podium zu fahren – ein Fehler kann alles ändern", sagt Walkner, der mit seiner Fahrweise beim achten Dakar-Start viele Beobachter beeindruckt. "Er hat die richtige Dosis von Attacke und Vorsicht gefunden. Gut, dass er nicht wie andere das letzte Hemd riskiert und bei der Navigation kaum Fehler macht", sagt KTM-Motorsportchef Pit Beirer. Für die Innviertler wäre ein Erfolg bei der Dakar heuer ganz besonders wichtig. Nach 18 Siegen in Folge sei man laut Beirer "betriebsblind" geworden. 2020 und 2021 hat KTM-Rivale Honda den prestigeträchtigen Sieg bei der Dakar abgestaubt.

"Sie waren einfach besser, das hat wirklich weh getan. Aber jetzt schaut es gut für uns aus", sagt Beirer, der Vorjahressieger Kevin Benavides von Honda nach Mattighofen gelockt hat. Damit hat er nicht nur einen schnellen Mann zu KTM geholt, sondern auch Honda-Know-how. Beirer: "Vor allem beim Roadbook-Training haben wir Fortschritte gemacht." Dazu kommt ein neu aufgebautes Motorrad, für dessen Entwicklung Walkner wichtige Inputs gegeben hat.

Die Früchte seiner Arbeit könnte er nun ernten, wenn er auf den letzten drei Etappen wie bisher der "Mister fehlerlos" bleibt. Im Windschatten hat der Salzburger den Engländer Sam Sunderland, der auf einem Bike der KTM-Hausmarke GasGas sitzt. Dann kommen mit Adrien van Beveren (Fra/Yamaha) und Pablo Quintanilla (Chi/Honda) schon zwei Siegertypen auf japanischen Motorrädern, die den am Montag in Mattighofen geplanten Dakar-Triumphzug noch verhindern könnten.

Artikel von

Christoph Zöpfl

Leiter Sportredaktion

Christoph Zöpfl

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