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Russischer Minister von Doping-Missbrauch informiert

NEW YORK. Der Kronzeuge im russischen Dopingskandal, Grigori Rodschenkow, hat der "New York Times" Einblick in seine Tagebuch-Aufzeichnungen der Jahre 2014 und 2015 gegeben und setzt damit das Internationale Olympische Komitee (IOC) weiter unter Druck.

Grigori Rodschenkow Bild: Foto: TASS

Rodschenkow bezeichnete sich selbst als einen der Drahtzieher des systematischen, staatlich gedeckten Dopings in Russland und ist nun als Aufklärer unterwegs. Der ehemalige Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, den die russische Justiz per Haftbefehl sucht, lebt inzwischen an einem unbekannten Ort in den USA unter dem Schutz des FBI. 

Die laut dem "NYT"-Bericht handgeschriebenen, detaillierten Enthüllungen über Treffen Rodschenkows mit hohen Regierungsmitgliedern und Sportfunktionären kommen Tage bevor das IOC am 5. Dezember über Strafen gegen Russland entscheiden will. Möglich ist ein Verbot aller russischen Abzeichen und des Spielens der Hymne. Aus Moskau kam für diesen Fall die Drohung eines Boykotts. Rodschenkow beschreibt laut "NYT"-Bericht ausführliche Gespräche mit hochrangigen Offiziellen zu Dopingplänen vor den Winterspielen in Sotschi 2014. Darunter war der frühere Sportminister Witali Mutko, derzeit stellvertretender Premierminister, sowie dessen damaliger Stellvertreter Juri Nagornich. 

Das IOC hatte Rodschenkow in der Begründung der Sperre für den russischen Skilangläufer und Goldmedaillen-Gewinner in Sotschi, Alexander Legkow, ausdrücklich Glaubwürdigkeit attestiert. Der 59-jährige Rodschenkow notierte in seinen Tagebüchern logistische Probleme, literweise sauberen Urin nach Sotschi zu transportieren, den die Athleten zuvor gesammelt hatten, wie die US-Zeitung schrieb. Der Urin sei in einem vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB kontrollierten Haus nahe des Anti-Doping-Labors unsortiert - weder nach Sportart noch nach Namen - abgestellt worden. 

Rodschenkow habe persönlich erst einmal Ordnung machen müssen. Vier Tage vor Beginn der Spiele habe er dann Mutko eine Liste mit den Sportlern übergeben, die Dopingmittel genutzt hätten. Kriminaltechnische Untersuchungen im Auftrag des IOC legen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nahe, dass Sportler-Urin mit Rückständen von Dopingmitteln gegen sauberen ausgetauscht worden war. 

Ungeachtet der Anschuldigungen und weiterer drei Sperren von Wintersportlern durch das IOC warnen führende Funktionäre vor einem Ausschluss Russlands von den Winterspielen vom 9. bis 25. Februar in Pyeongchang. "Wir haben sogar zusätzliche, gezielte Kontrollen bei den Russen gemacht. Da gab es keine positiven Fälle. Aus diesem Grund würde ich es nicht richtig finden, das russische Team bei Olympia komplett auszuschließen", sagte Rodel-Weltverbands-Chef Josef Fendt der "Sport Bild" (Mittwoch).

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Artikel 29. November 2017 - 16:28 Uhr
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