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Linz bleibt unberechenbar

LINZ. Es ist wie verhext: Seit dem Triumph von Angelique Kerber über Ana Ivanovic im Finale 2013 hat die Nummer eins des Linzer Tennisturniers die Trophäe nie zu greifen bekommen.

Linz bleibt unberechenbar

Trotz deutlicher Führung verabschiedete sich die Nummer eins von Linz, Julia Görges, in Runde eins. Bild: APA/EXPA/REINHARD EISENBAUER

Heuer erwischte es die Weltranglisten-Neunte Julia Görges schon in Runde eins. "Es gibt Schlimmeres im Leben, als ein Match zu verlieren", kommentierte die Deutsche die 6:1, 5:7, 4:6-Niederlage gegen Landsfrau Andrea Petkovic ziemlich gelassen.

Rund eine halbe Stunde zuvor hatte es in der 29-Jährigen, die im zweiten Satz eine 4:1-Führung sowie einen Matchball vergeben hatte, massiv gebrodelt. Das bekam auch eine Mitarbeiterin des Weltverbandes WTA zu spüren. An ihr entlud sich der Görges-Frust kurz nach Spielende, als es darum ging, Organisatorisches wie etwa den Zeitpunkt der Pressekonferenz zu klären. "Sie haben kein Feingefühl, sprechen Sie mich nicht an", schnauzte Görges die verdutzte Dame an. Zehn Minuten später sollte sich der Freund des Topstars des Upper Austria Ladies, Physiotherapeut Florian Zitzelsberger, für den rüden Ton entschuldigen.

Das Leid der Vorgängerinnen

Es fällt nicht leicht, zur Tagesordnung überzugehen, wenn man den Sieg vor Augen hat und trotzdem unterliegt. Görges teilt dieses "Schicksal" in Linz mit ehemals topgesetzten Spielerinnen. 2014 hatte Eugenie Bouchard wegen einer Muskelblessur im linken Oberschenkel nicht im Achtelfinale antreten können, 2015 scheiterte Lucie Safarova (Cze) schon in Runde eins, 2016 musste Garbiñe Muguruza (Esp) im Viertelfinale verletzt aufgeben, 2017 war für Magdalena Rybarikova (Svk) die Tschechin Barbora Strycova im Endspiel eine Nummer zu groß.

Bertens verlor Tiebreak-Krimi

Mit dem Aus von Görges setzt sich ein gewisser Trend fort. Nicht nur Linz ist unberechenbar, sondern der Tennis-Zirkus an sich. "Man soll sich nicht immer auf Williams oder Scharapowa versteifen. Wir haben hier in Linz eine Vielzahl von Spielerinnen mit Weltklasse-Potenzial", sagt Barbara Schett-Eagle, ehemalige Nummer 7 der Welt.

"Sensationell, was Turnierdirektorin Sandra Reichel hier jährlich auf die Beine stellt. Es war von Beginn an klar, dass es einige Spielerinnen gibt, die den Titel holen können", ergänzte die Botschafterin des Upper Austria Ladies. Kiki Bertens gehört heuer nicht mehr zu diesem Kreis. Die Weltranglisten-Zehnte unterlag gestern Margarita Gasparjan (Rus) 5:7, 6:2, 6:7 (3).

Wie auch immer: Linz hat einen besonderen Platz in Schetts Herzen. "Ich bin jetzt seit 26 Jahren mit dabei, habe hier 1992 eine meiner allerersten Wildcards bekommen, 1994 mein erstes WTA-Halbfinale erreicht, erstmals eine ehemalige Top-10-Spielerin geschlagen und 2004 meinen Abschied gefeiert", sprudelte es aus der 42-Jährigen.

 

Rasante Botschafterin

Barbara Schett macht auch im Porsche gute Figur.

Rasante Botschafterin

Slalom-Fahrt, Einparken und nebenbei auf der Motorhaube eines „Cayenne“ einen Jumbo-Ball balancieren: Barbara Schett-Eagle, Botschafterin des Upper Austria Ladies in Linz, meisterte die „Porsche Challenge“ auf dem Parkplatz der TipsArena am besten.

Neben der Tirolerin stellten sich auch die Lokalmatadorinnen Barbara Haas und Melanie Klaffner, Kirsten Flipkens und Alison van Uytvanck (Bel), Viktoria Kuzmova (Svk) sowie Anastassija Pawljutschenkowa und Natalja Wichljanzewa (Rus) dem Geschicklichkeitsbewerb hinter dem Steuer der Boliden. Flipkens betrat dabei kein Neuland: „Ich fahre selbst einen Porsche Panamera, bei einem Autorennen bin ich auch schon einmal mitgefahren“, sagte die motorsportbegeisterte 32-Jährige.

 

Tennis in Linz

Für die Lokalmatadorinnen aus Weyer ist das Upper Austria Ladies gestern mit Doppel-Niederlagen im Viertelfinale zu Ende gegangen. Barbara Haas musste sich an der Seite von Belinda Bencic (Sui) der Paarung Flipkens/Larsson 4:6, 4:6 beugen, Melanie Klaffner verpasste mit Partnerin Viktoria Kuzmova (Svk) eine Überraschung gegen Bara/Knoll. Endstand 4:6, 6:4, 8:10.

Upper Austria Ladies (WTA, 250.000 Dollar, Hartplatz), Achtelfinale: Gasparjan (Rus) – Bertens (Ned/2) 7:5, 2:6, 7:6 (3), Strycova (Cze/3) – Kr. Pliskova (Cze) 6:0, 6:1, Alexandrowa (Rus/Q) – Larsson (Swe) 3:6, 6:1, 6:1, Petkovic (D/WC) – Maria (D) 6:1, 6:3. Abendspiel: Mladenovic (Fra) – Babos (Hun).
Programm, Centre Court, Viertelfinale, heute, ab 14 Uhr: Strycova (Cze/3) – Van Uytvanck (Bel), Giorgi (Ita/5) – Gasparjan (Rus); nicht vor 17 Uhr: Petkovic (D) – Mladenovic (Fra)/Babos (Hun); nicht vor 18.30 Uhr: Pawljutschenkowa (Rus/6) – Alexandrowa (Rus/Q).

 

 

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Artikel Alexander Zambarloukos 11. Oktober 2018 - 21:28 Uhr
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