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Ein Wunderkind bläst zum Sturm auf die "chinesische Mauer"

LINZ. Tischtennis: 15-jähriger Japaner lehrt Chinas Stars nicht nur in Linz das Fürchten

Ein Wunderkind bläst zum Sturm auf die "chinesische Mauer"

Tomokazu Harimoto schlägt bei den Austrian Open in Linz auf. Bild: APA/BARBARA GINDL

Robert Gardos und Daniel Habesohn sind gemeinsam in Europa kaum zu schlagen. Bei den Liebherr Austrian Open in Linz war für Österreichs Parade-Tischtennis-Doppel aber dennoch in der ersten Hauptrunde Endstation. Dass bei der glatten 0:3-Niederlage auf der anderen Seite des Tisches mit Tomokazu Harimoto unter anderem ein erst 15-Jähriger stand, rang den zwei Europameistern kein besonderes Erstaunen ab. Nein, warum auch? Schließlich ist der japanische Youngster im internationalen Tischtennis bekannt wie ein bunter Hund. "Er ist eines der größten Talente, die es gibt", sagt Gardos anerkennend.

Obwohl erst in der Pubertät, ist Harimoto in der Weltspitze längst etabliert und mitunter gefürchtet. Als er elf Jahre alt war, machte der nunmehrige Weltranglisten-Achte mit seinem ersten Sieg über einen Top-100-Spieler von sich reden. Seither sprengte er einen Rekord nach dem anderen: Mit 13 erreichte er bei der WM in Düsseldorf das Viertelfinale, und im vergangenen Juni gewann er mit den Japan Open sein erstes Turnier der Platinum-Serie, der höchsten Kategorie im Tischtennissport. Auf dem Weg zum Titel schlug der damals 14-Jährige gleich zwei chinesische Olympiasieger.

Wunderkind und "Monster"

Wenig überraschend, dass Harimoto als Wunderkind gilt – auch wenn er die kindlichen Gesichtszüge in den vergangenen zwei Jahren ein wenig verlor. In seiner Heimat Japan trägt er den Spitznamen "Kaibutsu", was so viel wie "Monster" heißt. Der unbändige Hunger, mit dem er seine Gegner regelrecht "verspeist", macht auch vor Chinas Stars nicht halt. Harimoto bringt das Potenzial mit, der erste nicht-chinesische Tischtennis-Weltmeister seit Werner Schlager (2003) zu werden.

Wobei Harimotos Wurzeln ebenfalls im Reich der Mitte liegen. 2003 wurde er in der japanischen Hafenstadt Sendai unter dem chinesischen Namen Zhang Zhihe geboren. Seine Eltern – zwei ehemalige chinesische Nationalteamspieler – waren fünf Jahre zuvor dorthin emigriert, um im dort ansässigen Tischtennis-Klub als Trainer zu arbeiten. Mit der japanischen Staatsbürgerschaft erhielt Klein-Zhihe seinen japanischen Namen.

Als er noch kein Jahr alt war, setzten ihn seine Eltern mit einem Schläger in der Hand auf die Tischplatte und spielten ihm Bälle zu. Später stellten sie ihn auf einen Sessel hinter dem Tisch.

Neben dem Gefühl für den Ball ist Harimotos größte Stärke sein Eifer. Bereits im Volksschulalter habe er acht bis neun Stunden täglich trainiert. Das Ergebnis? "Trotz seiner Jugend ist er ein kompletter Spieler, ohne Schwächen", sagt Gardos. Das große Ziel von Harimoto ist klar: Spätestens bei den olympischen Heimspielen 2020 in Tokio will er die "chinesische Mauer" erstürmen. 

 

Polcanova nach Gegenwehr ausgeschieden

Österreichs Tischtennis-Asse hatten in Linz gegen die versammelte Weltelite den erwartet schweren Stand. Geschwächt von einem Infekt musste Sofia Polcanova in allen Bewerben – Einzel, Doppel und Mixed – in der ersten Hauptrunde die Segel streichen. Im Einzel gegen das chinesische Talent Sun Yingsha bot sie beim 2:4 aber lange Gegenwehr. Ebenfalls draußen ist Amelie Solja. Daniel Habesohn und Robert Gardos spielten gestern nach Redaktionsschluss.

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Artikel (pue) 09. November 2018 - 00:04 Uhr
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