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Die "Wundertüte" spuckte diesmal EM-Bronze aus

Lukas Weißhaidinger "explodierte" nach schwacher Quali und wurde Dritter.

Die "Wundertüte" spuckte diesmal EM-Bronze aus

Bravo Lukas! Weißhaidinger schleuderte den Diskus zur Bronzemedaille in Berlin. Bild: APA/AFP/ANDREJ ISAKOVIC

"Luki ist momentan eine Wundertüte", pflegt Gregor Högler zu sagen. Und wie Recht der Trainer damit hat, zeigte sich gestern Abend in Berlin, als sein Schützling, Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger, sensationell EM-Bronze holte.

Einen Tag zuvor hatte noch wenig darauf hingedeutet, der Innviertler war als Elfter gerade noch so in die Entscheidung der besten Zwölf gerutscht, in welcher er mit 65,14 Meter ein ganz anderes Gesicht zeigte, sich nur Daniel Stahl (Swe/68,23) und Andrius Gudzius (Ltu/68,46) beugen musste.

Nach einem ersten Wurf auf 63,05 Meter konnte der ÖLV-Athlet zunächst nicht zusetzen. Doch es reichte, um als Siebter ins Superfinale der besten Acht einzuziehen, denen drei weitere Versuche zugesprochen werden. Der fünfte Versuch war schließlich jener, der ihm bei seiner ersten EM gleich seine erste Medaille einbrachte.

Logisches Konstanzproblem

Auf "pfui" in der Quali folgte "hui" im Finale. Die Ursache für die Inkonstanz des 26-Jährigen liegt ziemlich genau zwei Jahre zurück: Bei den Olympischen Spielen in Rio hatte Weißhaidinger gerade mit Platz sechs den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere gefeiert, als er eine bemerkenswerte Entscheidung traf. Anstatt den eingeschlagenen Weg, der in die Weltspitze geführt hatte, weiterzugehen, nahm er eine Kursänderung vor, stellte seine Technik radikal um.

Der Grund dafür ist simpel: pure Physik. Denn auch wenn Weißhaidinger 150 Kilogramm auf die Waage bringt, hat der Koloss gegenüber manchen Konkurrenten körperliche Defizite. Die Spannweite seiner Arme beträgt 2,09 Meter, jene von Stahl etwa 2,23. "Zwei Zentimeter Unterschied bei der Spannweite bringen in der Regel einen Meter Unterschied in der Weite", rechnet Högler vor. "Wenn wir also mit der gleichen Technik wie die anderen werfen, werden wir zwar mit großer Sicherheit immer Fünfter oder Sechster werden, aber die ganz vorne nicht schlagen", erklärt Högler, dass ein Platz in der zweiten Reihe just nicht ihr Anspruch sei. Seither dreht sich Weißhaidinger nicht bloß im Kreis, sondern gibt dem Diskus einen zusätzlichen Impuls, indem er ihn vor dem Abwurf auf- und niederschwingen lässt. Auch wenn sich mit drei österreichischen Rekorden und nun EM-Bronze die ersten Früchte einstellen, ist die Technik momentan vor allem eines: riskant. "Du kannst nicht technisch etwas in tausend Würfen machen, wofür du 20.000 brauchst", sagt Högler. Die EM-Leistung passe somit zur gesamten Saison. Ein Tanz auf dem Vulkan, der in Berlin gut ging. Letzten Endes nahm Weißhaidinger einen Schritt nach hinten in Kauf, um im Idealfall bis zu den Spielen 2020 in Tokio zwei Schritte nach vorne zu machen.

Heute starten in Berlin Ivona Dadic, Verena Preiner und Sarah Lagger in den Siebenkampf.

Video: OÖN-Portrait von Lukas Weißhaidinger 2016

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Artikel Reinhold Pühringer aus Berlin 09. August 2018 - 00:04 Uhr
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