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36-Kilometer-Flug: Baumgartners Essensplan für Stratosphäre

WIEN/SALZBURG. Der Extremsportler Felix Baumgartner bereitet sich seit Jahren auf den Sprung seines Lebens vor. Noch in diesem Jahr will der 41-jährige Salzburger als erster Mensch im freien Fall aus 36 Kilometern Höhe die Schallmauer durchbrechen.

Felix Baumgartner

Stratosphären-Springer war gestern, Felix Baumgartner wird am 18. Februar zum Gedenkredner. Bild: apa

Neben zahlreichen technischen und medizinischen Tests spielt die Ernährung keine unwesentliche Rolle. Baumgartner, der sich als Sportler stets ausgewogen ernährt, hat sich für das Projekt "Red Bull Stratos" mit Sportwissenschafter Michael Mayrhofer zusammengetan, der ihn auch in Ernährungsfragen berät. So kann blähendes Essen beim Sprung lebensgefährlich sein - Grießkoch statt Müsli.

"Es würde ihn zerreißen"

Durch die Druckverhältnisse in bestimmter Höhe sind Gase im Körper absolut gefährlich. "Es würde ihn definitiv zerreißen, weil in der Stratosphäre völlig andere Verhältnisse herrschen", sagte Mayrhofer. Rohkost und Körner könnten für den Extremsportler also lebensbedrohlich sein. "Wir haben uns mit Airforce-Piloten beraten, die uns auf die Thematik angesprochen haben, dass wir nicht nur den ernährungswissenschaftlichen Gedanken verfolgen sollen", sagte der Geschäftsführer von Personal Fitness in Salzburg. "Da ist die rohe Gurke viel schwerer verdaulich als Fleisch." Nun wird bei den Tests erprobt, welche Nahrungsmittel der Extremsportler gut verträgt, um für das "Stratos"-Projekt perfekt vorbereitet zu sein.

Amerikanische Airforce-Piloten würden in der Früh etwa Steak essen. "Das hat Felix Baumgartner nicht vertragen", erzählte Mayrhofer. Zunächst hat er es mit Semmeln und Kaffee probiert. Doch wirklich gut bekommen ist dem Extremsportler in der Früh ein Grießkoch, das den Körper mit den Verdauungsvorgängen nicht so beschäftigt.

"Wir experimentieren da jetzt. Zwei bis drei Tage vor jedem Test folgt die Umstellung", so Mayrhofer. Wenig Gemüse, dafür gekochtes oder gedünstetes Fleisch und Erdäpfel werden dem 41-Jährigen vor den Tests serviert. Danach schaut das Team, wie es dem Salzburger in der Druckkammer geht. "Jeder Mensch hat eine persönliche Verdauungsgeschichte. Strenge Richtlinien sind da nicht anwendbar", meinte Mayrhofer. Viel mehr orientiere man sich an der somatischen, der körpereigenen Intelligenz, die Signale des eigenen Körpers richtig zu verstehen.

Vorbereitung läuft seit Jahren

Baumgartner bereitet sich seit drei Jahren auf das Projekt vor. Seit diesem Zeitpunkt hat er auch die Zusammenarbeit mit Mayrhofer begonnen. Der Sportwissenschafter hat neben dem intensiven Coaching für den Salzburger für "Red Bull Stratos" einen sogenannten Ernährungscountdown festgelegt. Die erste Umstellung der Ernährung in Richtung Trainingsprogramm sei bei Baumgartner "nicht besonders dramatisch gewesen". Der Extremsportler hat schon sehr gesund gegessen. "Nur das Fast Food und das Naschen zwischendurch waren seine Sünden", so Mayrhofer.

Spannender war danach jedoch die Abstimmung für die letzten Monate vor dem Sprung. "Wir haben da auch viel dazu gelernt", erzählte der Experte. Das Institut von Mayrhofer hatte zwar Vorkenntnisse durch die Betreuung von Höhenbergsteigern, doch durch das Studium von einschlägiger Literatur und durch die Erfahrungen von Weltraumexperten habe man sich noch mehr Wissen angeeignet. Großes Lob kam vom Trainer für seinen Schützling, Baumgartner habe seine Schwachstellen erkannt und etwas dagegen getan: "Es ist sehr strukturiert und fokussiert. (...) Er ist ein gut organisierter Bursche. (...) Und er ist sehr konsequent", so Mayrhofer.

Baumgartner sei nun auf dem Niveau eines Hochleistungssportlers. "Ein Basejumper muss prinzipiell fit sein. Doch für einen Sprung von der Christus-Statue (Basejump 1999 von der Christus-Statue in Brasilien, Anm.) wird man körperlich nicht so gefordert wie aus 36 Kilometern Höhe."

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Artikel nachrichten.at (cs) 19. Juli 2010 - 10:40 Uhr
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