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Linz Marathon

Die Menschen hinter den (Start-)Nummern

Von Christoph Zöpfl 13. April 2019 00:05 Uhr

Die Menschen hinter den (Start-)Nummern
Durch Linz im Laufschritt: Am Wochenende bewegen die verschiedenen Laufbewerbe wieder mehr als 19.000 Menschen.

LINZ. Oberbank Linz Donau-Marathon: Stammgäste, flotte Oldtimer, Einsteiger – Mitläufer mit besonderen Kennzeichen.

Rund 19.000 Menschen wird das Linzer Marathon-Wochenende bewegen. Hinter jeder (Start-)Nummer verbirgt sich ein Mensch, hinter jeder Endzeit eine besondere Geschichte. Die OÖNachrichten haben einige Mitläufer mit besonderen (Wunsch-)Kennzeichen schon vor dem Start aus der Nennliste gepickt.

Startnummer 1: Diese Nummer wurde nicht vergeben, weil sie dem Vorjahressieger vorbehalten ist. Robert Kipkemboi, der 2018 in 2:10:23 Stunden gewann, läuft heuer nicht in Linz.

Startnummer 2: Hindernislauf-Olympiasieger Brimin Kipruto ist der Star des diesjährigen Oberbank Linz Donau-Marathons. Der Kenianer versucht sich erstmals über die klassische Langdistanz und peilt dabei gleich eine Zeit unter 2:10 Stunden an. Eine Kampfansage wollte er aber keine machen. "Ich möchte eine persönliche Bestzeit laufen", meinte er gestern lächelnd. Kein Kunst- stück, beim ersten Marathon . . .

Startnummer 15: Josphat Bett ist einer der "Hasen", die für die Elite Tempo machen sollen. Der Kenianer soll zumindest bis Kilometer 32 für seinen Landsmann Kipruto seinen Windschatten spenden. Günter Weidlinger, der das Starterfeld für den Linz-Marathon auf die Beine gestellt hat, weiß, wie schwer dieser Job ist: "Beim Athleten-Meeting wird die Marschroute genau festgelegt. Die Tempomacher müssen wie Uhrwerke funktionieren."

> Video: Die Vorbereitungen zum Linz Marathon laufen auf Hochtouren

Startnummer 11: Die kroatische Vorjahressiegerin Nikolina Stepan möchte in Linz das Limit für die WM in Doha laufen. Die 30-jährige Unterwasser-Archäologin aus Rijeka war früher Orientierungsläuferin und ist auch musikalisch begabt. Sie spielt Klavier.

Startnummer 20: Harald Schrenk führt als Pacemaker all jene an ihr Traumziel, die am Sonntag die Drei-Stunden-Schallmauer knacken möchte. Der Geschäftsführer einer Software-Firma ist Ironman-Triathlet und wird als verlässlicher Tempomacher für die ambitionierte Sollzeit (Kilometerzeit 4:15 Minuten) geschätzt.

Startnummer 80: Die Herren Norbert Schild, Wilhelm Blum, Leopold Reindl und Horst Lerch haben (mindestens) eines gemeinsam – sie sind über 80 Jahre alt und teilen sich die Marathon-Distanz im Staffelbewerb in vier Teile auf. Hut ab!

Startnummer 307: Der Niederösterreicher Alfred Schenner ist mit 81 der älteste Marathon-Läufer im Starterfeld. Als 70-jähriger holte er in 3:27:49 Stunden WM-Bronze in seiner Altersklasse . Der ehemalige Generalleutnant schwingt gemeinsam mit seiner Frau Herta auch als Turniertänzer regelmäßig das Tanzbein.

Startnummer 362: Die Salzburger Juristin Cornelia Moser gilt als Favoritin für den Staatsmeistertitel. Ihr Trainingspensum liegt bei 170 Kilometern pro Woche. Wird sie schnellste Österreicherin, bekommt sie auch "Bonusmeilen" auf dem Weg zu den Sommerspielen 2020 nach Tokio. Ein Titel ist im neuen Quali-System 45 Punkte wert, das sind in Zeit umgerechnet ein Bonus von 4:30 Minuten.

Startnummer 872: Für Ultra-Läufer Heinz-Jürgen Ressar ist der Marathon wohl eine Art Sonntagsspaziergang. Der 50-jährige, der gerne eigene Wege abseits der gewöhnlichen "Umlaufbahnen" sucht, absolvierte 2017 täglich einen Marathonlauf. Typisch für ihn, dass er keinen Wert auf eine "Promi-Nummer" legt.

Startnummer 888: Der Linzer Herbert Orlinger sammelt Marathons wie andere Briefmarken. 2002 ist er erstmals die 42,195 Kilometer gelaufen, am Sonntag rennt der 59-Jährige seinen Marathon Nummer 168. Orlinger ist schon überall gelaufen – "Down Under" in Adaleid, am Highway Nr 1 in Kalifornien, in Tokyo oder am Polarkreis. Als Kind litt er unter Keuchhusten, jetzt verfügt er nur über 71 Prozent seiner Lungenfunktion. Mit fast 100 Kilo und 1,86 Meter Körpergröße hat er nicht unbedingt die Idealfigur für einen Langstreckenläufer. Ein echter Marathonmann ist er trotzdem.

Startnummer 1111: Klaus Nöckler ist einer der wenigen Stammgäste aus dem Golden-Runner-Club, die bisher alle 17 Linz-Marathons über die klassische Distanz gelaufen sind. So wie Heinrich Pilch (Nummer 69), Wolfgang Tronegger (1968), Heinz Jagemann (422), Ewald Eder (194) oder Alois Grillneder (84) absolviert der 50-Jährige morgen im Laufschritt in Linz Kilometer 750.

Startnummer 1076: Die OÖN-Redakteurin Heidi Riepl ist in Sachen Marathonlauf eine Wiederholungstäterin. Am Sonntag läuft sie in Linz ihr 135. Rennen über die klassische Distanz.

Startnummer 1177: Der Salzburger Oliver Schwarzl ist ist mit 14 der jüngste Marathonläufer.

Die Promis: Bürgermeister Klaus Luger führt seine Staffel mit der Nummer 1A an, Sport-Stadträtin Karin Hörzing ist als Startläuferin mit der Nummer 2A unterwegs. Borealis-Geschäftsführer Jürgen Mader "versteckt" sich im Staffelrennen hinter der Nummer 489A. Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger läuft den Halbmarathon mit der Nummer 2000.

 

408 Pferdestärken „traben“ durch Linz

Beim traditionellen Pressefrühstück vor dem Marathon-Wochenende „servierte“ Hausherr Heimo Radlmaier im Linzer Autohaus Mayer gestern seinen Gästen das spektakuläre Vorausauto des morgigen Rennens über die klassische Lang-Distanz. Heuer kommt erstmals der Audi e-tron zum Einsatz. Der dynamische Allradler wird von einem Elektromotor mit 408 PS angetrieben, was im Marathon-Einsatz nicht wirklich notwendig wäre. Das Durchschnittstempo wird nicht mehr als 20 km/h betragen.

Oberbank-Generaldirektor Franz Gasselsberger, der gestern seinen 60. Geburtstag feierte, ist nicht der einzige „Mitläufer“ seines Unternehmens. Insgesamt werden knapp 200 Oberbank-Mitarbeiter aktiv an den verschiedenen Bewerben teilnehmen. Auch die Initiative „Frau läuft“ hatte wieder viel Zulauf. Im Staffelrennen ist das Oberbank-Team Titelverteidiger. Schlussläufer wird Leichtathlet Niki Franzmair sein – mit seiner Nominierung hat sich die Oberbank sicher nicht verspekuliert.

408 Pferdestärken "traben" durch linz
Gruppenbild mit Vorausauto: Veranstalter und Aktive beim Pressefrühstück

Mit elf Jahren ist der Vorarlberger Maximilian Taucher morgen der mit Abstand jüngste Starter im Feld des Handbike-Marathons. Die Paralympic-Champions Walter Ablinger, Christoph Etzlstorfer und Thomas Frühwirth sind für ihn wohl eher große Vorbilder als Konkurrenten.

Ein „Geheimtipp“ für alle, die morgen in der Innenstadt einen Parkplatz suchen: Die OÖN-Tiefgarage ist von beiden Seiten (Promenade, Steingasse) befahrbar.

Ein Porträt von Marathon-Rennleiter Günther Weidlinger finden Sie hier.

 

Das Programm

HEUTE

10 bis 18 Uhr: Marathon-Expo

Startunterlagenausgabe und Nachnennungen in der TipsArena

12 Uhr: OÖGKK-Junior-Marathon

16.30 Uhr: Siegerehrungen

 

SONNTAG

8 Uhr: Ascendor-Handbike-Halbmarathon

8.02 Uhr: Fischer-Brot-Inline-Skating-Halbmarathon

8.30 Uhr: Linz-AG-Viertelmarathon

9.30 Uhr: Oberbank-Marathon

Borealis-Halbmarathon

TGW-Staffelmarathon

 

Marathon im TV

Heute, 19 Uhr, ORF 2: Zusammenfassung des OÖGKK-Junior-Marathons in „Oberösterreich heute“

Sonntag, 9.45/12.45 Uhr, ORF Sport+: Live-Übertragung sowie Stream in der ORF-TVThek

Sonntag, 17.40 Uhr, ORF eins: Zusammenfassung

Sonntag, 19 Uhr, ORF 2: Zusammenfassung in „Oberösterreich heute“

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Artikel von

Christoph Zöpfl

Leiter Sportredaktion

Christoph Zöpfl
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