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WM 2018

Ein Ischler beim WM-Finale in Moskau

Von Harald Bartl aus Moskau   18. Juli 2018 00:04 Uhr

Ein Ischler beim WM-Finale in Moskau: "Die Stimmung war elektrisierend"
Josef Zeppetzauer mit Gattin Ludmilla im Moskauer Luschniki-Stadion.

Bauunternehmer Josef Zeppetzauer über die Eindrücke vom größten Fußballspiel der Welt.

Es war praktisch unmöglich, zu Karten für das Fußball-WM-Finale in Russland zu kommen. Der Bad Ischler Bauunternehmer Josef Zeppetzauer war am Sonntag dennoch beim 4:2-Sieg Frankreichs über Kroatien live dabei. Die OÖN trafen ihn in Moskau zum Interview über Fußball, Land und Leute.

 

OÖNachrichten: Ein Ischler beim großen WM-Finale – da drängt sich eine Frage auf: Wie sind Sie zu den Karten gekommen?

Josef Zeppetzauer: Wir bauen schon seit Jahren für einen russischen Stammkunden zu dessen vollster Zufriedenheit in Österreich. Auch seine Architekten schätzen die Zebau-Arbeit. Er hat meine Frau und mich schon vor Monaten zum Finale eingeladen. Diese Geste der Wertschätzung darf man gar nicht ablehnen.

Wie war die Atmosphäre im Luschniki-Stadion?

Dank der kroatischen Fans richtig elektrisierend. Ich habe natürlich zu Kroatien geholfen, habe auch das 2:1 über England im Halbfinale live gesehen und war auch ständig telefonisch mit meinen kroatischen Vorarbeitern in Bad Ischl in Kontakt. Es war ein richtiges Fußball-Märchen, das ewig in Erinnerung bleiben wird. Die gesamte WM-Finalwoche war ein richtiges Fußballfest, ohne Aggressionen, das vor allem bis ins kleinste Detail top organisiert war. Nicht einmal bei den Sicherheitskontrollen gab es Wartezeiten.

Und außerhalb der Stadien?

Es wurde alles versucht, um bei dieser WM der Welt den bestmöglichen Eindruck zu vermitteln. Das Polizeiaufkommen war massiv, jedoch stets dezent zurückhaltend. Mir wurde auch erzählt, dass es ganz klare Anweisungen von oben gab, die WM-Gäste ehrlich zu behandeln und sich nicht mit den gängigen Tricks Vorteile bei den WM-Touristen herauszuholen. Das ist wirklich gelungen.

Ihr Eindruck von Moskau?

Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Wir haben eine eigene Fremdenführerin und einen Chauffeur zur Verfügung gestellt bekommen. Ich bin aber in dieser Woche 70 Kilometer zu Fuß gegangen, weil man nur so das Flair dieser Stadt richtig aufsaugen kann. Mich haben die Architektur und die Liebe zum Detail fasziniert. Vielleicht ein kleines Detail abseits der typischen Sehenswürdigkeiten: die riesigen Parks mitten in der Stadt mit großzügigen Grünflächen und den zahlreichen Sitz- und Liegemöglichkeiten, die mich an den Englischen Garten in München erinnern. Generell hatte ich den Eindruck, dass alle hier freier sind, als wir das vielleicht glauben.

Hat sich dieser Eindruck auch in Gesprächen mit den Menschen vor Ort manifestiert?

Mich interessiert es immer, wie die Menschen in fremden Ländern leben. Ich frage auch immer sehr direkt. Es geht hier kein Arbeiter mit weniger als 1000 bis 1300 Euro nach Hause. Lebensmittel, vor allem aber Benzin sind jedoch deutlich billiger. Leistbares Wohnen ist nur 20 bis 30 Kilometer außerhalb Moskaus möglich, das ist aber durch die gute öffentliche Verkehrsanbindung nicht so schlimm. Dass es natürlich ein massives Gefälle zwischen Reich und Arm gibt, liegt auf der Hand. Das ist aber bei uns nicht anders.

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