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Verband dämpft Meisterhoffnungen

Von Raphael Watzinger   08.April 2021

Verband dämpft Meisterhoffnungen
Kein Aufstieg für Waldzell (li.)

Weiter warten heißt es für die vielen Amateurkicker: Die Hoffnungen auf ein baldiges Vollkontakttraining – und eine damit verbundene Wiederaufnahme des Meisterschaftsbetriebs im Fußball-Unterhaus – werden immer kleiner.

Bringt man zumindest die im Herbst abgesagten Spiele durch, wäre eine Wertung möglich. Aufhorchen ließ ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer in der Vorwoche damit, dass ein Aufstieg auch ohne Beendigung der ersten Saisonhälfte möglich sei, wenn der Tabellenführer rechnerisch in der Hinrunde nicht mehr einzuholen sei, oder wenn in Sondersituationen alle Liga-Konkurrenten dem Aufstieg des gegenwärtigen Tabellenführers zustimmen.

Diesen Hoffnungen schiebt zumindest Oberösterreichs Verband vorerst einen Riegel vor. "Die Bestimmungen sind klar: Nur wenn die komplette Hinrunde absolviert wurde, gibt es eine Wertung. Zu Individuallösungen wird es in Oberösterreich nicht kommen", sagte OÖFV-Direktor Raphael Koch, der von den Aussagen selbst etwas überrascht war: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das zum aktuellen Zeitpunkt so gelöst werden kann." Es bräuchte dazu einen ÖFB-Präsidiumsbeschluss sowie die Stimmen der Landespräsidenten, was sich als schwierig gestalten würde.

Aktuell gäbe es zwei Meister

In Oberösterreich wären vier Klubs betroffen: Waldzell (2. West), Neumarkt/M. (2. Nordmitte), Gramastetten (1. Nord) und Windischgarsten (1. Ost) sind zwar uneinholbar vorne, dürften aber trotzdem nicht aufsteigen. Kurios: Wird die laufende Unterhaus-Saison nicht mehr angepfiffen, gäbe es trotzdem zwei Meister. Das 1b-Team von OÖ-Ligist St. Florian (2. Klasse Nordost) und St. Stefan (Frauenklasse Nord/Ost) dürften die Sektkorken knallen lassen, da sie in den einzigen Amateur-Spielklassen Oberösterreichs im Einsatz sind, in denen aufgrund weniger Mannschaften die komplette Hinrunde bereits absolviert wurde. "Einer der einzigen Meister Oberösterreichs zu sein, das wäre eine nette Anekdote. Wir taktieren jetzt aber nicht, würden viel lieber wieder spielen", sagt St. Florians Sektionsleiter Mario Bramberger.

Immerhin darf sich auch ein weiterer Verein nach dem aktuellen Stand noch Aufstiegshoffnungen machen: Ebenfalls in der 2. Klasse Nordost liegt Treffling nach absolvierter Hinrunde auf dem zweiten Platz – und wäre somit der einzige, aber beste Zweitplatzierte der 2. Klassen. Der Verband lässt diesen Fall aktuell rechtlich prüfen.

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