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Fußball Unterhaus

Blau-Weiß Linz schafft Aufstieg in die Erste Liga

Von Stefan Fröhlich aus Wattens   11. Juni 2011 20:39 Uhr

Gelingt dem FC Blau-Weiß Linz heute in Wattens noch der Aufstieg?

WATTENS. Der FC Blau-Weiß Linz hat den Aufstieg in die Fußball-Erste Liga geschafft. Nach einem 1:0 nach 120 Minuten besiegten die Linzer auswärts WSG Wattens mit 4:3 im Elfmeterschießen. Damit ist Linz in der kommenden Saison mit zwei Mannschaften in der zweithöchsten österreichischen Fußball-Liga vertreten.

 

Die Blau-Weiß-Fans hatten schon Tränen in den Augen, als Torsten Knabel  im Elfmeterschießen den zweiten Elfer an die Stange schoss, doch da hatte noch niemand mit David Wimleitner gerechnet, der den Elfer von Patrick Steinkellner parierte und danach auch Armin Hobel den Nerv zog. Hobel, der die Linzer mit einem Tor 2003 auf der Gugl bereits einmal um ihre Aufstiegsträume gebracht hatte, lupfte den Ball, Wimleitner lag schon am Boden, konnte noch einmal aufstehen und den Elfer parieren. Nun brachen alle Dämme, die Blau-Weiß-Fans lagen sich auf dem Spielfeld mit den Spielern in den Armen und feierten ihre Aufstiegshelden.

"Hurra, der V ist da", hallte es schon eine halbe Stunde vor Spielbeginn durch die Tiroler Bergwelt. 500 blau-weiße Linzer unter den insgesamt 3.200 Besuchern im Alpenstadion zeigten, dass zumindest die Stimmung beim Nachfolgeverein des SK VÖEST bereits bundesligareif ist. Nach äußerst kurzem Abtasten wollten die Spieler auf dem Rasen gleich zeigen, dass auch sie die Klasse für den Profifußball haben. In Minute zehn hatte Michael Miskits die erste Chance, doch nach einer Arapovic-Flanke scheiterte er aus kurzer Distanz an Tormann Markus Egger. Zwei Minuten darauf belächelten die Tiroler Zuschauer die Linzer wegen ihres Freistoßtricks. Dass sich zwei Spieler vor die Mauer des Gegners knien, hat das Heilige Land wohl noch nicht zu Gesicht bekommen. Da Tino Wawras Schuss ganz knapp an der linken Stange vorbeiflog, wäre den Wattenern das Lachen beinahe im Hals stecken geblieben. Und es ging weiter mit blau-weißen Chancen: Michael Miksits stand erneut alleine vor dem Tor, fand aber wieder in Egger seinen Meister (14.). Der sah dann einen Hamdemir-Schuss knapp an seinem Kasten vorbeiziehen, ehe die Tiroler ihre erste Gelegenheit hatten. Doch diesmal konnte Steinkellner Blau-Weiß- Torhüter David Wimleitner nicht überraschen. Markus Egger durfte nach einer halben Stunde wieder einmal seine Klasse zeigen, als er einen Kopfball von Arapovic mit einer unglaublichen Parade entschärfte, doch der Schiedsrichter-Assistent hatte seine Fahne ohnehin bereits gehoben - Abseits. Die letzten Minuten der ersten Hälfte gehörten dann aber den Wattenern, doch David Wimleitner war nicht zu bezwingen.

Die zweite Halbzeit startete mit einigen Halbchancen auf beiden Seiten, erst nach einer Viertelstunde kamen die Linzer erstmals wirklich gefährlich vor das Tor. Der starke Svetozar Nikolov, der diesmal den Vorzug gegenüber Sulimani erhalten hatte, tankte sich durch, spielte quer und Michael Miksits schob den Ball über die Linie - 1:0 für den FC Blau-Weiß Linz (60.). Die begeisterten Linzer Fans waren kaum mehr zu halten, die Feiergesänge ließen das Wattener Alpenstadion erzittern und die pulsierende Menge wollte Blau-Weiß zum zweiten Treffer treiben. Fünf Minuten später wäre es fast so weit gewesen, doch Manuel Hartls Stanglpass rollte knapp hinter Miksits vorbei. Dann hatte die WSG Wattens ihre beste Phase und tauchte immer wieder vor dem Linzer Tor auf. Mit vereinten Kräften konnten die Vorstöße der Tiroler aber stets abgewehrt werden. Da halfen auch die Heimfans nichts, die nun offenbar verspätet aus dem Winterschlaf erwachten und ihre Mannschaft nach vorne klatschen wollten. Am engsten wurde es in Minute 75, als Armin Hobel mit einem Freistoß an David Wimleitner scheiterte. Blau-Weiß schaffte einige Entlastungsangriffe und versuchte es vor allem mit Weitschüssen. In der 84. Minute hatte dann der eingewechselte Sulimani das 2:0 auf dem Fuß, aus halbrechter Position traf er aber nur das Außennetz. Die letzte Möglichkeit hatte dann wieder Tino Wawra, doch Egger konnte seinen Freistoß über die Latte drehen. Somit musste die Verlängerung über den Aufstieg in die Erste Liga entscheiden.

Dort hatte Blau-Weiß nach drei Minuten die erste gute Chance. Nach einem Wawra-Freistoß herrschte Konfusion im Wattener Strafraum, doch in letzter Sekunde konnte ein Schuss von Stefan Rabl abgeblockt werden. In Minute 96 hatten die Linzer den Torschrei bereits auf den Lippen. Wieder ein Freistoß von Wawra, doch das Lattenkreuz rettete für den Tiroler Torhüter. Eine Minute darauf kam Sulimani alleine vor dem Tor zum Ball, doch wieder einmal parierte Markus Egger. Blau-Weiß war nun drückend überlegen und drängte auf den zweiten Treffer. Bis zur Halbzeit der Verlängerung passierte allerdings wenig und es blieb beim 0:1 aus Sicht der Wattener. Die beste Möglichkeit der Linzer hatte in der 116. Minute dann Yunus Karayün. Egger schien schon geschlagen, doch die Stange rettete für den Tormann. Nun hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen. Sogar die sonst eher reservierten Tiroler standen auf, beklatschten und besangen ihre Mannschaft. Sogar der zaghafte Versuch einer Welle zog sich über die Haupttribüne und schaffte es immerhin bis kurz vor die Ehrenloge. Dann waren die 120 Minuten vorbei und das Elfmeterschießen musste über den Aufstieg in die Erste Liga entscheiden, in dem David Wimleitner zum großen Helden und Armin Hobel zum tragischen Verlierer wurde.

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