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SV Ried

Zwei Strafraumszenen erhitzten beim 1:1 im Derby die Gemüter

Von Günther Mayrhofer  15. Mai 2022 17:42 Uhr

Der Ausgleich: Horvath fällt der Ball nach einem Einwurf vor die Beine, der Abschluss passt genau, Torhüter Sahin-Radlinger ist chancenlos.

RIED. Ried-Trainer Heinle ärgerte sich, dass Referee Gishamer nur eine Szene selbst bewertete.

Am Ende sprachen nach dem 1:1 im Oberösterreich-Derby der Fußball-Bundesliga beide Trainer von verschenkten Punkten – ein Indiz, dass das Unentschieden gerecht war.

"Wir waren auf dem Punkt da. Du musst eigentlich deutlich höher führen", sagte Rieds Christian Heinle, nachdem seine Mannschaft bis kurz nach dem Wiederanpfiff viel gefährlicher gewesen war, aber Oumar Sakos Eigentor (42.) der einzige Ertrag blieb. Sein Gegenüber Dietmar Kühbauer haderte hingegen, dass nach dem Wirkungstreffer zum 1:1 durch Sascha Horvath (66.) gegen taumelnde Rieder nicht der K.-o.-Schlag gelang. "Wir haben zehn Minuten lang gebettelt", sagte Heinle ehrlich.

Sakos Kopfball nach einem Rieder Einwurf segelt ins eigene Tor.

Im Derby, das unter der Leitung von Schiedsrichter Sebastian Gishamer fair ablief, wurde es erst in der Schlussphase hitzig. Ante Bajic rannte der LASK-Abwehr davon, beim Haken lenkte Torhüter Alexander Schlager den Ball mit den Fingerspitzen ab (84.). Heinle forderte lautstark Elfmeter – genauso wie die Athletiker fünf Minuten später: Im Strafraum landete der Kopfball von Luca Meisl am hochgestreckten Arm von Marcel Ziegl.

  • OÖ Heute: Das Oberösterreich-Derby endet mit einer Punkteteilung.

Beide Szenen kontrollierte Videoreferee Alan Kijas. Bei Bajic musste er davor ein mögliches Abseits bewerten. "Uns wurde kommuniziert, dass das Abseits zu eng war, um es aufzulösen." Ob Elfmeter oder nicht, entschied Kijas dann allein und teilte es Gishamer über Funk mit.

Bei Ziegls Handspiel schaute Gishamer hingegen selbst am Spielfeldrand auf dem Monitor nach. Heinle: "Mich stört eine Sache: Wir haben zwei Elfmetersituationen, einmal geht der Schiedsrichter hinaus, einmal nicht. Ich verlange, dass es sich der Schiedsrichter selbst anschaut." Er haderte allerdings mehr damit, dass Bajic die Chance nicht verwertete. "Das entscheidende Tor spart er sich für Hartberg", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Zwei Strafraumszenen erhitzten beim 1:1 im Derby die Gemüter
84. Minute: Schlager lenkt gegen Bajic mit den Fingerspitzen den Ball ab.

"Gibt keinen klareren Elfmeter"

Für Kühbauer waren beide Strafraumsituationen eindeutig: "Ich sehe es zwar durch die LASK-Brille, aber Schlager hat den Ball wirklich mit den Fingerspitzen gehabt, bei uns gibt es keinen klareren Elfmeter: Die Hand war nicht in einer natürlichen Position." Keinen Strafstoß gibt es nur dann, wenn ein Spieler mit einem Körperteil den Ball an den eigenen Arm ablenkt. "Aber es war nicht der gleiche Spieler."

Selbst Heinle erwartete schon fast einen Strafstoß: "Nachdem die Handsituationen gegen uns schon so und so ausgelegt wurden, kriegst du einen Elfmeter." Dass es trotzdem keiner wurde, nahm Kühbauer zur Kenntnis. "Ich will es nicht dramatisch machen." Die Erklärung fügte Mittelfeldspieler Peter Michorl hinzu: "Den Elfmeter hätte man schon geben können, aber wir hängen es nicht darauf auf. Aufgrund der ersten Halbzeit haben wir den Sieg nicht verdient."

In dieser war der LASK "nicht so aktiv, wie man in einem Derby sein muss. Wir haben nicht die Bälle gespielt, die wir brauchen. Typisch, dass wir Ried das Tor gemacht haben", sagte Kühbauer. "Ab der 50. Minute war die Mannschaft auf dem Platz, die ich sehen will. An dieser zweiten Halbzeit messe ich sie in der Zukunft. "

Zu- und Abgang

Beim LASK steht ein Neuzugang bevor: Weil Alexander Schlagers Frau das erste Kind erwartet, war der Einsatz des Kapitäns im Derby fraglich gewesen. „Seine Frau und das Kind waren so nett, dass sie sich Zeit gelassen haben“, sagte Kühbauer lächelnd. „Die Geburt des ersten Kindes muss man miterleben. Ich habe es leider nicht geschafft – um eine halbe Stunde.“

James Holland wird wohl der erste Abgang sein. Der Australier, der gestern seinen 33. Geburtstag beging und im Derby gesperrt fehlte, steht vor der Rückkehr zur Austria. Präsident Siegmund Gruber bestätigte den Abgang ein Jahr vor Vertragsende noch nicht: „Wenn uns Spieler verlassen, werden wir das ankündigen.“

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Günther Mayrhofer

Redakteur Sport

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